„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ im Cineplex Königsbrunn

Wir erlebten eine wunderbare Aufführung des Klassikers von Brecht und Weill, in der einfach alles stimmte: die sängerische wie schauspielerische Leistung des Ensembles, das Orchester, das Bühnenbild, die Kameraführung (kein einziger Schwenk, aber immer der optimale Bildausschnitt), die Übertragungsqualität von Bild und Ton - und nicht zuletzt das köstliche Büffet in der Pause.

Dass die Oper auf Englisch gesungen und gesprochen wurde, wirkte nicht fremd, sondern wie wenn sie "nach Hause" gekommen wäre. (Dabei war die Übersetzung an vielen Stellen besser als das Original!) Wie im dritten Akt die ganz normalen Stadtbewohner einen der ihren denunzieren, verurteilen und schließlich hinrichten, wurde so glaubwürdig dargestellt, dass es gewaltig unter die Haut ging. Die Oper parodiert eben nicht nur den Kapitalismus, sondern führt die Dummheit und Bösartigkeit der Menschen in einer Weise vor, die auch 70 Jahre nach dem Ende des Nazi-Regimes noch (oder wieder?) beängstigend aktuell ist.

Für Perfektionisten noch eine kleine Kritik: Das Nahen des Hurrikans am Ende des ersten Akts wurde mit einer läppischen und nichtssagenden Video-Sequenz unterlegt. Dabei hätte man so schön ein animiertes Satellitenbild zeigen können, das den Hurrikan langsam, aber (scheinbar) sicher auf die Stadt zuwandern lässt!

Ein herzliches Dankeschön nochmal für den "Gewinn" dieses Abends.
Ihre mh-bayern-Leser
Elisabeth Weiß und Alfred Laut
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