Teegebäck weckt Lust auf Berufspraxis

Königsbrunn: Fritz-Felsenstein-Haus | Heidesand und Schokobohnen heißen die süßen Naschereien, die heute in der Schulküche der Fritz-Felsenstein-Schule angefertigt werden. Bücher und Hefte bleiben unter der Bank, wenn Profi-Konditor Johannes Felkel aus Königsbrunn den Schülern des Kompetenzzentrums für Körperbehinderte zeigt, wie viel Spaß sein Beruf macht. In kleinen Gruppen kommen sie an zwei Vormittagen in den Genuss seines Könnens.

Erst schnuppern, dann naschen
Die Projekttage dienen dazu, Schüler auf die Ausbildungs- und Berufswelt nach der Schule vorzubereiten und Interesse an in Frage kommenden Berufen und Arbeitsbereichen zu wecken. „Konditor sein ist eine tolle Sache – man ist kreativ und kann mit den Erzeugnissen seiner Arbeit Menschen glücklich machen“, bringt Felkel, der vor einigen Jahren als Deutschlands bester Konditorgeselle ausgezeichnet wurde, die Liebe zu seinem Beruf auf den Punkt. Inzwischen ist er Meister seines Handwerks und nimmt derzeit beruflich eine neue Herausforderung in Angriff.

Teegebäck als Teamwork
Die sieben Jugendlichen der Fritz-Felsenstein-Schule, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und heute dabei sind, folgen interessiert seinen Handgriffen. Butter schaumig rühren, Schokolade schmelzen und den feinen Mürbteig kneten – Helfer sind schnell gefunden. Die Schüler sind dankbar für die Abwechslung im Schulalltag und wollen sich an der Herstellung des „Teegebäcks“ beteiligen, denn so heißen Plätzchen in der Konditorenfachsprache. Wer mitmacht, darf später auch verkosten – und das will sich keiner entgehen lassen. Astrid Urban, die sich für´s Kneten entschied, erzählt, dass sie auch zu Hause gerne in der Küche aushilft. Und Nico, der Spaßvogel der Klasse, hat auf Grund seines Handicaps beim Führen des Mixers zwar Schwierigkeiten, doch Ergotherapeut Roland Salvamoser unterstützt ihn dabei, so dass ihm mit etwas Geduld ein wunderbar buttriger Teig gelingt. Und natürlich verrät Konditor Felkel den einen oder anderen Backtipp.

Das Bayerische Kultusministerium unterstützt solche Projekte an Förderschulen, um die schulische Praxis weiterzuentwickeln. „Ein echter Konditor in Arbeitskleidung beeindruckt unsere Schüler wesentlich mehr“, weiß der stellvertretende Sonderschulrektor Günter Mairock, der diese Projekttage speziell für Schüler mit Lernschwierigkeiten organisiert. „Und gerade bei Jugendlichen, die ihr Leben mit einer Körperbehinderung meistern, sind Berufe rund um die Hauswirtschaft gefragt.“

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