Ligurien (12) - Von Camogli nach San Fruttuoso

Blick hinauf zu den ersten 220 Höhenmeter
 




Steilabfälle über dem Meer





Unser ursprüngliches Wanderziel war nicht nur bis San Fruttuoso, sondern weiter bis nach Portofino, da wir aber spät dran waren, planten wir um und unser Ziel war dann zu Fuß bis San Fruttuoso und dann mit dem Schiff zurück. Das letzte Schiff sollte um halb sechs abends gehen, also hatten wir genügend Zeit, und unsere Wanderung dauerte anstatt den vorhergesagten 3 Stunden, fast 4 Stunden.





In Camogli folgten wir dem Wanderweg mit den zwei roten Punkten und dem Wegweiser nach San Rocco. Die 45 Minuten hinauf nach San Rocco sind schweißtreibend, denn es sind 220m zu überwinden. Es geht vorbei an Steinmäuerchen, Olivenhainen, kleinen Gärten und Landhäusern. In San Rocco könnte man schon das erste mal einkehren.

Wir kaufen uns eine kühle Cola, und halten uns einige Zeit mit nicht englisch sprechenden Einheimischen auf, von denen wir wissen wollen, ob das Wetter so bleibt, denn es nieselt stark und der Wind ist sehr kalt. Sollte die Strecke nass sein, bräuchten wir jetzt gar nicht weiter zu laufen, denn sie wäre dann zu gefährlich.

Nach Hängen und Würgen und viel Geduld der lieben Italiener, kommen wir dahinter, das es in 30min. mit dem Wetterspektakel zu Ende sein wird, denn dieser Wetterumschwung wird von einem Orkan verursacht, der bald wieder abziehen wird, und dann wartet auf uns die übliche Hitze.





Also machen wir uns auf ins Abenteuer, denn schon einige Einheimische haben uns vor dem Weg gewarnt, er sei zu gefährlich. Wir werden während der Route sehr wohl an viele Stellen kommen, an dem ein gutes Festhalten, eine sichere Trittfestigkeit und Besonnenheit und Vorsicht geboten sind. Jedoch „gefährlich“ wollen wir die Strecke nicht nennen, allerdings sehr anstrengend.

Weite Blicke aufs Meer, die Berge im Hinterland, Camogli und wäre das Wetter besser gewesen auch auf Genua belohnen uns für die Anstrengung ab jetzt den ganzen Weg lang.

Unsere Strecke geht nicht wie gewöhnlich über das Hinterland, sondern hinter der Kirche von San Rocco rechts (anstatt links) in Richtung Batterie, Via Mortola, Punta Chiappa.

Zunächst geht es auf einem relativ ebenen Weg eine viertel Stunde bis zum Weiler Mortola, hier findet kurz nach der Ortschaft bei einer Brücke sich eine Quelle, an der Trinkwasser geholt werden könnte, wenn sie wie bei uns nicht gerade versiegt ist, aber wir haben sowieso genügend zum Trinken dabei und weiter geht es auf angenehmem Weg bis zur Batterie. Nun haben wir laut Reiseführer 1 Std und 15 min. zurückgelegt.






Angelangt an der Batterie (Bunker aus dem zweiten Weltkrieg) beginnt der schwierigste, anstrengendste aber landschaftlich aufregendste Teil unserer Wanderung. Ab jetzt können wir zwei Stunden lang durchgehend das Meer, die Küste und das Hinterland betrachten.

Der ausgesetzte, streckenweise mit Eisenketten gesicherte Pfad führt über Felsen und durch Macchialandschaft im ständigen Auf und Ab über dem Meer. Am untersten Punkt in Mitten der Wanderung sind wir wieder weit unter 100 Höhenmeter und müssen vor unserem Abstieg nach San Fruttuoso wieder auf die vorherigen 220 m hinauf.






Nun angelangt beim Kloster San Fruttuoso verlangt es uns nach nichts mehr als einem Kühlen Glas und dem Schiff der uns zum sicheren Hafen in Camogli zurückbringen soll. Und nun kommt der Schock für die Kids. Es heißt zu Fuß zurück, denn scheinbar wurde der Fahrplan der Schiff bereits auf nachsommerlich und wenig Tourismus umgestellt, und das letzte Schiff das uns zurückgeführt hätte, war bereits um halb fünf gestartet.





Wir versuchen an ein Privatboot zu kommen, denn auch zwei andere Touristen wollten sich nicht der Gefahr gegenüberstellen und vielleicht bei der Rückwanderung in die Nacht zukommen. Doch es gab kein Entrinnen. Es hieß 550m in die Höhe und so schnell wie möglich zurück. Über das Hinterland, was mit der Wanderung über den Klippen nicht zu vergleichen ist, denn eigentlich ist es dann nur eine sehr anstrengende aber ganz sichere Waldwanderung. Wir haben es geschafft noch vor der Dunkelheit in San Rocco anzukommen, die restlichen 220 Höhenmeter von dort nach Camogli waren dann nur noch ein Katzensprung unter den Weglaternen.





Gott sei Dank wir hatten es geschafft. 2 Std 15 min hatten wir gebraucht, von den üblichen 3 Stunden die für diese schweißtreibende Tour veranschlagt werden. Viel mehr hätten wir nicht benörigen dürfen, sonst hätten wir am Berg übernachten müssen.

Übersichtskarte:
http://maps.google.de/maps?f=d&saddr=camogli&daddr...


Info Camogli:
http://www.urlaub-ligurien.de/RivieradiLevante/Cam...

Info San Fruttuoso:
http://www.urlaub-ligurien.de/RivieradiLevante/San...

Info Portofino:
http://www.urlaub-ligurien.de/RivieradiLevante/Por...

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3 Kommentare zum Beitrag
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Dagmar Goßner aus Krumbach am 22.09.2008 um 15:10 Uhr  
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Petra Pschunder aus Langenhagen am 22.09.2008 um 18:53 Uhr  
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Dagmar Goßner aus Krumbach am 23.09.2008 um 08:41 Uhr  
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