Brosamen gegen den Hunger

Brosamen gegen den Hunger

Die explodierenden Nahrungsmittelpreise bedrohen den Weltfrieden. Die Ursachenforschung hat höchste Priorität.

Viele Gründe werden ausgemacht. Ob es die wachsende Weltbevölkerung, das veränderte Ernährungsverhalten in Indien und China oder die Zweckentfremdung von Getreide für die Biotreibstoffproduktion ist. All das trägt dazu bei, dass die Nachfrage steigt und somit auch die Preise.

Ein wichtiger Grund jedoch wird erst langsam ins Gespräch gebracht. Die Spekulationen an den Agrarrohstoffmärkten. Dass die Gier die Preise für Gold, Platin und Silber in die Höhe getrieben hat, lässt viele von uns kalt. Die Spekulationen in Öl treffen uns schon wesentlich härter. Der Anstieg der Stromkosten in Deutschland wird von den Konzernen auf die Preisentwicklung an der Leipziger Strombörse geschoben. Selbst unsere bis dato so stabilen Finanzmärkte kommen durch die ungezügelte Gier nach Gewinn in starke Schwierigkeiten.

Aber nun auch noch die Agrarprodukte. Weltbankpräsident Robert Zoellik hat die reichen Länder zum Handeln aufgerufen. Der erste und schnelle Schritt sollte ein internationales Abkommen zur Einschränkung von Spekulationen auf Nahrungsmittel sein. Das Thema ist zu ernst, als dass ein Aufschrei der Finanzwelt, der unweigerlich zu hören sein wird, die Politiker von diesem Vorhaben abhalten darf. Ohne wenn und aber muss eine Spekulationsblase am Nahrungsmittelmarkt verhindert werden. Sonst werden bald alle Hungerhilfen zusammen nur noch wie Brosamen auf einem großen leeren Teller sein.

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Thomas Jacobi aus Annaberg-Buchholz am 16.04.2008 um 11:03 Uhr  
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