Ein Leben für die Feuerwehr

Brandabschnittsleiter Eric Pahlke (vorn links) gratuliert Ulrich Fiddickow (vorn rechts) zu 50 Jahren aktiver Mitgliedschaft, dahinter v. l. n. r. Thomas Blumberg, Denis Schröder und Hartmut Hoffmann
 
Rethens Ortsbrandmeister Denis Schröder (am Pult) lässt Ulrich Fiddickows Laufbahn Revue passieren, neben ihm sein Stellvertreter Thomas Blumberg
Laatzen: Rethen |

Rethens ehemaliger Ortsbrandmeister Ulrich Fiddickow für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt


Auf eine 50 Jahre währende aktive Mitgliedschaft in der Ortsfeuerwehr Rethen/Leine konnte Rethens ehemaliger Ortsbrandmeister Ulrich Fiddickow am 10. Juni 2015 zurückblicken. Dafür wurde Fiddickow am vergangenen Freitag im Rahmen einer Feierstunde bei strahlendem Sonnenschein auf dem Platz vor dem Rethener Feuerwehrhaus geehrt.


Ortsbrandmeister Denis Schröder ließ diese lange aktive Zeit vor den zahlreichen angetretenen Rethener Feuerwehrleuten und ihren Gästen von den Partnerfeuerwehren aus Mersch (Großherzogtum Luxemburg) und Köln-Porz/Langel Revue passieren. Auch Rethens Ortsbürgermeisterin Helga Büschking, Brandabschnittsleiter Eric Pahlke, Laatzens Stadtbrandmeister Hartmut Hoffmann und sein Stellvertreter Dirk Kröger ließen es sich nicht nehmen, an der Ehrung teilzunehmen.

So erfuhren die Anwesenden, dass Fiddickow – damals elf Jahre alt – zu einer Zeit in die Freiwillige Feuerwehr eintrat, als vieles noch ganz anders war als heute. Das Gerätehaus war viel kleiner, und man besaß nur zwei Einsatzfahrzeuge. Doch die Jugendfeuerwehr, deren 27. Mitglied er damals wurde, war schon zu jener Zeit sehr aktiv. Fiddickow erwarb die Leistungsspange, nahm an Zeltlagern teil und wurde Anfang 1970 Mitglied der Einsatzabteilung. Dies ist er bis heute. In etlichen Lehrgängen qualifizierte sich das heutige „Urgestein“ der Rethener Feuerwehr immer weiter, so dass man ihm schon früh Verantwortung übertrug. Schriftführer bereits 1974, stellvertretender Gruppenführer – um nur einige Ämter zu nennen, die er stets mit Können und dem nötigen Ehrgeiz zum Wohle aller seiner Kameradinnen und Kameraden ausübte.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis ihn diese 1985 erstmals in die Funktion des Ortsbrandmeisters wählten. Zwar gab es in jener Zeit auch Querelen, die Anfang 1990 zum Rücktritt des gesamten Kommandos der Rethener Wehr führten. Doch Fiddickow war bereit, für das Amt des Schriftführers zu kandidieren, wurde gewählt und bekleidete dieses Amt bis 1998. Anschließend wurde er erneut in das Amt des Ortsbrandmeisters gewählt und füllte es zwei volle Amtszeiten mit Fleiß und der zuweilen notwendigen Hartnäckigkeit aus. Die Gründungen des Fördervereins der Ortsfeuerwehr Rethen/Leine und der Kinderfeuerwehr – der „Rethener Feuerwehrstrolche“ – erfolgten unter seiner Leitung. 2010 trat er nicht zur Wiederwahl an, um das Amt in jüngere Hände zu legen, wie er es sich gewünscht hatte. So wurde er wieder Schriftführer, diesmal aber im Stadtkommando der Laatzener Feuerwehr. In dieser Funktion, die er bis heute inne hat, nimmt er seit 2011 immer noch an allen Ortsbrandmeisterdienstbesprechungen und Stadtkommandositzungen teil – sage und schreibe insgesamt 40 Jahre Kommandoarbeit auf Orts- und Stadtebene! Hierfür wurde er bereits mit der Waldbranderinnerungsmedaille, der Ehrennadel in Gold der Ortsfeuerwehr Rethen/Leine und dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes geehrt.

Nun erhielt er aus den Händen von Brandabschnittsleiter Eric Pahlke die Ehrung für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft.

Doch nicht nur in Rethen und Laatzen hat Fiddickow seine Spuren hinterlassen: Bereits 1980 wurden auf der Messe „Interschutz“ in Hannover Partnerschaften geknüpft, von denen jene zu den Feuerwehren Köln-Porz/Langel und besonders zu Mersch (Großherzogtum Luxemburg) bis heute gepflegt werden. Mit den Luxemburgern verbindet die Rethener heute eine enge Freundschaft.

Im Rahmen der Feierstunde hatten die Luxemburger eine besondere Überraschung mitgebracht: Zur Freude aller Anwesenden erhielt Fiddickow aus den Händen des stellvertretenden Wehrleiters aus Mersch, Jean-Paul Wagener, die Ehrenmedaille des Luxemburger Landesfeuerwehrverbandes (Médaille de Membre d’Honneur) mit Krone – die höchste Auszeichnung, die die Brandschützer des Großherzogtums an Nicht-Luxemburger zu vergeben haben. Diese Ehre wird nur wenigen zuteil – Fiddickow ist nun einer von ihnen! Doch damit nicht genug – stellvertretend für seine Kameradinnen und Kameraden ernannte ihn Alain Hoffmann auf Lebenszeit zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Mersch. Wehrleiter Romain Becker heftete ihm die Goldene Medaille der Gemeinde Mersch an die Uniformjacke. Diese Auszeichnung erhielt auch Rethens Ortsbrandmeister Denis Schröder.

Anschließend würdigten Rethens Jugendfeuerwehrwart Stefan Hampel, Ortsbürgermeisterin Helga Büschking und Christoph Plum von der Feuerwehr Köln-Porz/Langel Ulrich Fiddickow in ihren Grußworten besonders herzlich und überreichten ihm Präsente.

„Ihr wart und seid für mich immer wie meine Familie“, bedankte sich der sichtlich gerührte Fiddickow bei allen Anwesenden und war – ganz ungewohnt – einen kurzen Moment sprachlos, fand aber sofort zu gewohnter Form zurück und übergab das Wort noch einmal an Brandabschnittsleiter Eric Pahlke. Dieser ehrte zum Abschluss der Feierstunde Irmtraud Matthaei für 25 aktive Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr, bevor sich ein langer Abend mit Speis und Trank bei zahlreichen Geschichten aus alter und neuer Zeit anschloss – wer so lange aktiver Feuerwehrmann ist, hat schließlich so manche Anekdote zu erzählen!

Text/Bilder: Thorsten Niedrig
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.06.2015 | 23:13  
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