Ein Leben für die Feuerwehr
„Die eigene Sicherheit ist das ‚A‘ und ‚O‘ eines Feuerwehrmannes. Das lernen wir zuerst“, eröffnet Johann Michler. Er ist 38 Jahre aktives Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr in Winzer, Gemeinde Aletshausen.
Aus der Kommandant- und Vorstandschaft hat Johann sich vor kurzem verabschiedet. „Meine aktive Zeit ist allerdings noch nicht zu Ende“ erklärt Johann.
Für die Zukunft wünschenswert wäre weiterhin so eine aktive Feuerwehr. „Nicht zu kurz kommen“ soll das Vereinsleben.
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Eigentlich sind die ganzen Familienmitglieder ‚Feuerwehrler‘. Nicht nur sein Vater ist ursprünglich als Gruppenführer in der Feuerwehr gewesen, nein auch seine Frau Marianne kümmert sich um Vereinsangelegenheiten. Und Ihr 20-jähriger Sohn „Benny“ ist bereits seit sieben Jahren involviert. „Von Anfang an hat er über all dabei sein müssen“, lacht er stolz.
„Ich konnte erst mit 20 Jahren zur Feuerwehr gehen, da ich auswärtig gearbeitet habe“, erklärt Johann seinen späten Eintritt zur Feuerwehr, denn früher war es üblich mit 18 Jahren einzutreten. Und warum es gerade die Feuerwehr ist, für die er so viel Freizeit opfert? Hier kann in Notsituation geholfen werden, „hier tut sich was“ erklärt Johann. Aus einem Mangel von Feuerwehrleuten ist dann das großartige Engagement entstanden.
Nachdem das Dorf kleiner ist, und es doch mehrere Vereine gibt, ist es ganz normal dass sich der eine oder der andere überaus engagiert. Einer im hiesigen Schützenverein, der andere im Veteranenverein, und Johann eben bei der Feuerwehr.
Johann Michler ist seit 1970‚ Feuerwehrmann‘. Er ist intensives Mitglied, das heißt „viel Zeit investieren“, sagt seine Frau. Gerade dann, wenn das Ehrenamt über die gewöhnliche Mitgliedschaft hinausgeht. Nicht nur 12 Übungen pro Jahr, davon 8 Schulübungen sind zu absolvieren, sondern viel mehr. Im Genaueren heißt das 30 Jahre Kommandant (12 Jahre zweiter und 18 Jahre erster Kommandant), 29 Jahre zweiter Vorstand, 9 Jahre Jugendwart und 15 Jahre Fahnenträger. 105 Einsätze hat er mit der Feuerwehr miterlebt und mitbestritten.
Beruflich ist er als Maurerpolier tätig, und das zeigt sich auch in seinem Vereinsleben. Sein größtes Hobby ist und war natürlich die Feuerwehr, aber auch mit Holz bastelt er. Nutzen daraus zieht auch der Verein. Tatkräftig ist er wenn‘s ums Anpacken geht.
Er war die treibende Kraft als 1992 das neue Feuerwehrauto bestellt wurde und das Feuerwehrhaus umgebaut. Das Tor wurde vergrößert, der Aufenthaltsraum und Schulungsraum eingerichtet die Garderoben gebaut, das Treppenhaus renoviert, eine Teeküche hinzugefügt. Als dann auch ‚Mädels‘ in die Feuerwehr Einzug hielten, wurden Toiletten eingebaut. Nach dem Schuppenanbau wurde noch die Fassade gestrichen
Auch die Tradition des Maibaumaufstellens in Verbindung eines Festes wurde dank seiner Initiative 1974 wieder belebt.1979 wurde die Jugend in Winzer mit einbezogen und mit dem damaligen Kommandant die ‚Jugendfeuerwehr‘ gegründet. Auch der uralte Brauch des Wintergeisterausgetreibens mit Hilfe der Scheibenfeuer hat 1980/81 im Dorf zu Zeiten seiner Jugendwarttätigkeit wieder Einzug gehalten.
Als er damals in die Feuerwehr eingetreten ist, gab es noch keine Uniformen. Beim Bürgermeister konnte er erst 1973/74 die erste Uniform abholen: „ eine Jacke und eine Mütze“, die die Gemeinde bezahlt haben.. Selbst kaufte er sich dann noch eine schwarze Hose und ein Hemd. „Heutzutage kauft das alles, außer die Hose der Verein“, sagt er. Heute sind auf seiner Feuerwehruniform die Abzeichen für ‚besondere Verdienste‘ und das Abzeichen der ‚Feuerwehrinspektion‘ beides vom Landkreis Günzburg zu sehen.
Besonders tragisch fand Johann Micheler den Zimmerhausbrand vor ein paar Jahren ein paar Häuser entfernt. Da erlebte er hautnah wie von einem Moment zum Anderen ein Zuhause verloren wurde. "Alles ist ausgebrannt und schwarz“, äußert er nachdenklich. Und der Unfall im Berger Holz ist auch unvergesslich geblieben. Der Fahrer wurde damals aus dem Auto geschnitten. „Als die Krumbacher Feuerwehr das Dach herunter schnitt, sah ich wie der Fahrer tot im Wagen saß“, meint er fassungslos. Das aufregendes Erlebnis „eines Waldbrandes im Gemeindewald“ erlebte er alleine mit seinem Sohn Benjamin und zwei Feuerlöschern. Nachdem er verständigt wurde sind die beiden zur Brandstelle gefahren. Angekommen war keine Rettung in Sicht, und doch haben sie es zu zweit geschafft den Brand zu löschen.
Urlaub wird immer wieder am Gardasee gemacht. „Hier gefällt es uns am besten, denn dort können wir richtig ausspannen.“ meint Johann. Bereits seit vielen Jahren zieht es die Familie neben Riva und Garda nach ‚Limone‘. Diese italienische Atmosphäre und das großartige Panorama zieht sie immer wieder in ihren Bann.
Gegen Ende rät er der Hausfrau Fett nicht zu hoch zu erhitzen, damit es nicht zu brennen anfängt. Sollte es dennoch einmal passieren, werden die Flammen mit einer Decke erstickt. Ganz besonders am Herzen liegen ihm Adventkränze die nicht ohne Beaufsichtigung brennen gelassen werden sollten.






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