20 Jahre – Alte – Neue Bundesländer – ein Deutschland

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Wie doch die Zeit vergeht, vor nahezu 20 Jahren fiel die Mauer zwischen BRD und DDR, ein freudiges Ereignis auf beiden Seiten. Hundert – Markscheine gingen weg wie warme Semmel, das Begrüßungsgeld für die neuen Bürger. Die Befreiung der Ostdeutschen soll als Heldentat für die Westdeutschen in die Geschichte eingehen. Freiheit für Bürger eines deutschen Staates die vierzig Jahre davor durch den Mauerbau für immer und ewig getrennt werden sollten. Und die marode DDR würde man aus der Portokasse wieder auf die Beine stellen.

Wer vor rund 20 Jahren, nach dem Mauerfall in die neuen Bundesländer, in die großen wie kleinen Städte kam oder über Land fuhr wurde in eine für den Westen längst vergessene Welt zurück versetzt. Bundesstraßen, im Westen waren Feldwege besser ausgebaut, Häuser, als wäre die Zeit nach dem Kriege stehen geblieben. Aber auch die Technik war jene wie in den 60iger Jahren. Unvorstellbar, wie groß war denn unsere Portokasse im Westen damals? Konnte dieses Land so billig auf Vordermann gebracht werden?

Was für den Normalbürger unvorstellbar war, ging auf der politischen Bühne ganz einfach, so hatte es den Anschein. Man sah eine enorm wachsende Industrie, ein gesamte Deutschland wird zum erneuten Wirtschaftswunder und zur Nummer eins. Doch die Portokasse des Staates sollte dann doch nicht ausreichen, also warum nicht auch auf die Portokasse der Bürger zurückgreifen und aus Solidarität für ein paar Jahre einen kleinen Bonus beisteuern lassen? Denn das wieder vereinte Deutschland sollte dies jedem einzelnen schon wert sein.

Die Gelder flossen reichlich Richtung Ost, Die Konjunktur florierte und der Straßenbau ging schneller voran als man je dachte. Schon nach wenigen Jahren waren die westdeutschen Bundesstraßen gegenüber jene der neuen Bundesländer Feldwege. In manchen Regionen wurden mehr Gelder rein gebuttert als verbraucht werden konnte. Die Technik wurde auf den allerneuesten Stand gebracht und die Lieferzeiten waren enorm wenn man zu jener Zeit eine neue Telefonanlage benötigte. Man sah es, es wurde investiert und es wurde etwas getan. Und letzten Endes waren die buchstäblich die neuen Bundesländer.

Inzwischen 20 Jahre vergangen, doch zwischen Ost und West sind Unterschiede geblieben, nur in umgekehrter Form. Während immer noch der Soli für den Osten, die neuen Bundesländer gezahlt wird, kommen die alten Bundesländer immer mehr auf dem Zahnfleisch daher. In Westdeutschland sind nun auch buchstäblich die Alten Bundesländer, die nun in den letzten 20 Jahren fast brach gelegen sind und die Kommunen und Städte nicht mal mehr die Mittel besitzen ihre öffentlichen Gebäude und Ausbildungsstätten, Schulen und Freizeiteinrichtungen auf Vordermann zu bringen. Doch die Gelder gehen weiter nach Osten, dort wird weiter aufgebaut, ja vielleicht sogar vergoldet, während im Westen alles zu rosten beginnt.

Möglich das dies nun nochmals 20 Jahre dauern wird und der Soli für den Aufbau Ost verwendet wird, bis man dann aus Solidarität einsieht, der Westen ist ja 40 Jahre zurück, und dann gibt es vielleicht ein neues Konjunkturpaket und der Soli wird für den Aufbau West hergenommen. Ob man dies dann auch noch aus der Portokasse finanzieren kann? Vielleicht sollte nach 20 Jahren wieder mehr Gesamtdeutsch gedacht werden und die Gelder nicht dort investieren wo schon alles vergoldet ist, sondern den anderen Teil vom weiteren Rostfraß schützen und anfangen es wenigsten zu versilbern, oder wie lange soll das vereinigte große Deutschland noch von neuen und alten Bundesländer existieren......................

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Else Siegel aus Krumbach am 30.10.2009 um 01:11 Uhr  
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