Mittelschüler und Senioren besuchen gemeinsam tim-Textilmuseum

Warum war Augsburg ein wichtiger Standort für die Textilindustrie - diese Frage klärte sich bereits am Beginn der Führung

In der Früh trafen sich die Schüler der Klasse 10bM im Cafe des AWO-Seniorenheims, um einen gemeinsamen Vormittag mit einer Gruppe von Heimbewohnern zu gestalten. Die Fahrt ging nicht ins Blaue, sondern ins tim - das Augsburger Textilmuseum - und die Busfahrt wurde vom AWO Seniorenheim organisiert und für die Mittelschüler gesponsort. Schon auf der Hinfahrt knüpften Jung und Alt die ersten Kontakte. Beim Aussteigen fanden sich schnell Begleitpersonen für alle "Rollis" und die anderen Senioren.

Nach einer herzlichen Begrüßung im Foyer teilte sich die Gruppe auf und die interessanten Führungen durch das Museum konnte beginnen. Wissenswertes über die Ausgangsprodukte der Textilstoffe bekamen die aufmerksamen Teilnehmer gleich anfangs zu hören. Aber auch die Entstehung mancher Ausdrücke wie beispielsweise "blau machen" wurden während der Führung aufgeklärt. Denn das Indigo benötigt - wenn man es am Freitag aufhing - zwei bis drei Tage zum Trocknen im Turm des Färbers, weshalb er am Montag noch in der Wirtschaft ein Bier trinken konnte. Auf die Frage, was er hier mache, antwortete der Färber nur "blau machen", denn er konnte erst weiterarbeiten, wenn die Farbe getrocknet war.

Am eindrucksvollsten für alle waren wohl die funktionsfähigen Web- und Strickmaschinen aus unterschiedlichen Epochen der Textilindustrie. Die enorme Lautstärke und die Faszination der dahinterstehenden Technik fesselte Senioren wie Schüler gleichermaßen. Da nicht nur der Familienname Weber für manchen Senior noch die Zunft seiner Familie darstellte, sondern auch die Eltern oder Großeltern in der Textilindustrie gearbeitet hatten, stellten hier die Senioren einige Fragen. Der Ausklang bei den "drei Grazien" des Museums lockte vor allem die Schülerinnen an, die gern noch etwas Zeit mit Eigenkreationen für Stoffmuster verbracht hätten.

Die Zeit im tim verging wie im Flug und auf der Rückfahrt konnten sich Jung und Alt noch ein wenig über das gemeinsam Erlebte austauschen.

Bevor unsere Heimbewohner wieder zum Mittagstisch ins AWO-Seniorenheim zurückkehrten, verabschiedeten sich alle Teilnehmer voneinander - mit einem Lächeln...

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myheimat-Stadtmagazin königsbrunner | Erschienen am 03.02.2012
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