Wechsel im Kölner Rat: Henseler geht, Wortmann kommt. Freie Wähler überreichen Bürgerpreis.

  Köln: Innenstadt |

(Köln Raderberg) Der Wechsel an der Spitze der Kölner Freien Wähler war bereits längere Zeit geplant. Walter Wortmann (Foto) übernimmt nun offiziell die Amtsgeschäfte des langjährigen Ratsherrn der FWK Andreas Henseler. Der Einladung des Wählerbündnisses waren etwa 100 Gäste und einige prominente Kölner Persönlichkeiten gefolgt.

Ein weiterer Höhepunkt der politischen Adventsfeier 2015 der FWK, war die Verleihung des Bürgerpreises 2015 an Klaus Hoffmann, den Vorsitzenden des Stadtsportbundes. Der Preisträger erhielt eine Bronzekopie des Stadtsiegels von 1149, einem der bedeutendsten historischen Symbole der Kölner Bürgerschaft. Die Laudatio hielt Dr. Werner Peters, der erste Träger des Preises im Jahre 2013. Er sagte: "Klaus Hoffmann ist einer der Repräsentanten der Stadtgesellschaft, die über Jahrzehnte in den verschiedensten Funktionen wichtige ehrenamtliche Arbeit leisten. Ohne ihr Engagement hätte diese Gesellschaft keinen Zusammenhalt und keine Perspektive." Hoffmann war Vorsitzender des Stadtbezirkssportverbandes Innenstadt, Mitglied der dortigen Bezirksvertretung und Ratsmitglied. Als Vorsitzender des Stadtsportbundes Köln hat er diesen in ruhiges Fahrwasser geführt. Er steht in ständigem Kontakt mit der Stadtverwaltung, um die Belegung der Sporthallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge nicht über Gebühr auszudehnen. In seiner Replik sagte Hoffmann: "Ich danke den Freien Wählern für die mir verliehene Auszeichnung. Ihnen habe ich mich immer verbunden gefühlt, auch wenn ich als Vorsitzender des Stadtsportbundes parteipolitisch neutral bin. Sie haben den Stadtsportbund in der Sporthallenfrage immer unterstützt. Es kann bei allem Verständnis für die aktuelle Notsituation nicht sein, dass Vereinen durch die weiter andauernde Nutzung der Hallen als Notunterkünfte die Existenzgrundlage gefährdet wird. Ein wichtiger Motor für Integration waren wir immer schon und werden es auch weiterhin bleiben. Willkommenskultur ist für uns selbstverständlich".

Der Einladung zur politischen Adventsfeier ins Brauhaus am Kloster in Raderberg waren über 25 Mitglieder und zahlreiche Sprecher und Vertreter von Bürgervereinen und Bürgerinitiativen gefolgt, u. a.: Bernhard Lob (Förderkreis rechtsrheinisches Köln), Andreas Wulf (Colonia ELF), Ursula Grosse Grollmann (BÜSIE), Werner Keil (Köln mitgestalten), Bernd Huber (Dorfgemeinschaft Rondorf), Harald von der Stein (Bürger für Bäume), Birgit Hirscher (BIGE) und Ottmar Lattorf (NABIS). Neben den Vorgenannten besuchten auch Katja Hoyer, Ratsfrau der FDP, und Thomas Hegenbarth, Gruppensprecher der Piraten im Rat, die Feier. Andreas Henseler, Ratsmitglied der Freien Wähler, begrüßte zusammen mit dem Vorsitzenden Martin Klein die Gäste und erläuterte die Rolle der Freien Wähler im Rat - insbesondere in der letzten Ratssitzung. Er begründete die Niederlegung seines Ratsmandates.
"Die Freien Wähler wussten von vorneherein, dass ich das Mandat nicht über die gesamte Amtsperiode ausüben wollte. Mehr als 40 Jahre Kommunalpolitik als Aktivist in Partei, Wählergemeinschaft, Verwaltung und Rat sind genug. Mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker beginnt eine neue Zeit im Rat. Wir haben ihre Kandidatur als parteilose Oberbürgermeisterin nach den Grünen als erste unterstützt. Ihre erste Ratssitzung war zugleich meine letzte und enthielt für mich und die Freien Wähler einen inhaltlichen Triumph. Nachdem meine Vorgänger im Rat über Jahre immer wieder mit Anträgen gegen die Hubschrauber-Station auf dem Kalkberg abgebügelt wurden, wurde jetzt - nach dem Abrutschen der Station - auf unsere Initiative hin ein Baustopp durchgesetzt. Er soll die Möglichkeit zur Suche nach einem besseren Standort eröffnen. Der Rat hat mich freundlich verabschiedet und Walter Wortmann, diesmal noch auf der Zuschauertribüne, als meinen Nachfolger kennen gelernt. Ich wünsche ihm für seine Arbeit alles Gute und werde ihn selbstverständlich unterstützen. Auch den Freien Wählern und BÜSIE will ich erhalten bleiben, aber zukünftig auch genug Zeit für meine Hobbys haben."

Danach stellte Walter Wortmann, Vizevorsitzender der Freien Wähler Köln und ihr
Sprecher im Stadtbezirk Rodenkirchen, die Schwerpunkte für seine am 1.1.2016
beginnende Ratsarbeit vor. Wortmann hat sich beim Bürgerbegehren Archäologische Zone/Jüdisches Museum stark engagiert und gehörte lange Jahre zum Aktivenkreis der Initiative "Köln kann auch anders". Er sagte: "Ich werde die politische Arbeit von Andreas Henseler auf der Grundlage des Kommunalwahlprogramms der Freien Wähler nahtlos fortsetzen. Meine Akzente werden jedoch andere sein. Ich verfüge über andere kommunalpolitische Erfahrungen als er, will aber die Verbindung zu den Initiativen, mit denen ich persönlich gut vernetzt bin, weiter ausbauen. Ich verstehe mich als Dienstleister und Transporteur ihrer Anliegen in den Rat, wobei ich nicht alles und jedes aufgreifen kann. Meine Schwerpunkte bilden der Einsatz für solide Haushaltspolitik und mehr Bürgerbeteiligung. Gemeinsam mit den Freien Wählern werde ich alles daran setzen, dass eine neue Politik für Köln, die Oberbürgermeisterin Henriette nach kurzer Zeit im Amt verkörpert, erfolgreich und dauerhaft ins Werk gesetzt wird".

Die anschließende Diskussion war von Anerkennung der Leistungen der Freien Wähler in ihrer über 11-jährigen Geschichte in Köln geprägt. Gute Wünsche gab es für die weitere Arbeit im Rat und der Bezirksvertretung Rodenkirchen, wo Torsten Ilg die Freien Wähler vertritt. Dr. Martin Müser, ihr erster Ratsherr, erinnerte an die Gründungszeit 2004 und an die Sträuße, die er in der Aufarbeitung des Messeskandals mit dem damaligen Stadtkämmerer und heutigen Finanzminister NRW ausgefochten hat: "Es bleibt dabei - Köln braucht die Freien Wähler und die Freien Wähler brauchen Leute wie Andreas Henseler und Walter Wortmann".
Der ersten Ratsfrau der Freien Wähler, Anita Cromme, die wegen einer Erkrankung nicht teilnehmen konnte, galten herzliche Genesungswünsche aller Anwesenden.
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1 Kommentar
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Ricky Schmidberger aus Köln | 29.12.2015 | 21:59  
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