Geschichte: Der ehemalige Grenzturm von Kühlungsborn

Der Grenzturmverein sorgte dafür, dass der Beobachtungsturm nicht abgerissen wurde, sondern auch künftig an die Grenzüberwachung durch die damalige DDR erinnert.

Kühlungsborn: Strandpromenade | An der Strandpromenade und ganz in der Nähe der Seebrücke von Kühlungsborn steht der ehemalige Ostseegrenzturm, von dem zu früheren DDR-Zeiten nicht nur Schiffsbewegungen beobachtet wurden, sondern vor allem die Menschen am Strand, um Fluchtversuche verhindern zu können. Denn seit dem Mauerbau um Westberlin am 13. August 1961 war die Ostsee ein wichtiges Schlupfloch in die Freiheit gewesen.
25 Grenzbeobachtungstürme standen einst an der DDR-Küste, nur zwei Türme sind als historische Fakten geblieben. Der Grenzturmverein und Einwohner Kühlungsborns bewahrten 1991 den Turm an der Strandpromenade vor dem Abriss und erhielten ihn als Denkmal. 2007 musste das Turmfundament vergrößert werden, um den Bau standsicher zu machen.
Entlang der Ostseeküste hatte die DDR ein 5 km breites Gebiet zur Grenzzone erklärt und besonders intensiv überwacht. 1972 war der Grenzturm BT 11 in Kühlungsborn errichtet worden. Von der 15 m hohen Kanzel konnten die Grenzer ein bis zu 12 Seemeilen weites Gebiet beobachten. Mit leistungsstarken Ferngläsern suchten sie das Wasser ständig ab, und mit Lichtbogenscheinwerfern konnten sie den Strand ausleuchten. Jede verdächtig erscheinende Bewegung musste per Funk oder Telefon an das Alarm- und Grenzmeldenetz weitergegeben werden.
Bewaffnete Postenpaare gingen mit Suchhunden Streife, beobachteten die Küste und das Wasser, und Hinterhaltsposten und Grenzhelfer lauerten in Unterständen und Gebüschen. In den 1970er und 1980er Jahren war das Grenzsicherungssystem so perfekt ausgebaut, dass die Zahlen der Fluchtversuche weiter zurückgingen.
Kühlungsborn war damals ein bevorzugter Platz für Fluchtversuche, weil die internationale Schifffahrtsroute nur 6 km und die Küste von Schleswig-Holstein nur 38 km entfernt waren.

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