Gedanken zu den Entwicklungen in der Region: Ergebnisse des Planungsausschusses der Regionalversammlung zum Teilregionalplan Energie Nordhessen

Bauernopfer: Etwas Nachrangiges wird geopfert um etwas Höherwertiges zu erhalten oder zu stärken.

Sankt-Florians-Prinzip: Eine Bedrohung wird nicht aus der Welt geschafft, sondern nur auf andere verschoben.

Verlierer: Gegenteil von einer Person, die etwas gewonnen hat.

Wer in der Region Nordwaldeck lebt, braucht die Erläuterungen dieser Begriffe nicht. Das, was unsere Regierung in Wiesbaden mit uns und der Region vorhat, zeigt anschaulich deren Umsetzung: Unser Wald, unsere Natur, das Image der Ferienregion wird geopfert und aufgegeben.
Was interessiert die Menschen in den anderen Regionen von Hessen und der Nachbarländer die Tatsache, dass in unserer infrastrukturschwachen Region auch bald noch mehr Windindustrieanlagen gebaut werden. Wissen die Leute dort, dass die Menschen in Nordwaldeck von der Unberührtheit der Natur leben? Wohl nicht. Aber mal andersherum gefragt, was interessieren uns die Arbeitsplätze dort? Insgesamt werden wir wohl alle verlieren.
Die Politiker agieren treffsicher wie der Kleingärtner bei der Wahl des Standortes für seinen Komposthaufen: Möglichst weit weg von den Vorzeigebeeten, am Rand, wo die Würmer unbemerkt ihre Arbeit verrichten und als Abfallhaufen ohnehin nur den Nachbarn stört. Ist der Profit wieder da und der Abfall wieder gewinnbringender Humus geworden, bringt man den wieder weg, in die Regierung nach Wiesbaden.
Bäume fällen für Windkraftanlagen, Schneisen schlagen, Natur als Industriestandort umfunktionieren, alles auf Kosten der Natur und der Landbevölkerung, die Gewinne und den Strom in die Stadt – Alles in all allem eine Win-Win-Situation. Denn als guter Bürger weiß man: Jeder muss etwas für den Arbeitsmarkt oder der Stromwende (Energiewende) beitragen und Opfer bringen.
Wir, die Bürger im nördlichsten Teil von Hessen fühlen uns hilflos, wir werden nicht wahrgenommen mit unseren Bedenken, Sorgen und Befürchtungen. Uns wird nachgesagt, wir würden kurzsichtig nach dem „Sankt-Florians-Prinzip“ handeln. So ist der Protest gegen den weiteren unkontrollierten Bau von Windkraftanlagen ungehört verklungen und selbst 12.500 sachlich formulierte Stellungnahmen gegen die Windenergiepläne unserer Regierung haben bei der Regionalplanung nicht mehr bewirkt, als dass es im Einzelfall ein „Umzingelungsverbot“ für einzelne Orte geben könnte. Aber nur, wenn diese mehr als 120 Grad von einem Windpark umzingelt sind und nur dann, wenn dieser südlich der einheitlich ausgerichteten Wohnbebauung steht und auf 1000 Meter nahe rückt. Wo sind unsere Hinweise auf Arten- und Naturschutz, Schall- und Lichtemission, Tourismus- und Landschaftsbildbeeinträchtigung geblieben? Wir werden verschaukelt und vertröstet: die 36.516 ha Wald, die für den Aufbau von Windkraftanlagen in Nord- und Osthessen betroffen sein werden, könnten ja auch wieder aufgeforstet werden, wenn man wollte. Und wenn in 20 bis 30 Jahren die Windräder, bis auf die Fundamente wieder abgebaut werden sollten, dauert es auch nur noch 40 bis 50 Jahre, bis der Wald wieder als Naherholungsgebiet dient. Na, wenn das eine Region nicht lebenswert macht…
Wer bitte schön handelt nach dem Sankt-Florians-Prinzip, wer findet keine Lösungen, sondern verschiebt sie, auf Kosten anderer?
Wir in Nordwaldeck, die Menschen in dieser Region sehen uns als die großen Verlierer der Politik. Wer gewinnt? – Wir werden es sehen!
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