Landkreis ebnet Weg für neue FOS/BOS in Krumbach

Staatliche Fach- und Berufsoberschule Krumbach (Eingangssituation von der Bahnhofstraße, mit Blick auf die Erweiterung von 1957)
Krumbach (Schwaben): Staatl. Fachoberschule | Das hatte Dr. Elvira Seibold wohl selbst nicht erwartet, als Sie vor etwas über einem Jahr die Leitung der Beruflichen Oberschule Krumbach, bestehend aus Fachoberschule und Berufsoberschule, zum Schuljahresbeginn 2014/2015 übernahm. Der Kreistag will in seiner letzten Sitzung des Jahres am kommenden Montag den Weg für die Errichtung eines neuen Schulgebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft zur Berufsschule ebnen.

Vorangegangen waren umfangreiche Untersuchungen und Überlegungen der Kreisverwaltung, ob und in welchem Maße an dem bestehenden Standort ein zeitgemäßes Schulhaus entwickelt werden kann. Dr. Seibold hatte im Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Landkreises vor einem Jahr unter anderem ein modernes Gebäude für die Steigerung der Attraktivität des Standortes in Krumbach vorausgesetzt.

Eine vor diesem Hintergrund erstellte Machbarkeitsstudie brachte jedoch das Ergebnis, dass die Möglichkeiten am aktuellen Standort begrenzt und die Anforderungen an eine zeitgemäße FOS/BOS teilweise nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu realisieren sind. Die räumlichen, häufig nicht funktionalen Zuschnitte einerseits, baurechtliche und baufachliche Beschränkungen sowie schützenswerte Interessen im Zusammenhang mit dem Ensemble der benachbarten Kirche und des Schlosses andererseits, führten zur Alternativlösung in Form eines Ersatzneubaus.

Konkreter wurde diese Lösung als die Stadt Krumbach dem Landkreis ein Angebot für ein Grundstück an der Lichtensteinstraße neben der Berufsschule in Krumbach unterbreitete. Im Gegenzug soll der Landkreis nach Ende der Nutzung das bestehende FOS/BOS-Gebäude der Stadt überlassen. Landrat Hubert Hafner und die Mitglieder des Kreistages sehen nach Klärung der Rahmenbedingungen für den Grundstückstausch in dem jetzt angestrebten Vorhaben die Basis für sehr gute Entwicklungsperspektiven zugunsten der Schule. „Ich freue mich, dass die Voraussetzungen für eine attraktivere FOS/BOS und eine Bereicherung des Schulstandortes Krumbach geschaffen werden“, so Hafner. Der neue Standort bietet nicht nur die Chance, die räumlichen Anforderungen an eine moderne FOS/BOS zu realisieren, sondern bringt mit der Nähe zum Bahnhof und zur Berufsschule sowie aufgrund besserer Parkmöglichkeiten für Schüler und Lehrer weitere Vorteile. Denkbar wäre unter anderem die Intensivierung von Kooperationsmöglichkeiten mit der Berufsschule aufgrund der räumlichen Nähe. Nicht zuletzt ist vorgesehen, nach Umzug der FOS/BOS in das neue Gebäude, die bestehenden Räumlichkeiten am alten Standort während der Generalsanierung des Schulzentrums für die Realschule und die Mittelschule als Interimslösung zu nutzen. Hier können sich sowohl Landkreis als auch Stadt hohe Kosten für die Auslagerung des Unterrichts in provisorische Unterrichtscontainer sparen.

Die voraussichtlichen Kosten für einen Neubau der FOS/BOS können zum aktuellen Zeitpunkt nur grob geschätzt werden, da sie davon abhängig sind, welche Anforderungen und Standards tatsächlich umgesetzt werden. Sie werden zunächst mit rd. 10 Mio. Euro veranschlagt.

Das Neubauprojekt kann allerdings erst dann umgesetzt werden, wenn die Regierung von Schwaben grundsätzlich grünes Licht für eine staatliche Förderung erteilt. Erst danach kann ein Planer beauftragt und im Anschluss ein Förderantrag eingereicht werden.

Selbst wenn alle Hürden ohne Probleme gemeistert werden, ist frühestens im Laufe des Jahres 2017 mit einem Baubeginn zu rechnen. Auch wenn Dr. Elvira Seibold und ihr Kollegium sich noch etwas in Geduld üben müssen, bis die ersten Schüler in der neuen FOS/BOS unterrichtet werden können, darf die Schulleiterin doch darauf bauen, dass eine tragende Säule ihres Schulentwicklungskonzeptes bald in die Realität umgesetzt wird.

Informationen zur geschichtlichen Entwicklung der Staatlichen Fachoberschule in Krumbach

Die Fachoberschulen sind im Jahr 1969 aufgrund einer Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz entstanden. Aufbauend auf einem mittleren Schulabschluss sollten sie die Vorkenntnisse in den allgemeinbildenden Fächern auf den Stand der 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums anheben. In der Schulart sollten Praktika integriert werden, was von den Vertretern der Polytechnika (spätere Fachhochschulen und Technische Hochschulen) und der Wirtschaftsverbände gefordert wurde. Damit entstand eine Schulart, die größten Praxisbezug herstellt. 1971 genehmigte das Staatsministerium die Errichtung einer Fachoberschule im Altlandkreis Krumbach mit den Ausbildungsrichtungen Technik-Wirtschaft, Verwaltung, Rechtspflege-Sozialwesen in Krumbach. Mit der Gebietsreform im Jahr 1972 wechselte die Trägerschaft der eingerichteten Fachoberschule auf den neu entstanden Landkreis Günzburg. Bis 1978 war die neue Schulart in den Räumlichkeiten der Landwirtschaftsschule untergebracht, wo aus Platzmangel eine Pavillonanlage aufgebaut werden musste. Im Jahr 1976 erwarb der Landkreis Günzburg von der Stadt Krumbach das durch den Neubau des Schulzentrums frei gewordene Gebäude der (Ober-)Realschule (in der Bahnhofsstraße). Das Gebäude, das bezogen wurde, war vor der Nutzung durch die (Ober-) Realschule zunächst Volksschule und ist durch eine Erweiterung in den Jahren 1957 und 1958 in den heutigen Zustand versetzt worden, um der damaligen Oberrealschule die nötigen Flächen zu verschaffen. Der sogenannte Altbau des Schulhauses beherbergte ursprünglich die Volksschule und ist um 1900 errichtet worden. Zwischenzeitlich ist die Fach- und Berufsoberschule (FOS / BOS) mit ihrem Unterricht im Stadtgebiet verteilt. Der Sportunterricht wird im Schulzentrum abgehalten, der fachpraktische Unterricht der Techniker findet in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mittelschwäbischen Zentralwerkstatt im Erwin-Bosch-Ring statt.
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