Strafe muss sein!
Die Umstellung von DM zu € war abgeschlossen.Mein Kunde, ( Name und Branche geändert ) hatte mit uns schon jahrelang Werbemaßnahmen am linken Niederrhein getätigt und es freute mich umso mehr, als ich davon erfuhr,das er seinen Hauptsitz in ein nahes Industriegebiet von Krefeld- Linn umsiedeln und verlagern wollte, sodass es nur eine Frage der Zeit war, das wir uns geschäftlich verabredeten.
Und obwohl er Altkunde mit guter Priorität war, fixierten wir grafische Leistungen, Korrekturabzüge und Druck von Abziehbildern und Geschäftsausstattung, Durchschreibeformulare und Autobeschriftungen samt Lieferung ausschliesslich per Nachnahne in unserem Vertrag. Als es dann zur Auslieferung per Nachnahme kam, wurde das Paket seitens der DBP nach 4 Wochen wegen Nicht-Zustellbarkeit an uns zurückgeschickt. Da stand es wortwörtlich, " ANNAHME VERWEIGERT". Ja, sagte der Inhaber beim anschliessendemTelefonat, er wäre in Urlaub gewesen und sein Partner hätte nichts davon gewusst. Nur komisch das die Vorab-Lieferung über einen neuen Stempel ohne Probleme über die Bühne dieser Werkstatt gegangen war. Logisch, der musste auch nur angenommen und nicht bezahlt werden damals. Es gab ja auch ein gutes Vetrauensverhältnis zwischen uns und da sollte es an einem simplen Selbstfärbestempel der Firma Trodat nicht scheitern, dachte ich damals. Sollte ich mich so getäuscht haben in Herrn K. ? Das Spiel mit Lieferung per NN, lief noch dreimal nach dem gleichen Muster. Tatsächlich haben sie das Paket dreimal auf der Poststelle liegen lassen und mittlerweile lag der postalische Anteil plus Service in einem beachtlichen zweistelligen €-Bereich. So sah ich mich damals dann veranlasst, das Paket höchstpersönlich abzugeben und machte mich nach Terminbestätigung mit Herrn K. auf den Weg zum Selbigen. Eine Sekunde lang war ich gelähmt, als er mir mitteilte, das er im Augenblick wohl kein Bares hätte, ich aber das Paket gerne abgeben kann, er werde dann überweisen.
Meine Alarmglocken schrillten. Nein, das wollte ich nicht, das war das 5. Mal, das er mich geleimt hatte und jetzt rief ich ihn monatlich einmal an. Im 6. Monat meinte er ganz lapidar, er hätt ne Kontopfändung vom Finanzamt bekommen. Ups, wie hat er das denn fertig gebracht? Die lassen doch jeden leben und Geld verdienen, war mein erster und einziger Gedanke. War das wieder nur ein Hinhalte-Trick?
Mittlerweile war er im 9. Monat überfällig, als ich den Mahnbescheid rausschickte. Mein Rechtsanwalt sah es genau wie ich, und schon nach 18 Monaten kam es zur Gerichtsverhandlung,wo besagter Schuldner garnicht mehr erst erschien. Dafür bekam ich ein Schreiben plus Abschlussrechnung von meinem Anwalt, das Herr K. die EV abgelegt hätte bei seinem Gerichtsvollzieher. Was bedeutete, dass ich auf allen Kosten sitzen blieb.
So vergingen einige Jahre, als ich vor einem Jahr etwa, nachts träumte, dass ich ihn in einem neuen Internetauftritt gesehen habe. Genau, jenen Unternehmer, der mir mittlerweile einen Tausender schuldig war. Nicht viel, aber schon soviel, das ich mich gezwungen sah, ihn in meiner Alltäglichkeit des Seins, als abgeschrieben zu erwähnen. Als sich das Blatt zu meinen Gunsten wendete. Ich hatte tatsächlich Nachts die Lösung meines Problems geträumt, als mir morgens eine gute Idee kam. Ich musste jemanden finden, der augenscheinlich ein hochwertiges Produkt dieser Firma erwerben wollte. Da gabs nur S. in Krefeld, der mein Sprache sprach. Ein Geschäftsfreund, für den ich mal in das Kostüm des Grotifanten gestiegen bin in 2008 um den KFC Uerdingen mit Anderen zusammen vor der drohenden Insolvenz zu retten.Ich versprach ihm eine kleine Anerkennung, wenn er mir telefonisch eine Konto-Nummer durchgeben würde. So hat dann der liebe S. für sein Auto, bei besagtem Händler mündlich vier ATS - Felgen bestellt, die man ihm aber nur dann liefern wollte, wenn gegen Vorkasse oder PayPal gezahlt würde. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt.
Vor Gericht hatte mein Rechtsanwalt damals eine Kontopfändung beantragt. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Ich bekam mein Geld, S. seine Tipp-Provision und Herr K. ist seitdem in Krefeld-Linn kein Unternehmer mehr. Strafe muss sein.

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