ora international startet Kinderhilfsprojekt in Haiti
Das verheerende Erdbeben liegt nun fast drei Monate zurück und noch immer herrscht Chaos in Haiti. Das Korbacher Hilfswerk ora international engagiert sich seit der Katastrophe vom 12. Januar in der schwer zerstörten Stadt Jacmel. Ende Februar reisten ora-Geschäftsführer Matthias Floreck und Projektkoordinator Kevin Black dorthin, um sich selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen. Oberstes Ziel der Reise aber war es, ein neues ora-Projekt zur Hilfe beim Wiederaufbau zu etablieren.
In Jacmel, im Süden des Landes, entsteht aus diesem Vorhaben nun eine Kindertagesstätte für zunächst 175 verarmte Kinder. Die Tagesstätte ist ein Start in eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der Mädchen und Jungen in der Stadt. Sie soll den Kindern Nahrung, medizinische Versorgung und Bildung bieten. Ziel ist es, dass innerhalb von zwei Jahren aus unterernährten und bedürftigen Kindern gesunde, selbstbewusste und lernfähige Kinder werden. Dies alles geschieht nach dem Prinzip des „Child Focussed Development“. Dabei stehen das Kind und sein Umfeld gleichermaßen im Vordergrund. Die Tagesstätte soll für die Mädchen und Jungen eine Anlaufstelle zum Satt-Essen, Wohlfühlen und Lernen werden. Dabei verbleiben sie stets in ihrem familiären Umfeld, sodass die Tagesstätte keinesfalls ein Familienersatz wird. Für die Leitung konnte ora bereits Jeanite Jean-Baptiste gewinnen. Als Direktorin einer Vorschule besitzt sie langjährige Erfahrung im Bereich der Kinderbetreuung. Die Versorgung der Jungen und Mädchen in der Tagesstätte wird durch Patenschaften aus Deutschland gesichert. ora hat bereits mit der Vermittlung begonnen.
Langfristige Projekte sind wichtig. Doch nach dem Beben musste zunächst das Überleben der Menschen gesichert werden. Deshalb sandte ora im Februar einen Container mit Hilfsgütern nach Jacmel. Dieser hatte Lebensmittel, Medikamente, Kleidung und Hygieneartikel im Wert von gut 150.000 Euro geladen. Ein zweiter Container mit gleicher Ladung und von ähnlich hohem Wert hat die Stadt inzwischen ebenfalls erreicht. Doch niemand in Jacmel möchte untätig auf Hilfslieferungen warten. Deshalb hat Ende März für 150 Kinder aus dem Waisenhaus wieder die Schule begonnen. Dank großer Eigeninitiative. Derzeit zwar ohne Schulgebäude, dafür aber mit hohem Lerneifer – das macht Hoffnung für die Zukunft.
Weitere Informationen zur Arbeit von ora in Haiti finden Sie auf unserer Homepage oder in unserem Blog. Nähere Information zu einer Patenschaft für Haiti liefern die Seiten der Aktion Patenherz.



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