Der ländliche Raum bietet Potential: Zukünftiges Leben und Wohnen auf dem Land
Wie sieht das Leben auf dem Land in 40 Jahren aus? Vor welchen Herausforderungen steht die ländliche Bevölkerung Experten zufolge? Und wie lassen sich die Probleme lösen, die durch veränderte Lebensbedingungen entstehen?
Die Schule für Dorf- und Landentwicklung hat im Rahmen eines Seminars dazu Antworten gegeben und mögliche Maßnahmen anhand von Referenzbeispielen vorgestellt. „Auf dem Land vollziehen sich derzeit komplexe Veränderungsprozesse, an denen die Kommunalentwicklung ausgerichtet werden muss“, so Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin der Einrichtung.
Zukunftsszenario
Im Jahre 2050 wird das Verhältnis von Jung zu Alt 2:1 betragen, heute stellen alte Menschen einen Anteil von gerade einmal einem Sechstel der Bevölkerung. Versorgungslücken im ländlichen Raum werden sich verschärfen, die Infrastruktur droht zusammenzubrechen und wertvolle Immobilien könnten verfallen. Hinzu kommt ein deutlich erhöhter Pflege- und Betreuungsbedarf alter Menschen.
Barrierefreiheit berücksichtigen
Gemeinden sollten deshalb beginnen, Leerstandsmanagement zu betreiben, so Architekt Uwe Gutjahr. Dadurch werden Ortzentren wieder belebt, Abwanderung wird verhindert und leerstehende Bausubstanzen umgenutzt. Vor allem beim barrierefreien Bauen sieht er den ländlichen Raum im Vorteil, denn die dafür notwendigen großen Flächen stehen nur auf dem Land zur Verfügung. Schon jetzt sollte beim Haus- und Wohnungsbau verstärkt auf die Bedürfnisse unserer alternden Gesellschaft geachtet werden.
Innovative Wohn- und Betreuungskonzepte
Um Menschen auch im Alter ein Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen, gibt es bereits eine Reihe unterschiedlicher Wohn- und Betreuungskonzepte. Neben dem „Betreuten Wohnen“, dem bekanntesten Wohnkonzept, das jedoch keine einheitlichen Standards garantiert, sind in den vergangen Jahren eine Reihe neuer Modelle entstanden. Dazu gehören das „Wohnen zu Hause“, die „Ambulanten Hausgemeinschaften“ oder das „Generationenübergreifende Wohnen“ – Konzepte, die sich auch in kleinen Gemeinden gut realisieren lassen.
Voraussetzung ist stets das ehrenamtliche Engagement der Gemeindemitglieder – Tugenden, die in ländlichen Regionen noch selbstverständlich sind. Erst wenn genügend Mut und Ausdauer vorhanden ist, um neue Wege zu beschreiten, zeigt sich, wie viel Potential in den ländlichen Räumen tatsächlich steckt. Zwei gelungene Projekte für generationenübergreifendes Wohnen aus den Gemeinden Oberhausen, Landkreis Neuburg Schrobenhausen und Langenfeld, Landreis Neustadt . d. Aisch-Bad-Windsheim sind motivierende Beispiele dafür, wie Gemeinden ihre zukünftigen Herausforderungen meistern können.




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