Elf Monate im Kongo - aus Abenteuerlust und Nächstenliebe

Lukas Borkowski (20) aus Grasdorf zeigt sein Visum. Elf Monate hat er im Kongo gelebt und sich für ein Missionswerk engagiert. Foto: Böhme

Nach dem Abitur stand für Lukas Borkowski aus Grasdorf fest, sich sozial zu engagieren. Für den Verein Diguna leistete er Entwicklungshilfe. Aber warum gerade in Kongo? Redakteurin Jennifer Böhme berichtet dazu in den Leine-Nachrichten (1.7.):

Seit zehn Tagen ist Lukas Borkowski wieder zu Hause – „und ich bin mitten drin im Kulturschock“, sagt er. Unzählige digitale Fotos hat er von seinem Aufenthalt im Kongo mitgebracht. Es sind Fotos dabei, auf denen der 20-Jährige mitten im Busch stolz auf seiner ersten selbst gebauten Holzbrücke steht. Borkowski hat das afrikanische Essen fotografiert – Kochbananen mit Bohnen und Manjokwurzel mit Kraut. Andere Bilder zeigen die Missionsstation in Aru, wo er elf Monate gelebt hat – mit drei deutschen Missionsfamilien und sechs europäischen Volontären, wie er auch einer war.

Sein Zimmer teilte sich der Grasdorfer mit zwei Kongolesen. So lernte er viel über die fremde Kultur.
Mit den Arbeitern wohnten auf dem Gelände etwa 50 bis 60 Menschen. Das Areal der Organisation mit Autowerkstatt, Schule, Schreinerei, Bürokomplex, großer Außenküche und einem Depot für die technische Ausrüstung ist zwar eingezäunt, aber eigentlich nur provisorisch. „Wir waren nicht von der Bevölkerung abgegrenzt, sondern lebten und arbeiteten mitten unter ihr“, erzählt Lukas Borkowski.

Sein Hauptaufgabenbereich: „Ich war als Lang- und Kurzstreckenfahrer eingesetzt.“ Mit dem Unimog transportierte er Baumaterial und belieferte Krankenhäuser im Busch. Er chauffierte auch Pastoren, die auf Tagungen waren. Die Schwierigkeit: Asphaltierte Straßen gibt es im Kongo nicht. Die Schlaglöcher sind so tief, dass der Unimog oft in den Schlammpfützen stecken blieb. Viele Brücken sind eingestürzt oder müssen repariert werden.

Morgens um sechs geht die Sonne auf, zwölf Stunden später wieder unter – „und in dieser Zeit schafften wir manchmal nur zehn Kilometer“, sagt Borkowski. Elf Monate im Kongo: „Ich nehme viel aus dieser Zeit mit“, sagt der 20-Jährige.

Besonders fasziniert habe ihn die Freude der Menschen und die Offenheit – „und das bei einem Volk, das aus europäischer Sicht nichts lebenswertes hat, wo es seit 40 Jahren durchweg nur Krieg gibt und wenig Aussichten auf Stabilisierung und Entwicklung.“ Viele Kongolesen lebten in Armut.

Das größte Statussymbol sei ein Fahrrad. „Was zählt, ist der Familienzusammenhalt.“Nach Feierabend wurde Karten gespielt und viel geredet. Zweimal in der Woche trainierte der Grasdorfer ein Fußballteam mit kongolesischen Jungs.

Wieder zurück in Deutschland muss sich Borkowski vor allem wieder daran gewöhnen, mit Uhr und Terminkalender zu leben. Mit DSL ins Internet, Musik hören im Radio – im Kong unmöglich. „Aber eine Postadresse hatten wir – und Post ist manchmal sogar angekommen.“

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

Im Visier des Finanzamtes: deutsche Rentner im... Hunderttausende von Rentnern, die im Ausland fern von der Heimat leben und eine deutsche Rente beziehen, bekommen unerwartete Post. Seit Mitte...
Zyklon "Thane" vernichtet Leben und zerstört... Ende Dezember 2011 wurden weite Teile Südindiens von einem schwerer Zyklon heimgesucht: Ein Sturm mit 150 km/h und sieben Meter hohe Wellen haben am...
Ein alter Pflug geht auf eine lange Reise -... Seit vierzehn Jahren sammeln Manfred Müller und Otto Lehmann vom DGB-Ortskartell Sehnde für den Verein "Arbeit und Dritte Welt e.V." in Hildesheim...