Kolpingsfamilie Krumbach; Impuls der KW 2

Kolpings-Familie Krumbach/Schwaben

11.01.2010
Ottmar Dillenburg | Köln
Taufe des Herrn
Dieses erste öffentliche Auftreten Jesu – die Taufe im Jordan - beeindruckt mich.
Da stellt sich Gottes Sohn in eine Reihe mit den Menschen, mit uns fehlerhaften, begrenzten und oft genug peinlichen Menschen. Der Evangelist will uns damit etwas sagen, nämlich:
So ist Gott. Das ist seine Art, der Welt gerecht zu werden, dieser Welt, die er erschaffen hat und die er liebt.
So ist Gottes Art, in diese Welt einzugreifen, indem er mit uns den Weg geht, unsere Sorgen und Nöte mitträgt.

Er ist kein Gott, der fern in den Wolken thront, sondern ein Gott, der etwas zu tun haben will mit den Menschen, sich mit ihnen solidarisiert.
Dieses Vorbild will er uns zeigen und fordert uns damit auf ähnlich zu leben.
Blicken wir auf die Welt, so wie sie heute ist, so können wir sicher eine andere Tendenz nicht leugnen: Menschen ziehen sich mehr und mehr auf sich selbst und die eigenen Sorgen zurück. sind unfähig, sich in die Haut anderer hineinzuversetzen oder die großen Probleme der Welt zu erkennen – Entsolidarisierung nennt man dies. Das Verdrängen und Wegschauen wird schnell zum Programm.
Wie sieht es aus in Sachen Klima, gerade nach dem Klimagipfel in Kopenhagen? Nicht Wegschauen – Engagement und Mut zum Handeln sind angesagt.
Wie sieht es aus mit der Kinderarmut in der Einen Welt oder in unserem so reichen Land? Nicht Wegschauen – die Analyse der verschiedenen Problemlagen und Mut zum Handeln sind angesagt.
Wie sieht es aus mit jungen Menschen, die in Ängsten verstrickt sich nicht mehr in die Schule trauen? Nicht erst seit dem tragischen Beispiel des Fußballspielers Robert Enke ist klar: Nicht Wegschauen – Mut zum Handeln und zum offenen Gespräch über die Probleme sind angesagt.

Nur einige wenige Probleme, die zeigen: Nach wie vor ist es an der Zeit, dass wir Christen uns einreihen in die Schlange der Menschen, insbesondere derer, die klein und unterdrückt voll Sorgen und Nöten sind, und mit ihnen solidarisch Hoffnungszeichen setzen für sie und für die Menschen in dieser Welt. Ich bin davon überzeugt, dass diese Zeichen der Solidarität ausstrahlen und auch andere ermutigen, selbst zu handeln und ihren Teil beizutragen. Auf dass wir gemeinsam und gestärkt unseren Weg voll Gottvertrauen weitergehen: „Wenn viele Menschen viele kleine Schritte gehen, dann kann sich das Gesicht der Erde wandeln…“


Ottmar Dillenburg
Bundespräses

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