Boxcamp Korbach: Anbau entsteht direkt am Fitnesscenter

Es soll kein Aprilscherz werden: Am 1. April möchte die Boxabteilung des TSV Korbach ihr neues Domizil beziehen. Derzeit entsteht bei einem Fitnessstudio gegenüber der Feuerwehr ein Anbau, in dem neben den Boxern auch die TSV-Karate-Fans Platz haben werden. Rund 150 Quadratmeter Fläche stehen ab Frühjahr 2014 den Boxern unter der Regie von Abteilungsleiter Lothar Junker zur Verfügung. Damit es so weit kommen kann, müssen aber noch etliche Platten installiert, Schrauben versenkt und Leitungen verlegt werden. Ende Januar zeigt sich die neue Halle noch im Rohbau. Der mehr als 450 Quadratmeter große Anbau, der Richtung Nordenbeck direkt an das private Fitnesscenter "Vitalfarm" anschließt, teilt sich in drei Abteilungen auf. Die Karate-Abteilung findet in der kleinen Halle Richtung Seiteneingang Platz. Dann folgen die Boxer, im restlichen Teil des Anbaus in Richtung Feuerwehr plant das Studio eine Erweiterung.
Für die Korbacher Boxlegende Reinhard Jassmann war die Entscheidung Gold wert. "Künftig brauchen wir nicht mehr so lange für den Aufbau vor dem Training. Denn die Boxsäcke zu installieren, kostet einige Anstrengung", so der Korbacher Trainer. Bisher trainieren die rund zehn wettkampfbereiten Boxer in der öffentlichen Marker Breite-Halle. Neue Angebote: Fitnessboxen und Sparringwettbewerbe Der geplante Umzug im April 2014 geht auch mit einem anderen Konzept einher. Jassmann und Junker möchten das sportliche Angebot erweitern. Fitnessboxen und Sparringwettbewerbe seien da eine Idee. Oder aber Boxcamps für gestresste Manager. Oder Angebote eigens für Frauen. Lothar Junker wird eigens den Trainerschein machen. "Wir haben das Problem, dass viele Boxer als Erwachsene austreten und dann in die Fitnessstudios gehen. Wir wollen diesem Trend entgegentreten und ein neues Konzept anbieten", erläutert Junker. Der Kontakt zum Fitnessstudiobetreiber, der die Halle baut und ausbaut, musste nicht lange hergestellt werden. "Viele unserer Jungs sind sowieso hier Mitglied. Hier sieht man sich immer wieder", erläutert Jassmann. Stützpunktverein: Nicht beim Kaufland rumpöbeln Die Korbacher Boxer sind in Nordhessen der einzige, vom Deutschen Olympischen Sportbund anerkannte Stützpunktverein. Integration und Miteinander liegen den Verantwortlichen sehr am Herzen. "Wir wollen auch die Kinder aus sozial schwachen Familien auffangen", sagen sie. "Das ist auch gut für den Beruf, die Schule und die Gesellschaft", sind sie überzeugt. "Wir holen die Leute, damit sie nicht mit einem Secher-Träger beim Kaufland rumpöbeln", macht Junker deutlich. Die Herkunft, die bei den Boxern bunt gemischt ist, spiele beim Training dann keine Rolle mehr. Bis die ersten Schläge in die Pratzen donnern können, ist noch ein wenig Zeit. Die TSV-Mitglieder werden auf eigene Kosten die Boxsäcke fest an zwei Wänden installieren und den Ring aufbauen. Dann kann es losgehen mit dem Projekt "Boxcamp", für das sie sich noch Unterstützung vom Landkreis erhoffen. Sie haben einen guten Grund gefunden: "Wir betreten Neuland."
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