112 Jahre Ortsfeuerwehr Rethen (Leine)

Rethens Ortsbrandmeister Denis Schröder begrüßt die Gäste im gut gefüllten Festzelt
 
Rethens Ortsbrandmeister Denis Schröder bei seinem Vortrag über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ortsfeuerwehr Rethen (Leine)
 
Laatzens Stadtbrandmeister Hartmut Hoffmann, sein Stellvertreter Dirk Kröger, Gerd Nolte, ehemaliger Brandabschnittsleiter, Brandabschnittsleiter Eric Pahlke und Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing (v. l. n. r.)
Laatzen: Rethen |

Erster Tag des Rethener Volks-, Schützen- und Feuerwehrfestes steht ganz im Zeichen der Brandschützer

Über ein volles Festzelt konnten sich die Schützengesellschaft Rethen (Leine) und die Rethener Feuerwehr am Freitag, 20. Juni 2014, freuen. Anlässlich des 112jährigen Bestehens der Ortsfeuerwehr Rethen (Leine) stand der erste Tag des traditionellen Volks- und Schützenfestes in Rethen dieses Jahr ganz im Zeichen der Brandschützer – und heißt in diesem Jahr ganz offiziell auch „Feuerwehrfest“.

Nach dem Einmarsch der Schützen und Feuerwehrleute in das Festzelt übergab denn auch der Sportleiter der Schützengesellschaft Rethen (Leine), Wolfgang Hampel, das „Kommando“ an Rethens Ortsbrandmeister Denis Schröder, der zahlreiche Gäste begrüßen konnte. Unter ihnen waren auch Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz, Rethens Ortsbürgermeisterin Helga Büschking, Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing, Brandabschnittsleiter Eric Pahlke, Laatzens Stadtbrandmeister Hartmut Hoffmann, Abordnungen von Rethens Partnerfeuerwehren aus Mersch/Luxemburg, Lemgo-Brake und Köln, Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Vereine – allen voran die Rethener Schützen – und Laatzens zukünftiger Bürgermeister Jürgen Köhne.

Schröder gab den Gästen in einem unterhaltsamen Vortrag interessante Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Rethener Feuerwehr.

Danach wurden mehrere Ehrungen vorgenommen:

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing und Laatzens Stadtbrandmeister Hartmut Hoffmann ehrten Hauptfeuerwehrmann Thomas Everling für 25jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr. Brandmeister Thomas Blumberg erhielt die Ehrennadel in Silber des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes.

Denis Schröder zeichnete die Leiterin der Rethener Kinderfeuerwehr („Feuerwehrstrolche“), Jessica Rotter, mit der Ehrennadel der Ortsfeuerwehr Rethen (Leine) in Silber aus. Rethens ehemaliger Ortsbrandmeister Wilhelm Schrader wurde für 65jährige Mitgliedschaft in der Rethener Feuerwehr geehrt. Erhard Duske erhielt eine Auszeichnung für sein jahrelanges – vor allem handwerkliches – Wirken zum Wohle der Rethener Feuerwehr – ein echtes „Heinzelmännchen“, wie Denis Schröder mit einem Augenzwinkern herausstellte. Horst Schattschneider wurde für 50jährige fördernde Mitgliedschaft geehrt und bedankte sich mit einer leuchtend roten Sparbüchse in Form eines Feuerwehrhelms.

Auch Beförderungen standen auf dem Programm:

Gruppenführer Marc Muntau wurde zum Oberlöschmeister ernannt. Gerätewart Jens Peerdeman trägt ab sofort den Dienstgrad „Erster Hauptfeuerwehrmann“.

Rethens ehemaliger Ortsbrandmeister Hartmut Lange übergab Ortsjugendfeuerwehrwart Stefan Hampel und der Leiterin der Rethener „Feuerwehrstrolche“, Jessica Rotter, einen Scheck über 680 Euro. Das Geld stammte aus einer Aktion aus der Vorwoche, bei der sich alle noch lebenden Orts- und Gemeindebrandmeister der Rethener Feuerwehr und Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz zusammen auf eine LKW-Waage gestellt hatten. Ein Euro je Kilogramm Gesamtgewicht – so ergaben sich stattliche 680 Euro als Spende für die Jugendarbeit! Zum Dank erhielt jeder der Herren ein Erinnerungsfoto.

In ihren Grußworten beglückwünschten auch die Gäste die Rethener Brandschützer. Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz stellte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehrleute heraus. Rethens Ortsbürgermeisterin Helga Büschking schloss sich dem an – zwei Stunden zuvor hatte sie bei der traditionellen Kranzniederlegung am Ehrenmal bereits eine Ansprache gehalten. Auch der Stellvertretende Leiter von Rethens Partnerfeuerwehr aus Mersch/Luxemburg, Jean-Paul Wagener, ließ es sich nicht nehmen, seine und die Glückwünsche seiner Kameradinnen und Kameraden in einem Grußwort zu überbringen. Wagener betonte die enge Verbundenheit mit den Rethenern, die sich über die Jahre zu einer wahren Freundschaft entwickelt hat. Hervorzuheben ist, dass die Luxemburger mit einer Abordnung in Rethen erschienen sind, obwohl an diesem Wochenende Luxemburgs Nationalfeiertag ist – ein Tag, an dem auch die dortigen Feuerwehren stark eingebunden sind. Ernesto Nebot Pomar, Mitglied des Rates der Stadt Laatzen, Elke Heinrich, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Rethener Vereine, Angelika Nakhla, Erste Vorsitzende des Rethener Volkschors und Peter Böhm vom Shantychor des Rethener Männerquartetts schlossen sich den guten Wünschen an. Der Shantychor hatte sich dabei etwas Besonders ausgedacht und gab eine Kostprobe seines Könnens auf der Bühne. Besonders die anwesenden Feuerwehrleute freuten sich darüber, dass auch die Feuerwehr in einem der Lieder besungen wurde!

Ein „Highlight“ war dann die Darbietung der Schützengesellschaft Rethen (Leine). Einige deren Mitglieder hatten sich eine besondere Showeinlage ausgedacht: Zu Marschmusikklängen marschierte die Gruppe auf die Tanzfläche ein und „exerzierte“ mit zunächst zusammengeklappten Regenschirmen in den Vereinsfarben Weiß und Grün. Die Akteure spannten die Schirme dann blitzschnell auf, zogen sich dahinter bunte Glitzerkostüme über die Schützenkleidung und tanzten vor den begeisterten Zuschauern zu Discoklängen eine Formation!

Die fetzigen Klänge animierten die Gäste, anschließend selbst das Tanzbein zu schwingen.

Auch die Rethener Feuerwehr zeigte im Verlauf des Abends ihr „Bühnentalent“. Die bereits auf dem Feuerwehrball im Februar 2014 aufgeführte Performance begeisterte einmal mehr die Anwesenden: Im eigens dafür abgedunkelten Festzelt traten die sieben schwarz gekleideten Feuerwehrleute im schummerigen Licht einer Schwarzlichtleuchte hinter ihre Trommeln und ließen ihre Drumsticks wirbeln. Als Spezialeffekte wurden die Drumsticks in immer neuen Formen aneinander gehalten: Die staunenden Zuschauer konnten „Fire“ und „Rethen“ lesen sowie ein Haus und das Rethener Wappen erkennen. Auch im Festzelt wurde – wie schon beim Feuerwehrball – sofort eine Zugabe gefordert. Zur Freude der Gäste wiederholten die Sieben ihre Performance auch an diesem Abend!

Von den heißen Rhythmen angespornt, füllte sich die Tanzfläche danach immer mehr. Es wurde eine lange Partynacht daraus! Die letzten Gäste wurden im Morgengrauen dann schon vom Zwitschern der Vögel begrüßt. Ein wahrhaft gelungener Auftakt des Volks-, Schützen- und Feuerwehrfestes Rethen 2014!

So verwundert es nicht, dass auch die folgenden Tage zu sprichwörtlich „tollen Tagen“ wurden. Übrigens hatten die Rethener Feuerwehrleute bereits im Vorfeld des Festes Treffsicherheit bewiesen: Sie konnten zum dritten Mal in Folge den Ortspokal im Schießen mit dem Luftgewehr erringen. Auch der zweite Platz in diesem unter den Vereinen Rethens ausgetragenen Wettbewerb ging an die Brandschützer, die so bei der Königsproklamation und den Ehrungen am Festsonnabend gleich mehrere Trophäen in Empfang nehmen konnten. Sie stellten mit Tobias Lemke, der einen 4-Teiler geschossen hatte, auch den besten Einzelschützen!

Selbstverständlich präsentierten sich die Schützen aus der Feuerwehr beim großen Festausmarsch am Festsonntag stolz in ihren Sieger-T-Shirts mit dem aufgedruckten Fazit „Der Adler ist gelandet“ – eine augenzwinkernde Anspielung auf den nun in das Eigentum der Feuerwehr übergegangenen Pokal in Form eines großen Adlers. Natürlich wurde der Pokal standesgemäß auf einem Bollerwagen in Feuerwehrauto-Optik im Umzug durch die Straßen Rethens gezogen.

Der Umzug zum Scheibenaufhängen am Festmontag führte daher auch am Feuerwehrhaus in der Braunschweiger Straße vorbei. Hier hatten sich die Rethener Feuerwehrleute etwas Besonderes ausgedacht: Eigens für ihre Freunde aus Mersch wurde eine kleine Zeremonie zum Nationalfeiertag Luxemburgs abgehalten! Nicht nur das Gerätehaus war festlich in den Farben Rot, Weiß und Blau – den Nationalfarben des Großherzogtums – geschmückt worden. Es wurde auch Luxemburgs Nationalhymne gespielt und dazu feierlich die Staatsflagge der Gäste gehisst – ein wahrhaft würdevoller Moment, der bei den Merschern große Freude auslöste!

Nach so tollen Tagen fiel der Abschied am Dienstag natürlich nicht leicht – aber man sieht sich ja schon bald in Luxemburg wieder: Beim Tag der Offenen Tür – oder besser gesagt: „Porte-Ouverte“, wie es bei den Freunden heißt – der Feuerwehr Mersch werden auch Rethener Feuerwehrleute mit von der Partie sein: Gelebte Freundschaft eben!

Text/Bilder: Thorsten Niedrig
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