JUDO; Werte in der Gesellschaft, Ausbildung im Sport
Ein Treffen besonderer Art fand kürzlich in Königsbrunn statt. Teilnehmer waren, im Bild von links nach rechts: Reinhold Radloff, Pressevertreter; Ingrid Gärtner, Stadträtin, Mitarbeiterin der Regierung Schwaben für das Schulwesen; Regina Daxbacher, 6.DAN Judo, Diplomtrainerin, Sportlehrerin an 3 Hauptschulen für Judo; Hannes Daxbacher, Initiator dieses Treffens und mit all den Erfolgen seiner Laufbahn (zuletzt Seniorenweltmeister in diesem Jahr) und den Ehrenämtern im Deutschen und internationalen Budosport, der Vertreter für den Sport schlechthin; Nobuyasu Hirasawa, Professor für Budosportarten und japanische Traditionen an der Universität in Kanoya, unterwegs in Europa im Auftrag der Japanischen Regierung; Beppo Sedran, Judomanager des Polizei SV Königsbrunn, ehem. Bezirksvorsitzender, Produktmanager im IHK-Bildungshaus Schwaben, zuständig für die Weiterbildung aller Industriemeister, Norbert Schwalber, Königsbrunns zweiter Bürgermeister, Präsident der Polizeisportvereine Bayerns, Erster Vorsitzender des Polizei SV Königsbrunn; Peter Trippmacher, Polizeioberrat und stellvertretender Leiter der V. Abteilung der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn; (nicht im Bild) Jürgen Hoffmann, Polizeibeamter und zweiter Vorsitzender des Polizei SV Königsbrunn.
Professor Hirasawa bereitet seit geraumer Zeit ein international Aufsehen erregendes Symposium vor. Das Thema ist der Werteverfall in der Gesellschaft und die Rückkehr von Ordnung und Etikette mit Hilfe der traditionellen Kampfsportarten. Dazu war er im Auftrag der japanischen Regierung in Europa unterwegs. London, Paris, Bordeaux und Königsbrunn waren seine Stationen. Hochrangige Mitarbeiter von ihm, wie z.B. Professor Hatsuyuki Hamada waren als Judolehrer schon Gast bei den Judoka des Polizei SV Königsbrunn und hatten "ihrem Chef" von der hochwertigen Ausbildung im Geiste des "Kokoro" (Herz und Geist) in diesem Sportverein berichtet.
Auch war für den Professor die Tatsache höchst interessant, dass in Königsbrunn damit begonnen wurde, Judo als Pflichtfach einer Ganztagsklasse in der Hauptschule zu integrieren. In seinen Dankesworten konnte er gar nicht oft genug den Mut von Frau Gärtner loben, dieses Projekt bei der Regierung durchgesetzt zu haben, und mit Frau Daxbacher eine kompetente Lehrerin dafür gewonnen zu haben.
Zur Einstimmung zeigte Professor Hirasawa einen Film über die Arbeit an seiner Universität, wo besonders die alten japanischen Traditionen von Ikebana (Blumenstecken) bis zu den Kampfsportarten (Budo) gelehrt und vor allem den Studierenden tiefste Einblicke in die Etikette im Sinne des Zen gewährt werden. In seinem Vortrag bedauerte er den Werteverfall dieser alten Traditionen im modernen Japan, ausgelöst durch den verlorenen zweiten Weltkrieg, fremdländische Besatzung und Übernahme von negativen Vorbildern aus westlichen Zivilisationen. Sein Ziel ist es, mit Hilfe der Kampfsportarten im Schulbereich die Werte der Achtung vor dem Mitmenschen, vor allem des Schwächeren zu stärken. Da diese Ziele nicht nur ein "japanisches" Problem sind, waren in der anschließenden Diskussion alle Anwesenden einer Meinung, dies in alle Länder zu übertragen.
Jedem aus der Seele sprach Norbert Schwalber, der als Vertreter der Politik und des Vereinssports, der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft durch negative Einflüsse der Globalisierung durch verstärkte Einbindung sportlicher Aktivitäten, bereits ab dem Kindergartenalter entgegensteuern sollte.
Gerade diese Verrohung der Sitten in einigen Gesellschaftsschichten prangerte Polizeioberrat Peter Trippmacher im Umgang mit der Arbeit den Polizeibeamten an. Etwas mehr Respekt im Umgang miteinander, würde die Arbeit zur öffentlichen Ordnung erleichtern.
Interessant Einblicke in ihre tägliche Arbeit gab Judolehrerin Regina Daxbaxher preis. Erfreulich war ihre Erkenntnis, dass die Arbeit der letzten fünf Jahre erste Erfolge zeigen. Schüler, die bei ihr im Judounterricht sind und waren, gehen mit viel mehr Selbstvertrauen und deutlich gestärkt im Umgang mit anderen Menschen daraus hervor.
Noch ist die Welt nicht verloren, ist das Motto von Beppo Sedran, der sowohl den positiven Einfluss des Sports, hier insbesondere beim Judo, aber auch die harte Schule am Beispiel der Erwachsenenbildung im Arbeitsleben sieht. Erfolgreiche Sportler, wie auch erfolgreiche Absolventen im Weiterbildungsbereich fordern ihren Respekt ein und bekommen ihn auch.
Diskussionsleiter Hannes Daxbacher hätte wohl noch Stunden über seine (meist) erfolgreiche Arbeit im Sport und Polizeiausbildung berichten können, aber der Weg ist steinig und schwer und alle sind aufgerufen, nicht in ihren Bemühungen nachzulassen und an der erfolgreichen Umsetzung der Mission "Kokoro" (Herz und Geist) mitzuwirken.
Professor Nobuyasu Hirasawa wurde im Namen aller von Hannes Daxbacher verabschiedet. Er verband es mit den besten Wünschen über das Gelingen seines großen Vorhabens, das Symposium an seiner Universität. Er möge damit den Menschen den Impuls zu geben, mit etwas mehr Respekt und Achtung voreinander das Zusammenleben zu verschönern.
Beppo Sedran, 15.10.2008, Tel.: 08234 6509


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