Dr. Teddybär – der neue Kinderarzt in Krumbach

Die "Bärenhöhle" - das Wartezimmer
 
Der Kaufladen im Wartezimmer
 
Ruf Franziska (fast 3) im Wartezimmer in der Spielecke
 
Bilder in der Praxis
 
Dr. Marcus Härtle untersucht Franziska Ruf
 
Bilder in der Praxis

Herr Dr. Marcus Härtle ist in Neuburg/Kammel aufgewachsen und dort auch zur Grundschule gegangen. Sein Abitur machte er in Krumbach, er studierte in Ulm und dann in Budapest und war Assistenzarzt in Augsburg, Ulm, in der Schweiz und anschließend in der Schwabinger Kinderklinik in München.
Dort betreute er Frühgeborene und die kranken Neugeborenen in der Neonatologie und arbeitete einige Jahre auf der Kinderintensivstation.
Das Angebot, als Oberarzt nach Garmisch zu gehen, schlug er aus und hat sich stattdessen entschieden, hier in Krumbach die Praxis von Frau Dr. Nath zu übernehmen.


Wenn ich ihm so gegenüber sitze, und die feine, ruhige Aura fühle, die er ausstrahlt, spüre ich sein Verantwortungsbewusstsein, seine Kompetenz.
Dieser große Teddybär, zum Knuddeln und Liebhaben. So jemanden haben wir uns als Kinderarzt gewünscht, und mit Dr.Härtle zu 100% bekommen.
Dr. Marcus Härtle ist verheiratet und hat drei Kinder. Bei dem Umgang mit seinen Kindern, merkt man, Kinder sind ihm verdammt wichtig.
"Ich wäre gern mehr bei meiner Familie, als dies im Moment möglich ist", äußert er nachdenklich.
Er liebt buntgemischte Musik von Klassik bis Pop, auch die aktuellen Charts, früher war es mehr Reggae und Jazz. Seine Hobbies, zu denen er allerdings momentan auch kaum Zeit hat, sind Skifahren (er ist auch Skilehrer) und Volleyball (früher hat er sogar sehr aktiv gespielt), im Sportverein ist er immer noch Mitglied. Auch musikalisch ist Marcus Härtle. Er spielt Klarinette und Saxophon und singt jetzt bei Maybe im Chor. Unser Doktor liebt es, wenn es sonntags seine Zeit genehmigt, in der Küche zu stehen und zu kochen. Es wird wohl öfters mal italienisch auf dem Speiseplan stehen, denn das mag er.
Urlaub wird an der Ostsee gemacht, weil die Schwiegereltern dort wohnen. Vor zwei Jahren hat er sich einen Traum erfüllt und ist nach fünfjähriger Planung mit Kollegen per Motorrad drei Wochen quer durch Namibia gefahren.

Die ruhige Art, welche er ausstrahlt, hat er wohl von seinem Vater geerbt, so schnell bringt ihn nichts aus der Ruhe, und das fühlt man auch. Und als wenn dem Ganzen noch nicht genug wäre, jetzt kandidiert er auch noch für den Stadtrat.

myheimat:

Herr Dr. Härtle, warum haben Sie sich für den Arzt-Beruf entschieden?

Dr. Marcus Härtle:

Bereits in der 10./11. Klasse habe ich mir die Frage gestellt, ob vielleicht die Medizin das Richtige für mich wäre. Aber ich legte diesen Gedanken wieder zur Seite, denn die Voraussetzung, nämlich eine Abiturnote von 1,0 würde ich wohl nicht schaffen, dachte ich. Nachdem meine Eltern und Geschwister alle Lehrer sind, wäre vielleicht auch dieser Beruf in Frage gekommen. In der 12. Klasse war dann ein Medizinertest ausgeschrieben, für alle, die Medizin studieren wollten. Ich habe einfach mit drei anderen Schulkameraden mitgemacht, und ohne Vorbereitung so gut abgeschnitten, dass ich unabhängig von meiner Abiturnote Mediziner werden konnte.
Nach einem Praktikum im Krumbacher Kreiskrankenhaus war mir klar, dass der Beruf des Arztes doch mein Weg ist. Also habe ich dann in Ulm zu studieren begonnen.


myheimat:

Warum haben sie sich gegen Ende ihres Studiums für die Fachrichtung 'Pädiatrie' entschieden?

Dr. Marcus Härtle:

Auf Anraten von Herrn Dr. Langenbach, damals Chefarzt des KKH Krumbach, habe ich mein Studium an der deutschen Semmelweis Universität in Budapest fortgesetzt. Dort durfte ich auch endlich viel mehr mit Patienten arbeiten und ich bekam eine sehr praxisnahe Ausbildung unter anderem in der Pathologie. In Ungarn habe ich mein Studium dann auch abgeschlossen.
Ich sammelte viele Erfahrungen in der Chirurgie und auch Anästhesie, jedoch die Pädiatrie hat mich immer schon mehr interessiert. Die Sinnhaftigkeit ist gerade als Kinderarzt am Größten. Ich weiß: Was ich einem Kind als Arzt gutes tue, hat noch lange Zeit Auswirkungen.
Das immens größere Wissensspektrum der Pädiatrie im Vergleich z.B. zur Inneren Medizin, stellte auch einen Reiz dar.
Dass ich dann Kinderarzt werden s o l l t e, war für meine Freunde schon immer klar, weil sie immer meinten, ich könne mit Kindern so gut umgehen und.


myheimat:

Das kann ich bestätigen. Bei meinem Besuch in Ihrer Praxis konnte ich das selbst erleben. Kinder haben keine Angst vor Ihnen. Sie wirken auch auf mich wie so ein "kleiner" Teddybär, den Kinder einfach lieb haben müssen.
So einer zum Knuddeln, obwohl sie doch so groß sind und eine "brummlige"
Stimme haben. Aber vielleicht macht gerade das die Anziehungskraft auf Ihre kleinen Patienten aus.


myheimat:

Wie geht man richtig mit der Angst der kleinen Patienten um, bzw. wie lässt man es gar nicht erst zu einer Angst kommen?

Dr. Marcus Härtle:

Es gibt Grundregeln für einen Arzt, wenn er mit Patienten zu tun hat.

Das Schlimmste, was ein Arzt machen kann, ist, einen Patienten zu belügen. Ein Arzt muss ehrlich sein. Wenn mich jemand nach einer Spritze fragt, dann sage ich ihm, dass die piekst. Wenn ich einem Kind Blut abnehme, und es fragt,ob das weh tut, dann sage ich, dass das kurz piekst, dass es aber hinterher sagen wird, dass es gar nicht so schlimm war, wie es vorher gedacht hat.
Es gibt nichts Schlimmeres, als einem Dreijährigem zu sagen: "Das merkst Du gar nicht". Der merkt's. Und dann habe ich beim nächsten Mal verloren. Das Schwindeln nehmen einem Kinder ganz arg übel. Die Kinder müssen Vertrauen haben können.
Auch ältere Kinder können Angst haben. Diese Angst sollte man nicht abtun. Auf gar keinen Fall bringe ich Sätze wie "Jetzt stell Dich nicht so an!" Ich mache klar, dass ich die Ängste verstehe.
Zudem muss ich auch manchmal den Eltern Ängste nehmen. Ein Krankheitssymptom kann sowohl ein Hinweis für eine leichte, aber auch für eine sehr schwere Krankheit sein. Der Arzt muss zuerst einmal abchecken, ob überhaupt ein Grund zur schwerwiegenden Beunruhigung besteht, bevor er den Verdacht überhaupt äußert. Eine Mutter, die vier Wochen lang bis zur nächsten Kontrolluntersuchung mit einer möglichen, aber nicht bewiesenen Diagnose angstvoll lebt, tut sich und ihrem Kind nicht gut.
Außerdem habe ich in meiner Zeit in Ungarn gelernt, dass eine Oma, die nur noch wenig Zeit hat zu leben, dies selbst schon weiß. Wenn ich ihr aber auf den Kopf den Tod zusage, nehme ich ihr den letzten Funken Hoffnung und mache mir und ihr damit das Therapieren unnötig schwer.
Dieser letzte Funken Hoffnung kann eben so wichtig für das Wohlfinden des Patienten sein.


myheimat:

Was macht die Pädiatrie, also die Kinderheilkunde aus?

Dr. Marcus Härtle:

Die Pädiatrie ist Innere Medizin mal fünf. Ich muss ja im Gegensatz zum Allgemeinmediziner nicht nur Erwachsene behandeln. Der Körper eines Säuglings ist anderes als der von einem Kleinkind, Schulkind oder eines Pubertierenden. Je nach Alter und Entwicklungsstadium meines Patienten muss ich zum Beispiel bei einen Husten an ganz andere Keime denken, ganz andere Diagnosen stellen und ganz anders therapieren.


myheimat:

Gab es in Ihrer bisherigen Laufbahn einen Moment, an dem sie psychisch oder physisch so sehr beeinträchtigt waren, dass Sie sich die Frage gestellt haben, ob der Beruf des Kinderarztes der Richtige für Sie ist?

Dr. Marcus Härtle:

Es gab einen Moment im Schwabinger Krankenhaus, als ein dreizehn Monate altes Mädchen bei uns war, das sein Vater mit seinem PKW versehentlich überrollt hat. Im CT wurde bereits der Hirntod festgestellt und das Mädchen kam noch beatmet auf unsere Station.
Der Vater flehte mich an, doch etwas zu tun, aber ich musste ihm zu verstehen geben, dass man nichts mehr tun konnte. Die dann folgenden Vorwürfe des Vaters, wenn es meine Tochter wäre, würde ich doch auch was tun, brachten mich in eine Grenzsituation. Damals fragte ich mich tatsächlich, ob ich mit derartigen Situation leben kann.
Aber in München und auch in meiner Arbeit als Notarzt und Kindernotarzt habe ich gelernt, mit dem Tod und vor allem mit seiner Akzeptanz umzugehen.
Der Kampf um jedes Menschenleben und das richtige Handeln in außergewöhnlichen und in Notsituationen machen für mich den Reiz am Notdienst aus. Darin gehe ich auf. Trotzdem muss man als Arzt auch mit den vielfältigen Reaktionen der Angehörigen umgehen können und das ist manchmal schwieriger als die eigentliche Arbeit am Patienten.


myheimat:

Wie stehen Sie zu Impfungen?

Dr. Marcus Härtle:

Ich bin absolut für Impfungen. Hier hat die Medizin dank intensiver und langer Forschung die fantastische Möglichkeit, etwas zu tun, bevor eine Krankheit ausbricht.
Normalerweise muss ein Arzt warten, bis sich Symptome zeigen, um herauszufinden, um welche Krankheit es sich handelt. Und dann muss man versuchen, den bereits angefangenen Krankheitsprozess irgendwie wieder unter Kontrolle zu bringen.
Beim Impfen hat man im Gegensatz dazu die Möglichkeit, den Körper darauf vorzubereiten, schon bevor er mit dem Erreger in Berührung kommt. Die Impfung in der Medizin ist zu vergleichen mit dem Gurt im Auto. Ich schnalle mich an, um Verletzungen vorzubeugen.
Zu Vergessen ist nicht, dass Impfen sehr schlimme Erkrankungen verhindern soll. Es konnten Krankheiten wie z.B. die Pocken durch Impfungen ausgelöscht werden. Durch die Öffnung der östlichen Länder sind leider Krankheiten wie Diphterie und Tuberkulose wieder im Vormarsch.
Impfstoffe sind mittlerweile sehr sicher. Leider spielen Anthroposophen und schlecht ausgebildete Heilpraktiker mit der Angst der Menschen und lehnen Impfungen ab.
In Entwicklungsländern, wo Impfungen nicht selbstverständlich und kostenlos sind, haben die Menschen noch mit Krankheiten wie z.B. der echte Krupp zu kämpfen. Ich hatte in meiner Zeit in der Schwabinger Klinik dreimal mit ungeimpften Tetanuspatienten zu tun, und alle drei Kinder sind gestorben.


Dr. Marcus Härtle zu den sechsfach-Impfungen:

Die Ansprechrate auf einen polyvalenten Impfstoff ist größer als auf sechs einzelne Impfungen. Wenn das Immunsystem schon 'in die Schule' geht, dann lernt es eben noch ein wenig mehr. Eigentlich ist der sechs-fach Impfstoff ein X-fach Impfstoff. In den verschiedenen Impfungen sind verschiedene Gruppen relevant zu impfen und in den Impfstoffen kombiniert. Das Immunsystem wird z.B. bei einer Pneumokokkenimpfung nicht nur gegen einen, sondern gegen die sieben häufigsten Pneumokokken geimpft. Der sechs-fach Impfstoff ist ein wenig in Verruf gekommen, als das Präparat 'Hexavac' vom Markt genommen wurde. Aber das passierte nicht, weil der Impfstoff schädlich war oder Nebenwirkungen gezeigt hätte, sondern weil er nicht genügend Schutz gegen Hepatitis B brachte.

Dr. Marcus Härtle zur Gebärmutterhalskrebsimpfung:

Diese Impfung wird in meiner Praxis selbstverständlich auch durchgeführt.
Ja, wir wissen nicht, was diese Impfung in dreißig Jahren macht. In Amerika wurden eine Million Frauen ohne Nebenwirkung geimpft. Seit sechs Jahren wird die Impfung an normalen Menschen geimpft und es ist nichts aufgetreten, außer dass diese Frauen keine HPV-Infektionen haben. Die positive Datenlage ist so gut, dass geimpfte Patienten selbst nach sechs Jahren immer noch einen ausreichenden Schutz haben. Es gibt auch bei dieser Impfung so gut wie keine Nebenwirkung, aber so einen guten Schutz. Die Durchsäuchung liegt im Alter von 25-30 Jahren oder nach spätestens 4 Geschlechtspartnern bzw. einer längeren Zeit mit demselben Partner bereits bei 50%. Auch die STIKO, unsere ständige Impfkommission sagt, wir können nicht 30 Jahre warten und das den Frauen so lange vorenthalten. Ich verwende den 4-fach Impfstoff Gardasil, der auch zusätzlich gegen Hautwarzen und Feigwarzen im Genitalbereich schützt.


myheimat:

Machen Sie Hausbesuche?

Dr. Marcus Härtle:

Prinzipiell machen Kinderärzte keine Hausbesuche. Das ist bayernweit so.
Wenn ein Kind so krank ist, dass es nicht zum Kinderarzt kommen kann, dann gehört es in die Klinik. Im Gegenteil zum Allgemeinmediziner, gibt es für den Kinderarzt keinen Grund, Hausbesuche zu machen. Kinder sind eben keine alten Leute, die im Rollstuhl sitzen, und nur schwer befördert werden können. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie der Wochenenddienst.


myheimat:

Sollten Mütter ihre Kinder stillen?

Dr. Marcus Härtle:

Das ist die beste Ernährung für den jungen Säugling. Angestrebt werden sechs Monate, dabei wird ab dem 5. Lebensmonat die erste Beikost gegeben.
Besonders, wenn Mutter und/oder Vater Allergien haben, ist das Stillen besonders wichtig. Große Studien haben gezeigt, dass die Mutter mit ihrer Muttermilch das Allergierisiko minimieren kann. Leider geben jedoch die Mütter oft zu schnell auf.


myheimat:

Brauchen wir in Deutschland eine U-Pflicht?

Dr. Marcus Härtle:

Die U-Pflicht ist die Idee von Leuten, welche meinen, wir können damit solche Vernachlässigungs- und Todesfälle, wie sie gerade die Medien beherrschen, verhindern. Das glaube ich nicht. Natürlich soll man mit seinen Kindern die Vorsorgeuntersuchungen machen. Ideal wäre dabei, wenn die U's bei ein und demselben Arzt gemacht werden würden. Am besten wäre natürlich ein Kinderarzt. Die Hausärzte dürfen das zwar auch, haben aber lang nicht die intensive Ausbildung wie ein Kinderarzt. (Ein Allgemeinmediziner hat nur eine dreijährige Ausbildung, wo hingegen ein Facharzt für Kinderheilkunde eine sechsjährige Ausbildung machen muss.)

myheimat:Was ist die U7a?

Diese Vorsorgeuntersuchung ist eine durch die Kinderärzte vorgeschlagene, eingeschobene Untersuchung, die per IGel-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) gemacht werden kann, und die ich auch empfehle. Denn die Kinderärzte sehen in der Regel ein Kleinkind zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr nicht, es sei denn, es sei krank. Aber gerade in dieser Zeit tut sich in der Entwicklung des Kindes so viel, dass hier eine zusätzliche Untersuchung erforderlich ist, die von der Krankenkasse jedoch leider nicht bezahlt wird. 45 Euro kostet diese zusätzliche Untersuchung und wäre doch ein tolles Geschenk zum dritten Geburtstag, statt einem Spielzeug. Es gibt auch schon Kassen, wie die IKK und BKK, die diese U7a bezahlen, und die Kinderärzte wünschen sich, dass die Leistung auch von den großen Kassen wie der DAK und AOK bezahlt werden.


myheimat:

Zukunftspläne?

Dr. Marcus Härtle:

Ich versuche, die Versorgung von Neu- und Frühgeborenen hier in Krumbach zu optimieren. Ich möchte meine Erfahrungen, die ich bei meiner Ausbildung zum Facharzt der Neonatologie gemacht habe, einbringen und ein paar kinder ärztliche Standards einführen.

Ich habe den Kurs zur Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren gemacht, in absehbarer Zeit wird die Prüfung stattfinden.

Ich habe mir ein sehr modernes Ultraschallgerät zugelegt und mache Untersuchungen wie den U3-Screening-Hüftultraschall. Ich habe damit auch schon Schädel-, Herz- oder Bauchultraschall gemacht.

Dazukommen sollen jetzt noch Allergietests.

Hyposensibilisierungen machen wir schon in meiner Praxis, da ich als Intensivkinderarzt und Notfallmediziner in der Lage bin, im Fall eines Zwischenfalls einzugreifen.

Dr. Marcus Härtle schlägt zum Abschluss des Interviews vor, gesundes Gemüse zu essen und sich ausgewogen zu ernähren. In diesem Zusammenhang erwähnt er den Gemüse- und Obstanbau in der Ursberger Gärtnerei. Zum Beispiel kann man Kindern das Essen von Gemüse und Obst schmackhafter machen, wenn das daheim im eigenen Garten angebaut wird und die Kinder das Anbauen und das Wachsen selbst sehen können. Vitamin- und Mineralstoffzusatzgabe (es sei denn der Arzt stellt einen Mangel fest und verordnet daraufhin dieses) sind nicht zu empfehlen. Ausnahme ist die Fluor- und Vitamin-D-Gabe im ersten bzw. bis zum zweiten Lebensjahr für die Knochen und Zahnentwicklung, denn diesen Bedarf können wir nicht über das Trinkwasser oder unser Essen ausgleichen. Routinemäßig eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel sind unnötig. Ganz im Gegenteil eine falsche Zufuhr von z. B. Vitamin A oder E, und damit eine Überversorgung, kann zu Schädigungen im menschlichen Organismus führen.

Allergien könnte entgegengewirkt werden, wenn Kinder in die Natur hinaus kommen. Bauernkinder sind weniger allergieanfällig. Falsche Hygiene und zu viel Sterilität fordern Allergien nahezu heraus.

Auch sollten nicht bei jeder kleinen Erkältung sofort eine chemische Keule eingesetzt werden. Ein fittes Kind darf auch mal Fieber haben, jedoch der Heilungsprozess dagegen bei einem maladen Kind sollte doch mit einem Fieberzäpfchen unterstützt werden. Am besten weiß immer noch die Mutter, ob jetzt ein Medikament benötigt wird. Wenn z. B. ein dreijähriger durch die Wohnung fetzt, braucht dieser sicher kein Fieberzäpfchen, sollte dennoch etwas zur Ruhe gebracht werden. Es gibt sehr gute Hausmittel, wie den Salbei gegen Halsweh, die Kamille bei entzündeten Atemwegserkrankungen oder die Ringelblume für Verletzungen, sowie kalte Unterarmgüsse bei Abgeschlagenheit

Allerdings, wenn die Eigenmedikation nicht zum Erfolg führt und 'DIE MUTTER SICH SORGEN MACHT', gehört das Kind zum Kinderarzt. Zumindestens Rücksprache halten, dabei reicht auch manchmal ein kurzer Anruf. "Ich denke, das Gespür der Mutter muss wieder mehr Gewicht erhalten.", so Dr. Härtle.
Nicht jedes mal wenn ein Kind nicht gut drauf ist, muss der Weg zum Kinderarzt erfolgen. Das Wissen des Kinderarztes ist dann erforderlich, wenn das Kind noch klein ist, jeder fiebernde Säugling gehört zum Beispiel zum Arzt. Bei Kleinkindern ist das der Fall, wenn sich das Befinden nach 24-48 Stunden nicht sichtlich verbessert.



Zum Abschluss möchte ich mich im Namen von myheimat für das äußerst interessante und aufschlussreiche Gespräch mit Herrn Doktor Härtle bedanken, ihm viel Glück und Freude mit seiner neuen Praxis wünschen, und für die neuen Zukunftsprojekte den erforderlichen Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen.

Bedanken möchte ich mich auch noch für die Gastfreundschaft insbesondere auch bei Frau Dr. Härtle.

Ich freue mich schon jetzt auf eine langjährige Zusammenarbeit in der Praxis (Arzt - Patientenverhältnis).

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