8000 Menschen rufen in Günzburg ABSCHALTEN

 

Es wurden zur Demo "Deine Stimme gegen Atomkraft - vor 25 Jahren Tschernobyl - heute Fukushima - und morgen?" ca. 5000 Personen erwartet. Dies wäre schon die größte Veranstaltung gewesen die es so dort je gegeben hätte. Nun waren es sogar 8000 Menschen die den übervollen Marktplatz bevölkerten.

Die Ereignisse in Fukushima haben weltweit zu einer neuen Diskussion über die Atomenergie geführt. Es darf nun eines nicht passieren: Dass die Atomlobby wie vor 25 Jahren auf Kosten der Menschheit die Oberhand behält. Wir müssen jetzt und in den nächsten Monaten immer wieder klar machen:

Wir wollen, dass die Atomkraftwerke rasch und endgültig abgeschaltet werden, endlich ein wirksames Energieeffizienzgesetz verabschiedet und die Nutzung der erneuerbaren Energien voran getrieben wird!

Zahlreiche Studien belegen, dass dies möglich ist, ohne den Klimaschutz zu vernachlässigen. Wir müssen es nur wollen – Politik wie Bevölkerung.

Bund Naturschutz, das Forum gegen das Zwischenlager, Freie Wähler, Grüne, Linke, ÖDP, Piratenpartei, SPD und DGB machten gemeinsam mobil. Vom Bahnhof führte der Protestzug über die Dillinger Straße zum Marktplatz. Dort erfolgte eine große Kundgebung.

Pfiffe und Buh-Rufe kassierte der stellvertretende Günzburger Bürgermeister der mit seiner zu langsfristigen Ausstiegsplanung der Gemeinde die Menge in Rage brachte.

Lautstark skandieren die Atomkraftgegner die Forderung „abschalten“. Und wie im Chor folgt aus tausenden Kehlen ein „Jetzt“. Der Hauptredner vom
Forum gegen das Zwischenlager wurde ständig von tosendem Applaus und "Abschalten"-Rufen unterbrochen.
In Schwaben bedroht uns Deutschlands größtes AKW!
Zwischen Ulm und Augsburg läuft in Gundremmingen das größte Atomkraftwerk unseres Landes. Es besteht aus den zwei letzten in Deutschland betriebenen Siedewasserreaktoren. Dieser auch in Fukushima gebaute Typ hat nur einen Hauptkreislauf. Das gefährliche Abklingbecken ist außerhalb des Sicherheitsbehälters. Bayerns Regierung hat dem AKW 1994 sogar erlaubt, das bis zu 300 der insgesamt 784 Spaltelemente ("Brennelemente") eines Reaktors vom besonders plutoniumhaltigen MOX-Typ sein dürfen. Das war bei Siedewasserreaktoren eine Weltpremiere. Gundremmingen ist jetzt zudem der letzte Standort in Deutschland, an dem gar zwei Atommeiler laufen. Seit dem Jahr 2006 wird in Gundremmingen auch noch Castor für Castor Deutschlands größtes Atommüll-Lager aufgebaut. Ende 2010 standen dort 31 Castoren. In jedem einzelnen etwa so viel langdauernde Radioaktivität, wie in Tschernobyl insgesamt frei gesetzt wurde. In den zwei "Abklingbecken" befinden sich jeweils über 2000 verbrauchte und extrem strahlende Spaltelemente. So lagert heute schon in Gundremmingen viel mehr Atommüll als an jedem anderen Ort Deutschlands.

Wir fordern:
1. Atomkraftwerke abschalten, endlich ein wirksames Energieeffizienzgesetz verabschieden. Windkraft- wie Solaranlagen weiter vernünftig ausbauen!

2. In Deutschland nach wissenschaftlichen Kriterien ernsthaft den best geeigneten Ort für ein unterirdisches Endlager transparent und demokratisch suchen.

Die Veranstaltung verlief vollkommen friedlich und dürfte einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 20.05.2011
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