Interview mit Krumbachs erstem Bürgermeister Hubert Fischer
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Herr Fischer, welche Ziele haben Sie in Ihrem Amt?
Grundsätzlich ist es mein erklärtes Ziel als Bürgermeister, dass „Krumbach voran kommt“. Dazu gehört, dass unsere Stadt wieder uneingeschränkt ihre Funktion als anerkanntes Mittelzentrum wahrnehmen kann - und auch überregional als solches wahrgenommen wird.
Deshalb ist es mir ein Anliegen, die drei wesentlichen Standbeine, die Krumbach vorzuweisen hat, weiter zu kräftigen:
• Die Bedeutung des Schul- und Behördenstandortes Krumbach zu stabilisieren.
• Dem Wirtschaftsstandort Krumbach zur Weiterentwicklung zu verhelfen, wobei es um größere Industriebetriebe im Gewerbegebiet ebenso geht, wie um mittelständische Handwerksunternehmen und die Lage des Einzelhandels in der Innenstadt. Hierbei halte ich ein aktuell erstelltes Gutachten zur Situation unseres Einzelhandels für eine gute Grundlage. Auch der neu gebildete Wirtschaftsrat, dem Stadträte aus allen Fraktionen angehören, arbeitet daran, gemeinsam gute Lösungen zur nachhaltigen Belebung der Innenstadt zu finden und umzusetzen.
• Zum dritten Standbein: Das ist der „Gesundheitsstandort“. Dabei geht es nicht ausschließlich um das Bemühen, „Kneippkurort“ zu werden, sondern allgemein um Gesundheit, um Tourismus und Wellness ebenso wie um Altenfürsorge – also den umfassenden sozialen Bereich.
Ich habe auf jeden Fall ein gutes Gefühl, dass sich in alle drei Richtungen etwas bewegen lässt – wenngleich alles seine Zeit braucht. Die Ziele werden wir gemeinsam erreichen, wenn es Bürgermeister und Stadtrat gelingt, die Krumbacher Mitbürgerinnen und Mitbürger für diese Vorhaben zu begeistern und sie auf diesem Weg „mitzunehmen“.
Gibt es irgendwelche Ideen, die Sie gerne verwirklichen würden, die momentan aber noch unrealisierbar sind?
Ich habe schon einige Ideen, von denen ich aber nicht unbedingt behaupten möchte, sie wären unrealisierbar. Mir schwebt vor, dass wir an unserem städtischen Kindergarten eine Art Kinderzentrum etablieren und - das hört sich momentan vielleicht noch etwas utopisch an - die Kinder-Krippe umbauen und um einen Anbau erweitern, um damit auch bauseits die Voraussetzungen verbessern, den zeitgemäßen Gesichtspunkten der Kindererziehung gerecht zu werden. Selbstverständlich wird das finanziell gesehen sehr aufwändig, aber mit der Förderung, die neuerdings für Kinderkrippen in Aussicht gestellt werden, könnte es möglich sein. Allerdings wäre dafür auch die Mithilfe der Bevölkerung durch Spenden nötig.
Welchen Beruf haben Sie ausgeübt, bevor Sie Bürgermeister wurden?
Ich habe nach meiner Krumbacher Schulzeit an der Fachhochschule München Vermessungswesen studiert und war anschließend als Vermessungsingenieur am Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach tätig.
Was hat Sie dazu bewogen, als Bürgermeister zu kandidieren?
Ich bin seit 1990 bei dem Verein „Junge Wähler / Offene Liste“ aktiv, weil ich mich für meine Heimatstadt einsetzen will. Genau aus diesem Grund habe ich mich auch entschlossen, bei der Wahl im Frühjahr 2008 als Bürgermeister zu kandidieren, wohl wissend, dass das Amt nicht ganz einfach werden würde. Da ich keiner Partei angehöre, bin ich vom Verein „Junge Wähler / Offene Liste“ bei meiner Bürgermeister-Kandidatur unterstützt worden.
Mit dem Amt als Bürgermeister steht man aber sozusagen über den Parteien. Ich glaube, dass ich zu allen Parteien und Wählergruppen gute Kontakte habe und dass sich die Beziehungen noch vertiefen werden.
Was ist in Ihren ersten 100 Tagen als Krumbachs Bürgermeister passiert?
Es sind manche Projekte zügig weiterzuführen und zum Abschluss zu bringen. Daneben gibt es Ideen und Vorstellungen, deren Verwirklichung in der Zukunft liegt.
Ich habe eingangs dieses Gesprächs auf einige besondere Ziele hingewiesen, die mir besonders am Herzen liegen. Hier habe ich die „Spur“ aufgenommen, beispielsweise entsprechende Grundstücksgeschäfte abgeschlossen, aber auch Fördermöglichkeiten ausgelotet, um finanzielle Hilfen oder staatliche Zuschüsse zu erhalten. Begleitend dazu halte ich es für sehr wichtig, persönliche Gespräche mit unseren Krumbacher Bürgern, mit Vereinigungen und Interessensgemeinschaften zu suchen, um damit die Grundlage zu erweitern, in den nächsten Jahren für die Stadt effizienter arbeiten zu können. Ich habe den festen Vorsatz, mit der Unterstützung von Stadtrat und der Krumbacher Bürgerschaft, Projekte, die Krumbach voranbringen, wirklich anzupacken und umzusetzen.
Wie gesagt, so etwas dauert immer seine Zeit, da ist es mit 100 Tagen nicht getan.
Gab es für Sie zu Beginn Ihrer Amtszeit Probleme, die Sie nicht erwartet hätten?
Eigentlich nicht. Ich habe das Amt so erwartet, wie es ist und habe es angenommen in dem Bewusstsein, was es beinhaltet. Zu den speziellen Herausforderungen gehört es, die Zeit für die wichtigen Aufgaben richtig zu nutzen. Manchmal ist es schon ein bisschen schwierig, Familie und Amt unter einen Hut zu bringen. Ich denke aber, wenn man sich etwas eingearbeitet hat und die Abläufe routinierter werden, spart man sich wieder etwas Zeit und hat Freiraum für mehr Dinge. In diesem Zusammenhang spreche ich den Beschäftigten der Stadtverwaltung ein ehrliches Lob aus: Ich bin als „Neuer“ im Rathaus von Anfang an sehr gut aufgenommen worden. Das war mir eine sehr große Hilfe.
Gibt es auch Beschwerden von den Krumbacher Bürgern? Worum geht es in diesen Beschwerden?
Natürlich gibt es immer auch Angelegenheiten, wo Bürger ihre Anliegen oder auch Beschwerden beim Bürgermeister vorbringen. In Briefen, Anrufen oder bei persönlichen Vorsprachen von Mitbürgerinnen und Mitbürgern (auch im Rahmen der „Bürgersprechstunde“ im Rathaus) geht es dabei meistens um Fragen zum örtlichen Baurecht, um Verkehrsangelegenheiten – oder auch um eigentlich ganz persönliche Probleme oder nachbarschaftliche Beziehungen.
Kann man bei solchen Problemen dann vielleicht auf der persönlichen Gesprächsebene von „Mensch zu Mensch“, und nicht zu sehr als Bürgermeister, etwas ausrichten?
Natürlich geht es darum, mit möglichst neutraler Einstellung zu vermitteln, wo dies erforderlich ist oder gewünscht wird. Wo ich helfen kann, tue ich das mir Mögliche gerne – und das eine oder andere Problem hat sich schon lösen lassen. Meine Mitarbeiter in der Stadtverwaltung und ich persönlich stehen jedenfalls gerne zum Gedankenaustausch oder der „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit Rat und Tat zu Verfügung.
Als Bürgermeister sind Sie zu vielen Festen eingeladen. Lässt sich das zeitlich mit der Familie vereinbaren?
Es ist natürlich schön, dass es in Krumbach so viele Veranstaltungen gibt, die einen Besuch wert sind. Allerdings sehe ich es – wie schon erwähnt - als meine wichtigste Aufgabe an, „die Stadt voran zu bringen“. Sie zu repräsentieren ist nur ein Teil dieser Aufgabe. Deswegen bitte ich auch um Verständnis, wenn ich vielleicht einen durchaus auch wichtigen Veranstaltungstermin absagen muss, wenn einfach die Zeit dafür nicht reicht.
Mit meiner Familie Zeit zu verbringen und auch meinen Pflichten als Familienvater nach zu kommen – das war und ist mir sehr wichtig. Nur wenn ich in dieser Stadt auch die Zeit habe zu leben, weiß ich, was noch getan werden könnte, um die Wohn- und Lebensqualität für alle Bürger Krumbachs zu verbessern.
Zum Schluss noch ein paar persönliche Fragen:
Wie groß ist Ihre Familie?
Zu meiner Familie gehören meine Frau Brigitte und meine zwei Kinder Markus (4 Jahre alt) und die 2-jährige Stefanie.
Wo verbringen Sie Ihren Urlaub?
Dieses Jahr waren wir gemeinsam auf Mallorca. Für nächstes Jahr planen wir eine Fahrt in die Berge.
Sind Sie aktiv in Vereinen tätig?
Ja, ich arbeite seit Jahren aktiv im Krumbacher Heimatverein mit. Dabei organisiere ich zusammen mit meiner Frau Mehrtagesfahrten und Wanderungen; darüber hinaus bin ich im Beirat dieses Vereins tätig. Außerdem bin ich auch im musikalisch Bereich aktiv und spiele mit Begeisterung in einer „Stubenmusik“.
Haben Sie Hobbies?
Früher war ein großes Hobby „Fernreisen“. Auch Musik, Lesen, Schwimmen und Bergwandern sind Freizeitbeschäftigungen, denen ich (in eben meiner Freizeit) gerne nachkomme. Ich wünsche, dass ich auch meine Kinder, wenn sie ein bisschen größer sind, zum Bergwandern begeistern kann...
Haben Sie Vorbilder?
Mit Vorbildern tue ich mir ein bisschen schwer. Es gibt viele Menschen die ich für bestimmte Dinge bewundere. Ein politisches Vorbild ist der ehemalige Bundespräsident Weizsäcker, weil er es verstanden hat, verschiedene politische Gruppierungen zusammenzufassen. Allgemein habe ich eine hohe Achtung vor Personen mit einer integeren Lebensführung.
Was würden Sie machen, wenn Sie unbegrenzt Geld und Zeit hätten?
Das ist für mich fast nicht vorstellbar. Aber viel würde ich an meinem Leben nicht viel ändern wollen. Ich habe ein Haus, eine gesunde und glückliche Familie und einen interessanten Beruf.
Haben Sie ein Lebensmotto?
Jeder Tag bringt etwas Neues. Ich versuche einfach, das Beste daraus zu machen.
Wie kann man mit Ihnen Kontakt aufnehmen?
Ganz einfach: Es genügt ein Anruf in meinem Vorzimmer oder schreibt eine E-Mail an vorzimmer@stadt.krumbach.de. Die Nachrichten werden dann direkt an mich weitergeleitet. Hier können auch persönliche Besprechungstermine vereinbart werden. Daneben können Krumbacher Mitbürgerinnen und Mitbürger bei der monatlich abgehaltenen „Bürger-Sprechstunde“ bei mir im Rathaus vorbeischauen.




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