Die Singold ist wieder im Bewusstsein
Auswertung und Abschluss des Projekts „Leben mit der Singold“
Bilanz ziehen, prüfen ob die Ziele des Projekts „Leben mit der Singold“ in Bobingen erreicht oder verfehlt wurden, war Thema des Reflexionsworkshops, zu dem die Ökologische Akademie und die Stadt Bobingen in den „Treffpunkt“ eingeladen hatte. Unter der Moderation von Thomas Ködelpeter beteiligten sich die Mitglieder der projektbegleitenden Steuerungsgruppe am Blick auf Erfolge, Hemmnisse, Perspektiven und mögliche Hürden.
Waltraut Wellenhofer, die Dritte Bürgermeisterin, dankte im Namen der Stadt Bobingen dem Team der Ökologischen Akademie für seine engagierte Planung und umsichtige, motivierende Leitung der vielen Veranstaltungen. Mit unterschiedlichen Themen und Schwerpunksetzungen sei es in den 18 Veranstaltungen, Events und Fortbildungen gelungen, die vergessene Singold wieder auf die poli-tische Tagesordnung zu setzen und bei vielen die Liebe zum heimatlichen Fluss zu wecken.
Thomas Ködelpeter fasste in seinem Rückblick die Intention und Ziele des beteiligungsorientierten Projekts zusammen. Ermöglicht wurde „Leben mit der Singold“ durch eine Förderung des
Bayerischen Umweltministeriums und eine finanzielle Unterstützung der Stadt Bobingen, die sich als Kooperationspartner an dem Projekt beteiligte. Zahlreiche Bobinger Vereine, engagierte Bürger und Bürgerinnen, Eltern und Kinder, die Singold- und Laurentius-Grundschule und des Kindergartens St. Felicitas trugen mit ihren Beiträgen und ihrer Teilnahme zum Erfolg des Projekts bei.
„Das Ziel, die Singold mit ihrer Geschichte, Nutzung, Qualität und Chancen ins öffentliche Bewuss-tsein zu holen und die vergangene, gegenwärtige und künftige Bedeutung und Nutzung mit konkre-ten Aktionen erfahrbar zu machen und zu gestalten, sei, so Ködelpeter, Schritt für Schritt aufge-gangen“.
Mit dem Bau des kleinen Brotbackofens an der Mittleren Mühle durch die Schüler der Praxisklasse der Dr. Jaufmann – Volks-/Hauptschule unter der fachlichen Leitung von Maurermeister Richard Zerle mit der schulischen Begleitung durch Franz Strehler (Lehrer) und durch das Partizipations-projekt von Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Lehrern zum Bau des Wasserspielplatzes auf der Singold-Insel wurde deutlich, wie aus Denken und Handeln für Bobingen wertvolle Lebensqualität entstanden ist.
In der Antwort auf die Frage, womit das Projekt nachhaltige Wirkungen erzielen konnte, waren sich die Mitglieder des Steuerungskreises schnell einig; „bei der Bürgerschaft, in der Politik und Verwal-tung hat sich ein Bewusstsein für die Singold enwickelt“. Im Projektverlauf sind auch zahlreiche neue Partnerschaften und Vernetzungen zwischen Personen und Bobinger Vereinen entstanden. Und die abschließende Flusskonferenz ließ das Interesse an einer gemeindebergreifenden Zusammenarbeit
für eine lebendige Singold erkennen.
Kontrovers fielen die Statements des Steuerungskreises zu der Frage aus, worin Schwierigkeiten oder Schwachstellen der Projektdurchführung lagen. Während einige anmerkten, dass die Mehrzahl der Bobinger nicht aus der Reserve gelockt werden konnte, konstatierten andere eine kontinuierliche Information der Bürgerschaft, Politik, Verwaltung und der Presse. Zum Bekanntheitsgrad des Projektes befragt, äußerten 66% der 75 Befragten des Bobinger Fischtags (Juli 2008), dass sie das Projekt „Leben mit der Singold“ kennen.
In der Rolle der Ökologischen Akademie, einem in Bobingen unbekannten, neutralen Vermittler und Anreger, sieht Ködelpeter, die Voraussetzung, um zu einer breiten Mit-wirkung und Unterstützung quer durch alle Vereine und Parteien zu gelangen.
Wie könnte es nach dem Projektende weitergehen?
Projekte haben bekanntlich einen Anfang und ein Ende. Deshalb stand auch die Frage, wie es nach dem Ausscheiden der Ökologischen Akademie weitergehen könnte, im Raum.
Die Weiterarbeit für eine lebendige, naturnahe Singold in Bobingen und im gesamten Flussraum werde, so die Mitglieder derSteuerungsgruppe, nur gelingen, wenn es aktive Personen und Einrichtungen gibt, die sich dieser Aufgabe annehmen. Große Hoffnungen setze man in die Zusammenarbeit von Fischereiverein Bobingen, Bund Naturschutz OV Bobingen, Stadtverwaltung, Mühlenverein, Kunstmühle Hefele und Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Ottmar Vellinger (BN) signalisierte, dass die lokale Weiterarbeit an der Singold zu Beginn des kommenden Jahres mit einer professionellen Unterstützung rechnen könne.
Weiterverfolgt wird das Angebot des Bund Naturschutz die Renaturierung der Singold im Bobinger Raum mit Euro 1.500.- zu unterstützen, wenn sich gleichzeitig zwei andere Förderer mit der gleichen Summe beteiligen. Hier gilt es das Gespräch mit Dr. Gerum (Trevira GmbH) aufzunehmen, der in der Flusskonferenz ein Engagement der Trevira GmbH in Aussicht gestellt hat.
Gemeindeübergreifend kann das von der Ökologischen Akademie e.V. im Rahmen des REK „Begegnungsland Lech-Wertach“ eingebrachte und vom Entscheidungsgremium des REK befürwortete Projekt „Flussallianz Singold“ eine Entwicklungsperspektive für den gesamten Flussraum Singold bieten.
Der Wasserspielplatz auf der Singold-Insel ist nach Reinhold Lenski (Kulturamt der Stadt Bobingen) in trockenen Tüchern. „Der Rohbau ist inzwischen abgeschlossen und mit den Firmen Lauter und CFT sowie dem Lions-Club gibt es drei Sponsoren, die sich an den Bauarbeiten und der Ausgestaltung beteiligen“, teilte Lenski mit. Im April oder Mai 2009 könne der Wasserspielplatz mit einem großen interkulturellen Fest auf der Singold-Insel in Betrieb gehen. Von der Projektgruppe zum Wasser-spielplatz werde jedoch kein fertiges, abgeschlossenes Produkt abgeliefert, sondern der Wasser-spielplatz entwickle sich im Laufe der Zeit mit den konkreten Ideen der Kinder und den Möglich-keiten zur Umsetzung immer weiter.
Mit einem kleinen Umtrunk stießen die Mitglieder dsr Steuerungskreises auf den Abschluss der erfolgreichen Zusammenarbeit im Projekt „Leben mit der Singold“ an und verabschiedeten Thomas Ködelpeter, den Projektleiter von der Ökologischen Akademie.
Bild: Reflexions-Workshop zum Abschluss des Projektes „Leben mit der Singold“
(von links nach rechts: Elisabeth Morhard (Kulturamt), Monika Bistritzki (Netzwerk Verständigung), Margrit Horsche (Laurentius-GS), Ottmar Vellinger Bund Naturschutz), Thomas Ködelpeter (Ökologische Akademie), Waltraut Wellenhofer (3. Bürgermeisterin), Waltraud Görs (Schulleiterin Laurentius-GS)
Foto: R. Lenski, Bobingen
Kontakt:
Thomas Ködelpeter
Projekt: Leben mit der Singold
Ökologische Akademie e.V.


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