"Europa darf nicht schlecht geredet werden"

Eine weitgehend neue Vorstandschaft hat der Kreisverband Günzburg der Europa-Union. Das Foto zeigt von links: Melanie Mück-Spengler, Markus Stadtrecher, Dr. Gerhard Böck, Alfred Illinger, Michael Renner (verdeckt), Erik Engel, Dietrich Jaser, Sebastian Ro

Eine fast komplett neue Vorstandschaft wählte der Kreisverband der Europa-Union Günzburg bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Neuer Vorsitzender ist Sebastian Rommel. Der 27-jährige Rechtsanwalt tritt die Nachfolge von Melanie Mück-Spengler an, die sich aus zeitlichen Gründen auf das Amt der Stellvertreterin zurückzog.
Weitere Stellvertreter sind Dietrich Jaser und Christiane Schmalberger. Zum neuen Schatzmeister wurde Alfred Illinger gewählt. Markus Stadtrechner übernahm wieder das Amt des Schriftführers. Als Beisitzer komplettieren den Vorstand Erik Engel, Arnold Kunisch, Michael Renner und Johannes Schropp. Die Kasse prüfen auch in Zukunft Gottfried Wimmer und Manfred Borchers.

In ihrem Rechenschaftsbericht hob Mück-Spengler besonders das 30-jährige Jubiläum des Kreisverbands 2008 mit dem Europaabgeordneten Markus Ferber hervor. Ein Deutsch-türkischer Literaturabend und ein Vortrag zum Thema "Gefährden alte SED- und Stasi-Eliten unsere Demokratie?" rundeten das Jahresprogramm ab.

Die Europa-Union sei ein überkonfessioneller und weltanschaulich neutraler Zusammenschluss von überzeugten Europäern, betonte der Bezirksvorsitzende Dr. Gerhard Böck. „Die kritische Begleitung von Reformbestrebungen der Europäischen Union darf dabei jedoch nicht zu kurz kommen," merkte der neue Vorsitzende Rommel an. So bestehe in Europa derzeit vielfach ein Gerechtigkeitsdefizit hinsichtlich der Beitragszahlungslast und der Stimmengewichtung.

Europa bestimme weite Bereiche unseres Alltags. So sei die Europäische Union (EU) für die überwiegende Gesetzgebung im Verbraucherschutz, beim Umweltschutz oder in der Landwirtschaft verantwortlich. Die Europawahl am 7. Juni sei für die Bürger die einzige Möglichkeit der direkten Mitbestimmung.

„Die EU wird in der Öffentlichkeit oft ausschließlich mit Bürokratie und Gängelei in Verbindung gebracht. Wichtige Errungenschaften wie offene Grenzen, freier Warenverkehr, gemeinsame Währung oder wirtschaftliche Stabilität gelten dagegen als selbstverständlich und werden kaum erwähnt," waren sich die Anwesenden einig. Europa dürfe nicht „schlecht geredet" werden.

Deutlich zu machen, welche Vorteile die Bürger durch das gemeinsame Europa haben, sei die Zielsetzung für die kommenden Wochen. So möchte die Europa-Union an landkreisweiten Infoständen gezielt mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Die erste Möglichkeit bestand am vergangenen Wochenende beim Europäischen Kulturfestival des Landkreises.

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