Aktueller Tipp zum schmunzeln, wenigstens ein bisschen

Aktueller Tipp zum schmunzeln, wenigstens ein bisschen

In weit mehr als einer Zuschrift werde ich immer wieder gebeten, für jedermann verständliche und aktuelle Tipps ( einschließlich Historie ) für gutes Kochen zu geben, dieser Bitte will ich nun erstmals nachkommen.
In wenigen Tagen, am 1. September beginnt der meteorologische Herbst, die Grillzeit endet langsam, und der Trend geht wieder hin zu etwas deftigerer Hausmannskost.

Deshalb heute: Steckrüben

Die Steckrübe, auch Schwedische Rübe genannt, (außer in Schweden) kam im 17. Jahrhundert mit großer Wahrscheinlichkeit aus Schweden nach Deutschland, zeitlich in etwa zusammen hängend mit dem 30-jährigen Krieg, als die Menschen in Deutschland die Hände falteten und sagten „Bet, Bet, morgen kommt der Schwed“, die Rübe spielte hier möglicherweise eine Rolle.
Wie dem auch sei, nun war sie da
Es gibt „Historische belegte“ Meinungen hinsichtlich ihrer Bedeutung in der Küche, so bei Theodor Fontane, in einem seiner Romane wird sie als „kulinarische Torheit“ bezeichnet, obwohl seine Majestät Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches der Rübe sehr geneigt sei, wie es heißt, hier sind aber Zweifel angebracht.
Aber auch das muss gesagt werden:
Im ersten Weltkrieg wurde die als Schweinefutter bestimmte Steckrübe Nahrung für Millionen Menschen in Deutschland, es gab aufgrund einer ansonsten schlechten Ernte den Steckrübenwinter 1916/1917, es gab spezielle Steckrübenkochbücher und Steckrübenkaffee, in den „Kolonialwarenläden“ (Hier wurden bis kurz nach Beginn des 1. Weltkriegs Erzeugnisse aus den deutschen Kolonien angeboten) wurde sie als „Preußische Ananas“ bezeichnet, die Verteilung der Steckrüben war staatlich geregelt, hier wurde allerdings Druck auf die Bevölkerung ausgeübt, andere Lebensmittel durften nur gekauft werden, wenn gleichzeitig eine (mir unbekannte) Menge Steckrüben, auch in verarbeiteter Form gekauft wurden, was die Steckrübe in der Bevölkerung nicht sympathischer machte.
Eine Form der Weiterverarbeitung bestand darin, Rübenmehl u. a. mit Maggiwürfeln zu verfeinern, der Begriff „Vollkost“ entstand.
Das ist lange her

Was bleibt nach dieser Historie als Empfehlung übrig?

Dieses:

Steckrübengerichte schmecken am besten, wenn man die Steckrüben völlig weglässt, probieren Sie es aus, Sie werden begeistert sein.

Und, wie gesagt: Aktueller Tipp zum schmunzeln, wenigstens ein bisschen

Quelle: Erzählungen von älteren und eigene
Gerd Sz
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2 Kommentare zum Beitrag
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Michael Wald aus Laatzen am 16.12.2012 um 23:30 Uhr  
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Irene Deseke aus Burgdorf am 20.12.2012 um 22:43 Uhr  
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