Rethener Feuerwehr übt den Ernstfall – anschließend noch ein echter Einsatz

  Laatzen: Rethen |

„Verpuffung in einer Scheune in der Thiestraße – drei Personen vermisst“ lautete das Stichwort, mit dem am Freitag, 18.07.2014, gegen 19:00 Uhr eine realistische Einsatzübung der Ortsfeuerwehr Rethen (Leine) begann.
„Zwei der Vermissten sind Kinder – starke Verqualmung“

wurde den anrückenden Feuerwehrleuten über Funk zusätzlich mit auf den Weg gegeben: Eile war geboten.
Der Angriffstrupp des Löschgruppenfahrzeugs, der sich bereits während der Anfahrt mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, ging denn auch zügig mit einem C-Rohr und einer Wärmebildkamera in die dunkle und mit Hilfe einer Nebelmaschine stark verqualmte Scheune vor. Unterstützung erfolgte wenige Augenblicke später durch einen zweiten Trupp unter schwerem Atemschutz. Dieser setzte ein weiteres C-Rohr ein. Keine leichte Aufgabe für die Retter, zumal deren Arbeit durch die hochsommerlichen Außentemperaturen von rund 30 Grad Celsius zusätzlich erschwert wurde. Für den Fall der Fälle stand deshalb vorschriftsgemäß ein dritter Trupp unter schwerem Atemschutz als Sicherheitstrupp bereit.
In dem Gebäude fanden sich mehrere Hindernisse: So versperrten beispielsweise dicht über dem Fußboden gespannte Stahlseile den vorrückenden Einsatzkräften den Weg. Routiniert meisterten die Trupps die Aufgabe und fanden – nicht zuletzt dank der Wärmebildkamera – zuerst einen Mann unter einem Trecker liegend und unmittelbar danach zwei Mädchen auf einem etwa 2,50 m höher gelegenen Heuboden vor.
„Alle vermissten Personen gefunden“ lautete die erleichternde Rückmeldung der Feuerwehrleute über Funk aus dem Gebäude. Der Mann und die beiden Kinder konnten rasch ins Freie gebracht und – simuliert – dem Rettungsdienst übergeben werden.
Etliche Zuschauer verfolgten das Geschehen in der während der gesamten Übung voll gesperrten Thiestraße mit großem Interesse.
Sie bekamen daher auch die andere große Herausforderung mit, vor der die Einsatzkräfte draußen standen, während drinnen die Menschenrettung und die Brandbekämpfung abliefen: Sämtliche Unterflurhydranten in der Umgebung der Einsatzstelle waren – natürlich nur simuliert – ausgefallen und damit funktionslos.
Zur Versorgung der beiden eingesetzten C-Rohre nutzten die Feuerwehrleute deshalb zunächst das in ihren beiden Großfahrzeugen mitgeführte Wasser. Zeitgleich wurde ein nahe der Einsatzstelle verlaufender Bach – die Bruchriede, auch als Beeke bekannt – mit Hilfe eines Steckleiterteils und einer Plane angestaut, um den nur etwa eine Handbreit niedrigen Wasserstand zu erhöhen. Jetzt konnte eine Saugleitung zu Wasser gebracht werden, über die eine Tragkraftspritze mit Wasser aus dem Bach versorgt wurde: So stand während des gesamten etwa anderthalbstündigen Einsatzes immer ausreichend Löschwasser zur Verfügung.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Kameradinnen und Kameraden“ lautete das Fazit von Rethens Stellvertretendem Ortsbrandmeister Thomas Blumberg, der die Übung zusammen mit Gruppenführer Marc Kluth ausgearbeitet hatte. Letzterer hatte sich auch als „Opfer“ zur Verfügung gestellt: „Ich war der Mann unter dem Trecker, und ich habe es meinen Leuten nicht leicht gemacht“ fügte Kluth mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ihr habt Eure Sache gut gemacht“.
Ihre hohe Einsatzbereitschaft konnten die Rethener Feuerwehrleute dann am späteren Abend nochmals unter Beweis stellen: Kaum hatten sie ihr Gerät nach der Übung wieder einsatzbereit gemacht und sich umgezogen, gaben die digitalen Meldeempfänger Alarm. Unter dem Einsatzstichwort „Rauchentwicklung im Gewerbegebiet Rethen-Nord“ fuhren die Helfer in die Stralsunder Straße. Aufmerksame Anwohner hatten hier einen brennenden Müllhaufen entdeckt, den die Rethener Feuerwehrleute mit der Schnellangriffseinrichtung des Tanklöschfahrzeugs schnell gelöscht hatten. Nach etwa 20 Minuten konnten die Helfer wieder einrücken.

Text: Thorsten Niedrig

Bilder: Marc Diekmann
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