Ein Wanderer: "Wie wird das Wetter heute?"
Der Schäfer: "So, wie ich es gerne habe."
"Woher wisst Ihr, dass das Wetter so sein wird, wie Ihr es liebt?"
"Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gerne möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme. Deshalb bin ich ganz sicher: das Wetter wird heute so sein, wie ich es mag."
Was immer geschieht,
an uns liegt es,
Glück oder Unglück darin zu sehen.
Autor: Anthony de Mello
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Das Wetter ist auch Stimmungsbarometer unserer Gemüts-
verfassung. Dass nach schönen Tagen auch mal weniger
schöne und nasse Tage kommen halte ich für wichtig. Wer
zuviel Erwartungen in den Alltag setzt, wird meistens stärker
enttäuscht, wenn die Erwartungen nicht in Erfüllung gehen.
Hier habe ich festgestellt, dass Menschen mit Beeinträchtigun-
gen am wenigsten Anforderungen stellen und daher auch
nicht so schnell aufgeben, als der Gesunde. So betrachte ich
das schlechte Wetter als eine Episode die jederzeit wieder-
kehren muss, damit wir uns auch an das schöne Wetter er-
innern und dann erfreuen wenn wir es am eigenen Leib
spüren dürfen.
Der Schäfer der das Wetter nimmt wie es ist, wäre bestimmt
auch ein guter Psychologe.!
Denn menschliche Freiheit kann nicht dadurch erwachsen, dass der Einzelne versucht, willkürlich und machtbewusst das künftige Geschehen zu bestimmen; wer in der aus Hybris hervortreibenden Willkür des "Kontrollieren-wollens" und der egozentrischen Dominanz eigener Präferenzen "Souveränität" sucht, zeigt, dass er sie nicht hat und nicht kennt; Freiheit ist ihm so fremd wie Gleichmut und Weisheit ...
Ein ansprechendes Motiv, das zeigt, das uns die "Idylle des Alltags" kaum dauerhaft möglich ist, aber eine Grundhaltung des Gleichmuts, die uns dem Leben und dem Sein näher bringt ...
Ich stimme dem Schäfer voll und ganz zu! Ich erinnere mich noch zu gut an die Breitach-Klamm, welche wir in strömenden Regen besucht haben. In Goretex wasserdicht verpackt staunten wir über die Synfonie des überall, von allen Seiten stürzenden und strömenden Wassers.
Auch übertragen liegt hier viel Weisheit in dieser Einstellung: aus unabänderbaren Situationen das Beste zu machen ist sicherlich besser als diese duch "hadern" noch ins Unerträgliche zu steigern - was natürlich nicht heisst, das man nicht versuchen soll an hausgemachten Unwettern etwas zu ändern :-).
Auf alle Fälle sehr schöne Anregeung zum Nachdenken (soll manchmal nützlich sein ;-).
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