Verkaufsoffener Sonntag am 27.12.2009 - Muss das sein?
Ich habe ja gedacht, an dem Gerücht sei nichts dran, aber auf der Seite des Leine-Centers wird bestätigt, dass es am 27.12.2009 einen verkaufsoffenen Sonntag gibt (siehe: http://www.leine-center.de/de/seite/das_center/_ff... )
Nun bin ich eh schon generell gegen verkaufsoffene Sonntage, versuche mich aber nicht allzu sehr aufzuregen und den Kram zu ignorieren.
Hier gehts aber um Weihnachten! Und auch noch um den seltenen Fall, dass die Tage mal so liegen, dass viele ein langes Weihnachtswochenende genießen könnten, was nur alle paar Jahre vorkommt.
Und nun wird nicht nur dem Bürger und Anwohner Weihnachten mit diesem Alltagskommerz vermiest, sondern besonders den Arbeitnehmern, die wegen dieser Aktion nicht nur auf einem Sonntag arbeiten müssen, sondern sozusagen am Weihnachtswochenende.
Reicht es denn nicht, wenn schon andere Sonntage damit vermüllt werden?
Muss man sich nun auch noch Weihnachten vergreifen?
Welchen Sinn soll so ein verkaufsoffener Sonntag eigentlich am Weihnachtswochenende haben?
Die Umtauschmacke können auch alle am Montag ausleben.
Ich finde, das ist eine Gedankenlosigkeit, die nicht grad gute Werbung für das Center darstellt.
So werden nach und nach die Feiertage von Konzerne unterhöhlt und die Arbeiter Ausgebeutet. So ein Verkaufsoffener Sonntag oder Feiertag ist schliesslich eine versteckte Lohnkürzung.
Gruss,Gisela
Ob die Betroffenen dafür (extra) bezahlt werden oder nicht, weiß ich nicht. Deshalb kann ich dazu auch nichts sagen.
'es werden doch keine Arbeiter ausgebeutet, die Angestellten identifizieren sich mit der Geschäftsphilosophie'
Nein, im Ernst, ich halte die Aktion für schwachsinnig - und am Umtausch wird nichts verdient
Doppeltes Mitleid mit dem Personal, denn Umtauschwillige bzw. -wütige sind eh nicht die Creme de la Kundschaft
Heutigentags Verkäufer(in) sein zu müssen ist generell eine Strafe! Eine Freundin von mir hat diesen Beruf einmal gern ausgeübt. Man kommt mit vielen Menschen zusammen, hier und da mal ein nettes Wort und ab und zu ein "Schwätzchen"...
WAR EINMAL!!!! Die Menschen, die einkaufen gehen sind muffelig und mies gelaunt. Wenn sie dann oftmals die Preise sehen, kochen auch gern die Emotionen über. Und an wem lassen sie den Frust dann raus? An den Verkäuferinnen! Als ob die was für die Preise könnten! Dann kommt noch der Druck seitens der Geschäftsleitung...
Der Höhepunkt sind dann natürlich diese wundervollen Aktionstage, an denen die Verkäuferinnen sich "freiwillig" zum Dienst melden! Schließlich ist die Firma die neue Familie! Da opfert man doch gern ein bis drei freie Wochenenden und was sind schon Feiertage im wohligen Kreis der Familie? Ist es nicht viel schöner, Einkaufswütige und Umtauschwillige und Einfach-nur-mal-gucken-weil-ich-am-Sonntag-ja-frei-habe-Kunden zu bedienen? Möglichst untertänigst und immer gut gelaunt!!!!
Verkäufer und Verkäuferinnen aus ganz Deutschland: Mein Mitgefühl ist euch gewiss! Übrigens: Ich bin die, die Montag bis Freitag tagsüber einkaufen kommt und sich immer um ein Lächeln und ein freundliches Wort bemüht! Ja, genau die!!!! Ich weiß, ich bin ein fast ausgestorbenes Relikt! Erschreckt euch aber nicht! Ein paar von uns gibt es wirklich noch!
Liebe Grüße an alle hier!
Karola
Mich bitte ausschließen, lieber Wilhelm! Ich kaufe schon im August die Weihnachtsgeschenke und ich gehe niemals Sonntags einkaufen und schon gar nicht an Feiertagen!!! Ich verweigere mich dem System! Bewusst und konsequent!
Aber leider bin ich (wieder einmal) in einer Minderheit!
Mir fällt auch sonntags besseres ein, als "shoppen" zu gehen, zum Einkaufen habe ich die ganze Woche.
Auch abends muß fast schon ein Notfall eintreten, dass ich nach 18.00 Uhr ein Geschäft betrete.
Außerdem versuche ich es garnicht, meine Laune am Personal auszulassen, da bleibe ich lieber draussen.
Abgesehen von der Ambulanz, die ich wirklich schon mal aufsuchen musste, versuche ich alles andere wirklich zu vermeiden.
Natürlich hast du mit dem Einwand, dass auch ein unbequemer Job besser ist, als gar keiner, in jedem Fall recht! Aber genau die Angst vor Arbeitslosigkeit nutzen die Arbeitgeber rigeros aus und lassen die Untergebenen für ihren Profit arbeiten! Und die bekommen dann meist keinen finanziellen Extrabonus oder nicht an einem anderen Tag als Ausgleich frei!
Meine Schwester z. B. ist Frisöse. Muss also Samstags arbeiten. Dafür hat sie aber jeden Mittwoch frei. Das ist für sie in Ordnung. So kann sie den Tag nutzen und einiges erledigen. Die, die regelmäßig an Tankstellen arbeiten, sind oftmals Sudenten, die sich was zum Bafög dazu verdienen wollen. Und so weiter.
Da gibt es für mich irgendwie schon Unterschiede zu den Verkäuferinnen, die ganztags Arbeiten müssen und dann unfreiwillig freiwillig am Sonntag oder Feiertag arbeiten gehen müssen!
Was den speziellen Tag hier betrifft, bleibe ich dabei: Es ist krank!
Ein Grund fiel mir noch ein: Man will die weihnachtlichen Geldgeschenke (vor der Konkurrenz) absahnen. Nachvollziehbar - aber realisiert, krank.
Und das werfe ich nicht den Unternehmern vor, sondern uns - allen - der Gesellschaft.
> "Ich persönlich würde liebend gerne am 27.12 arbeiten, wüsste ich doch dann, dass ich endlich wieder eine Stellung inne habe"
Ginge es wirklich nach jedem persönlich und freiwilig zu, könnte ja jeder machen was er will, solange er niemanden damit nervt, schädigt, etc.
In diesem Fall haben die Betroffenen aber keine Wahl. Wenn ich nicht irre, nicht mal die Unternehmer, da m.W. die Geschäfte im Center verpflichtet sind, zu öffnen.
Ausserdem wird hier doch das kranke, perverse System deutlich erkennbar: Man würde liebend gern auch den größten Mist zu beschissensten Bedingungen machen, wenn man dadurch endlich eine "Stellung inne hätte".
Denn andere - man selbst ggf. auch schon - reden einem ein, man wäre nur etwas wert, wenn man abhängig erwerbstätig oder Unternehmer wäre.
Arbeit an sich zählt ja nicht. Keine Hausarbeit, keine Erziehungsarbeit, keine Pflegearbeit, keine ehrenamtliche/gemeinnützige Arbeit. Alles Schnickschnack.
Nur Arbeit im Zusammenhang mit Erwerbstätigkeit zählt. Dass nicht jede Arbeit frei macht, haben wir ja schon gelernt.
> "Für die Kunden, die an diesem Tag einkaufen gehen, wird es eine willkommene Abwechslung nach dem Weihnachtsstress und den laaangweiligen Feiertagen sein"
Dann sollen sie Enten füttern. Oder sich vorher keinen Stress machen. Oder popeln. Aber nicht Mitmenschen nerven.
> "Viele werden diesen Tag zu einem Familienausflug nutzen"
Ja, die berühmte Familie, die an freien Tagen nichts besseres zu tun hat, als solche Shoppingausflüge zu machen. Da fällt mir inzwischen nur noch die Frage ein, ob man denen nicht mal das Jugendamt vorbeischicken sollte.
> "Übrigens liebe Ablehner einer Sonntagsöffnung..."
Aufrechnen bringt eigentlich nichts. Was hat Shoppen am Sonntag mit nötiger Mobilität oder medizinischer Versorgung oder Wasserversorgung zu tun? Nichts.
Sicher hat da jeder andere Prioritäten am Sonntag.
Ich persönlich würde ungern auf Mobilitätsversorgung (Benzin, Pannenhilfe, ÖPNV, etc.) verzichten.
Auch nicht auf Wasser, Strom u.ä.
Ebenso wichtig ist Medizin, Polizei, Feuerwehr.
Aber auch da sollte es freiwillig zugehen - und ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Leute für ihr Opfer gut bezahlt würden.
Es gibt kein Naturgesetz, dass uns vorschreibt, auch nachts, sonntags oder feiertags jeden Scheiß machen und haben zu müssen! Es ist rein menschgemacht - es ist, wie WIR es zulassen oder gestalten.
> "Meine Schwester z. B. ist Frisöse. Muss also Samstags arbeiten. Dafür hat sie aber jeden Mittwoch frei. Das ist für sie in Ordnung."
Für sie. Persönlich. Vielleicht.
Das Problem ist aber bei Leuten mit 6-Tage-Woche, dass die Ersatztage nicht in die gleiche Zeit fallen, in der auch alle anderen frei haben.
Regelmäßige Tage und Feiertag für alle sind wichtige gemeinsame(!) Zeitinseln, in denen gemeinsam Sozialleben praktiziert werden kann.
Toll! Früher kamen Kommentare doppelt, heute verschwinden meine Kommentare auf mysteriöse Art und Weise! Also noch einmal:
>Arbeit an sich zählt ja nicht. Keine Hausarbeit, keine Erziehungsarbeit, keine Pflegearbeit, keine ehrenamtliche/gemeinnützige Arbeit. Alles Schnickschnack.
*GENAU!!!*
Dann sollen sie Enten füttern. Oder sich vorher keinen Stress machen. Oder popeln. Aber nicht Mitmenschen nerven. < ***Schallendlachundnochdollerkopfnick***
Aufrechnen bringt eigentlich nichts. Was hat Shoppen am Sonntag mit nötiger Mobilität oder medizinischer Versorgung oder Wasserversorgung zu tun? Nichts.< ***Nochdollerkopfnick***
Bevor das hier in eine Kopfnickparty ausartet: Andi, du hast meine vollste und uneingeschränkte Zustimmung zu deinem gesamten Kommentar!!!
Ein schönes Wochenende im Kreise deiner Lieben
wünscht Karola
Du wirst es nicht glauben!!! Erst verschwindet der Kommentar ganz, dann verschwinden mehrmals Teilstücke in meinem Kommentar und ich muss DREI MAL ausbessern!!!! Dabei lese ich alles durch, bevor ich auf speichern gehe!!!! Es macht immer weniger Spaß, sag ich dir!!!!!!
Hast du die spitzen Klammern benutzt, ohne einen Befehl (z.B. u = unterstreichen) zu bilden, den das System kennt und akzeptiert?! Da ist es mir auch schon vorgekommen, dass nach dieser Stelle Text fehlt.
Meine Einkäufe erledige ich auch während der Woche, die verkaufsoffenen Sonntage sind nicht meine Welt.
Wenn in unserem Ort verkaufsoffene Sonntage sind, dann bin ich mit dem Rad unterwegs oder gehe spazieren.
Da verkaufen die Geschäfte doch am meisten ,denn während der Woche haben doch die meisten kaum noch ZEIT oder wie haben wir das früher gemacht wo die Geschäfte nur bis 18:00 Uhr auf hatten ?????!!!!!!!!!
Oder haben wir das da nicht auch geschaft?
> "aber Ehrenamtliches bzw. Gemeinnütziges Engagement zum Beispiel zählt sehr wohl etwas in unserer Gesellschaft und wird auch anerkannt"
Ja, vielleicht bei höheren Posten. Oder innerhalb der so arbeitenden Gruppen. Aber nicht flächendeckend in der Gesellschaft.
> "Aber der finanziellen Armut entkommt man nur durch eine entlohnte Tätigkeit"
Achja? Wie das, wenn der Erwerbstätige netto nicht mehr hat, als der H4ler (egal, ob nun mit oder ohne Aufstockung)?
> "Die Lethargie abschütteln ... wieder einen Sinn am Tageswerk sehen"
Die Lethargie wird Arbeitslosen doch verpasst. In der Psychologie nennt man sowas antrainierte Hilflosigkeit. Und einen Sinn im Tageswerk sehen, liegt doch an jedem Einzelnen selbst. Oder kann das "Dein Tageswerk ist sinnvoll" nur ein Arbeitgeber vermitteln und alles andere zählt nicht?
Was den Rest betrifft, bestätigst du mich ja. Es wird uns eingeredet, dass wir ohne sowas nichts wert sind. Anders würden die "Vollbeschäftigung"-Parolen und "Arbeit macht frei"-Wahlprogramme und das "Arbeitsplatz"-Gesabbel auch nicht funktionieren ;)
Btw, interessantes Thema / Diskussion. Wäre schade, wenn es hier offtopic untergeht. Kann ja jemand einen Thread eröffnen und verlinken...
Dann klick doch auf "Weiterleiten" und leite es an alle deine Kontakte und Gruppen weiter! Grins
mein klarer standpunkt: Verkaufsoffener Sonntag, nein danke! insoweit schließe
ich mich den ablehnenden kommentaren an.
Wenn keiner mehr an solchen Tagen shoppen geht, ist er auch gleich weg, der verkaufsoffene Sonntag. Der Großteil der Bevölkerung plädiert für ein 24-Stunden-Shopping. Weihnachten ist am 26. Dezember aus. Wer in der Dienstleistung arbeitet (z.B. die Gastronomie) ist sich der Umstände bewusst. Keiner muss da hingehen.
Geschäft ist Geschäft. Klingt zwar doof, is aber so.
Hallo all @´s,
ich danke Dir Andreas, ein Thema welches mir schon als SPD -Ratsherr immer auf der Zunge brannte. Nun bin ich in der Partei die Linke, zugleich ist immer noch kein Ende des rücksichtslosen Verhaltens der Mehrheitsfraktion in Laatzen sichtbar.
Schon zu jener Zeit wurde die Abstimmung in den Fraktionen frei gegeben, wohl wissend und drauf achtend, dass die Mehrheitsverhältnisse dafür ausgenutzt werden, um die Öffnung des Leine-Centers an Sonntagen zu gewährleisten. Denn jenes ist Mitbestimmungspflichtig, auch in Laatzen.
Mit solidarischem Gruß, Maik.
Stellt euch vor es ist verkaufsoffener Sonntag.............................
und keiner geht hin!
Dann hätten sich diese Sonntage schnell erledigt.
Leider denken viel zu wenige daran, dass Sie durch Ihr Handeln selbst mitbestimmen konnen, was geschieht.
Andreas, stimme deinen Ausführungen voll und ganz zu.
Maik, interessant. Kann man irgendwie erfahren, wer wie darüber abgestimmt hat?!
> "Dann klick doch auf "Weiterleiten" und leite es an alle deine Kontakte und Gruppen weiter!"
Mir ging es um einen neuen Thread, weil das Thema "Gehirnwäsche bezüglich Erwerbstätigkeit" interessant, wichtig und kompliziert genug ist, als dass man es untergehen lassen sollte.
> "Wer in der Dienstleistung arbeitet (z.B. die Gastronomie) ist sich der Umstände bewusst. Keiner muss da hingehen"
Naja, viele haben aber nicht die Wahl, sondern wurden zwangsvermittelt oder andere Umstände zwangen sie dazu.
Danke, Sandra. Da gehen als doch noch objektiv denkende Menschen durch die Welt :)
Gruß Franz
> "es gibt schlimmeres, als am verkaufsoffenen sonntag arbeiten zu müssen/können/dürfen"
Das ist deine Ansicht und deine freie Entscheidung. Viele haben aber nicht die Wahl, sondern sind oder werden gezwungen. Im Falle von Malls werden ggf. sogar die Geschäfte gezwungen.
> "ausserdem gibt es, meines wissens, nur eine begrenzte anzahl an verkaufsoffenen sonntagen im jahr."
Die Anzahl ist ja irrelevant.
und hier ging es sogar um einen speziellen Sonntag, den die Leute nur alle paar Jahre nutzen/genießen können - und selbst der wird ihnen genommen.
> "und wenn ich frühgenug weiss, wann die sind, kann ich ja urlaub einreichen, wenn mir dieser tag so heilig ist.
Einreichen kann man viel. Die Realität sieht aber oft anders aus.
Ausserdem kann das nur ein Arbeitnehmer machen. Der Geschäftsinhaber muss aber ggf. trotzdem mitmachen. Und der Anwohner hat ebenso trotzdem den Salat.
> "was wäre, wenn alle von mo.-fr. eine arbeitszeit von 8-16 uhr hätten? chaos, alle würden alles zeitgleich erledigen wollen. da wir aber alle unterschiedl. arbeitszeiten haben, entzerrt sich das weitgehend."
Früher waren das Standardzeiten - Abweichungen gab es nur im Handel bis 18:30 (samstags bis Mittags) - und es gab kein Chaos und niemand ist gestorben deshalb.
Aber inzwischen wurden die Öffnungszeiten freigegeben und an sechs Tagen können die Läden 24 Stunden lang öffnen. Da gibt es keine Notwendigkeit, auch noch den Sonntag zu benutzen.
> "aber es soll tatsächlich menschen geben, die froh sind, das es sowas gibt"
Manche wären auch froh wenn es legale Kinderpornos im Ladenregal gäbe, daher ist das Argument, dass manche halt froh wären, allein m.E. nicht sehr überzeugend ;)
Man möchte meinen, die Leute verhungern und erfrieren, wenn sie nicht zu jeder Tages und Nachtzeit einkaufen können. Jeder besitzt einen Kühlschrank, eine Gefriertruhe und einen Schrank voll Kleider. Was veranlasst es da Menschen, die sowieso immer jammern, dass kein Geld mehr in der Haushaltskasse ist, immer einkaufen zu gehen
Es werden keine zusätzlichen Verkäufer eingestellt und manche Verkäuferin sitzt oder steht stundenlang im Laden um vereinzelte Kunden eine Kleinigkeit zu verkaufen. Außerdem passiert es immer wieder dass Räuber das wissen und eine Verkäuferin alleine im Laden schnell ein Opfer werden kann. Und will nicht eine Verkäuferin bei ihrer Familie sein?
Wen wundert es da, dass keiner mehr Kinder will. Nachts, Sonntags und Feiertags ist weder der Kindergarten noch die Schule offen. Auch Tagesmütter reißen sich nicht um Kinder deren Mütter und Väter nur deshalb wegbleiben, weil einige Leute schnell ein paar Eier brauchen
Ich glaube kaum, dass es lebensrettend ist, wenn die Verkäuferin alleine und in der Nacht oder an Tagen die der Familie gehören soll, im Laden steht.
Ich bin Fachverkäuferin gewesen und habe nie erlebt, dass irgend jemand verhungert ist, weil er am Tag nicht einkaufen konnte. Damals gab es bei vielen Familien keinen Kühlschrank und im Winter war das Fensterbrett die Kühlung.
Meine Schwester ist Altenpflegerin und arbeitet selbstverständlich zu den verschiedensten Zeiten, denn die Menschen brauchen diese Hilfe. Das ist aber wieder ganz was anderes. Ich begreife es einfach nicht, dass man 24 Stunden demn Laden offen haben muss. Wirklich nicht
Wenn es nach mir ginge, müsste niemand am Wochenende (Samstag und Sonntag) arbeiten. Aber selbst wenn ich König von Deutschland wäre, würde es Arbeiten geben, die auch am WE erledigt werden müssen. Das wären zumindest die Notdienste, die sich aber auch nicht in Polizei, Arzt und Feuerwehr erschöpfen, sondern auch Wasser, Strom, Heizung u.ä. umfassen müssen. Auch in der Pflege wäre es tw. nötig oder bei der Mobilität.
Um Einiges kommt man also nicht herum. Manches ist sicher schwammig. Aber der Rest ist überflüssig.
Da kommt dann aber die Individualität ins Spiel - das Ich.
Und die Spaßgesellschaft - das Fun.
Und die Egozentrik - das Ich will.
Sofort. Immer. Alles.
Und der Einwand, mit welcher Berechtigung man dem Ich das Wollen und sofortige Bekommen verbieten will.
Eine berechtigte Forderung nach Freiheit - aber wenn man das fordert, darf man nicht der Gegenseite die Freiheit nehmen.
Wo bleibt aber die Freiheit des Anwohners, der den Pendelverkehr und seine Nachteile ertragen muss?
Oder die Freiheit des Arbeitnehmers, der keine Wahl hat - nicht mal die, zu wechseln in heutiger Zeit?
Oder die des Unternehmers in diesem Fall?
Oder die der Familie / der Kinder des Elternteils, der arbeiten muss, statt sich um die Kinder kümmern zu können?
Die Freiheit wird wohl die sein, dass es so was altertümliches wie eine Familie, also Vater Mutter Kind nicht mehr geben wird. Es wird bald nur noch lockere Beziehungen, die an nichts gebunden sind, geben. Kinder werden als Ballast und störend angesehen und deshalb ausbleiben.
So sehe ich das.
Und wie gesagt. Es gibt Berufe, die Sonntags und Nachts arbeiten müssen.
mein Mann als Starkstromelektriker hatte bei Unwetter und an manchen Wochenenden Bereitschaftsdienst. So mancher war froh, dass es sowas gab. Doch Einkaufen. NEIN
Deine Befürchtungen bezüglich Familie habe ich auch - wobei es inzwischen ja schon fast so ist, wie du schilderst.
Moin!
Wer sich hier jetzt beklagt, daß die armen Verkäufer auch am Sonntag arbeiten müssen, und das Ganze boykottieren,
- möge bitte an dem Tag auch keinen Ausflug mit dem Zug machen (und dabei vielleicht auch noch ins Restaurant gehen)
- der möge nicht krank werden bzw. sich verletzen und auf professionelle Hilfe angewiesen sein
- der möge seine Oma im Heim selbst versorgen
- dem möge kein Verbrechen/Verkehrsunfall zustoßen
usw. usf.
Viele Grüße von jemandem, der schon seit Jahren Sonn- und Feiertags arbeiten muß und darin ein Stück Lebensqualität sieht, denn: Wer Sonntags arbeitet hat in der Woche freie Tage.
Dass man Konsumspaß nicht mit Notversorgung (Pflege, Polizei, Feuerwehr, Strom, etc.) vergleichen kann und sollte, hatten wir schon.
Und das man Ersatzfreitage bekommt, ist ja schön, aber das soziale Umfeld müsste auch immer an dem frei haben.
Und selbst, wenn dir das egal ist und trotzdem gefällt, ist das deine persönliche Entscheidung. Andere sehen das vielleicht anders und da sollte es keinen Zwang geben.
Ich bin auch gegen Verkaufsoffene Sonntage und schon gar an solchen "langen" Feiertagswochenenden!
Aber die Arbeitnehmer werden doch vielerorts immer mehr gepresst...
"Tja, wenn sie nicht an Sonntagen arbeiten wollen, es gibt noch jede Menge Arbeitssuchende auf dem freien Markt."
So ähnlich habe ich das als Arbeitnehmer auch durch, mit Mehrarbeit und Verzicht auf Weihnachtsgeld- und Urlaubsgeld. Nur immer um auch ja den eigenen Arbeitsplatz nicht zu gefährden.
Das Problem ist aber nicht alleine die Konsumgesellschaft, sondern unser ganzes System. Es geht nicht mehr um die eigentlichen Dinge, sondern nur noch ums Geld. (siehe Opel, Fußballskandal, Politik usw.)
Immer getreu nach dem Motto:
Personalführung ist die Kunst, Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, das sie die Reibungshitze als Nestwärme empfinden.
"Immer getreu nach dem Motto"
danke, den Spruch merke ich mir und gebe ihn weiter
Ralph, da sprichst du wahre Worte gelassen aus.
Das Geld selbst ist aber nicht so schlimm. Es ist eher unsere Anbetung der klassischen Erwerbstätigkeit.
Der Arbeitsplan zu Silvester sieht bei einem guten Freund so aus.
Ich muß dazu sagen das unser Freund in einem Möbelgeschäft arbeitet.
Silvester muß er bis 14:00 Uhr arbeiten, Neujahr hat er frei.
Am 2. Januar (ein Samstag) muß er von 10:00-20:00 Uhr arbeiten bzw. so sind die Öffnungszeiten. Er muß natürlich vorher früher da sein und später auch noch Zeit dranhängen.
Am Sonntag den 3. Januar ist "verkaufsoffener Sonntag", d.h. er muß von 10:00-18:00 Uhr ebenfalls arbeiten.
Ich habe mich sowas von darüber aufgeregt!
Wo ja auch die Leute kurz nach Weihnachten tausende von Euros investieren um an einem Sonntag Möbel zu kaufen.
Es gibt dafür kein Geld extra, zumal die Bezahlung sowieso schon im Normalfall unter aller Sau ist!
Ich nenne sowas modernen Sklavenhandel.
Hinter einem jeden von uns stehen 100 andere die Deine Stelle wollen und das wissen die da oben ganz genau und nutzen das schamlos aus!
Ein verkaufsoffener Sonntag macht das Leine-Center auch nicht attraktiver.
Denn das Angebot der Filialisten ist überall gleich und im LEZ gibt es kaum Aussergewöhniches, was ich persönlich sehr schade finde.
ich finde verkaufsoffene sonntag sehr gut. Und ich habe auch nichts dagegn einzuwennden. ich selbst musste weihnachten arbeiten da ich als Busfahrer Arbeite. Heut zu Tage ist es normal mal so. oder Feiertags zu Arbeiten. Immer hin bekommt man die Tage aus sicht des Arbeitnehmers ja auch gut bezahlt
Hier noch ein Empörter: http://www.myheimat.de/voehl/politik/verkaufsoffen...
Martin, wenn man das freiwillig macht, ohne durch Ängste gezwungen zu sein, und dabei auch keine Mitmenschen nervt oder stört, wäre es ja noch ok...
Allerdings kann man wohl kaum so eine wichtige Arbeit für die Mobilität mit den sonntäglichen Öffnungen der Schlachthöfe für das Konsumvieh vergleichen.
Sehr guter Artikel. So was muss wirklich nicht sein. Es ist aber gut zu wissen, dass ganz ganz viele Leute ebenso denken. Wenn dieses Thema wie ein Schneeball von Freund zu Freundin, Kollege zu Kollege, Onkel zu Tante usw. gerollt wird, tritt hoffentlich irgendwann mal eine "Sensibiliesierung" zu dem Thema ein.
@Andreas, was glaubst Du, was in der verarbeitenden Industrie an Sonntagen passiert. Ich habe 20 Jahre mit Sonntagen, Ostern, Weihnachten etc. hinter mir. Natürlich immer freiwillig;) Geld regiert die Welt. Konsumiert haben an diesen Tagen andere ;)
Carsten, die anderen Opfer wollte ich nicht unter den Tisch fallen lassen (wie man auch meinen Kommentaren entnehmen kann). Diesen Einzelfall fand ich aber besonders schlimm in dieser Konstellation.
Ja wild, dieser Beitrag startete am 20.11.09 und bis zum 05.05.10 gingen bisher die Kommentare.
Faszinierend ist es irgendwie schon, die einen meiden bewusst solche Einkaufstage, und die anderen gehen besonders gern hin.
Passend zum Thema kommt mein Mann grad zur Tür herein (er war auf dem Wochenmarkt und im Käslädle) und meint: "Du mußt unbedingt mal wieder samstags zum Einkaufen gehen" - "Warum?" - Die Käsehändlerin hat mich schon so lang nicht mehr gesehen, dass sie schon fürchtete, ich sei krank.
Ja wild, dieser Beitrag startete am 20.11.09 und bis zum 05.05.10 gingen bisher die Kommentare.
Faszinierend ist es irgendwie schon, die einen meiden bewusst solche Einkaufstage, und die anderen gehen besonders gern hin.
Passend zum Thema kommt mein Mann grad zur Tür herein (er war auf dem Wochenmarkt und im Käslädle) und meint: "Du mußt unbedingt mal wieder samstags zum Einkaufen gehen" - "Warum?" - Die Käsehändlerin hat mich schon so lang nicht mehr gesehen, dass sie schon fürchtete, ich sei krank.
Hoppla, Bedäänungsfähler, jetzt steht er 2 x da, mein Kommentar.





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