Wahlergebnisse der IHK Köln kein Geheimnis mehr

Köln: Industrie- und Handelskammer | Die Heimlichtuerei der IHKn um die Wahlergebnisse ist für Demokraten ohnehin nicht nachzuvollziehen. Das Beispiel der IHK Kassel-Marburg, die schon seit 2004 vorbildlich die Wahlergebnisse veröffentlicht, beweist zudem, dass die Argumente der Verweigerer nicht ziehen. Tatsächlich ist die Zahl der Bewerberinnen und Berwerber in Kassel gestiegen und nicht gesunken ist. Mehr Transparenz, mehr Demokratie führt eben auch zu mehr Interesse und Beteiligung. Zwar hat auch die IHK Bochum auch beschlossen, ihre Wahlergebnisse zu veröffentlichen. Zu finden sind diese aber noch nicht.
Auf Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz hat nun die IHK Köln die Wahlergebnisse auch im Detail veröffentlichen müssen. Immerhin – und das fällt positiv auf – haben sich die Kölner nicht lange geziert. In der Kammer-Szene ist das schon deswegen bemerkenswert, weil die IHK Berlin sich nicht zu schade war, den Datenschutzbeauftragten einzuschalten, nachdem der bffk es war, der die Berliner Wahlergebnisse veröffentlichte.

Warum aber gibt es diese Geheimniskrämerei?



Die Antwort ist einfach. Einerseits verschleiern auf diese Weise die IHKn, dass die ohnehin schlechten Wahlergebnisse tatsächlich noch schlechter ausfallen. Denn erst die Analyse der genauen Daten zeigt, dass zur Berechnung der Wahlbeteiligung gleich zweifach tausende von Mitgliedern nicht mitgezählt werden. Einerseits liegt die Zahl der verschickten Wahlbriefe fast regelhaft unter den auf den Internetseiten stolz präsentierten Mitgliederzahlen. Und dann werden die Postrückläufer ebenfalls einfach nicht berechnet. Eine solche Zählweise entspricht ganz und gar nicht den gängigen Regeln zur Berechnung einer Wahlbeteiligung, schönt aber das Elend.
Wahlbeteiligung IHK Köln 2014Die IHK Köln gibt die Wahlbeteiligung selbst mit 8,13 Prozent an. Bezogen auf die Zahl der verschickten Wahlbriefe sind es aber nur 7,43 Prozent. Bezogen auf die in der Selbstdarstellung angegebene Mitgliederzahl sogar nur 7,26 Prozent. Man würde sich wünschen die deutschen IHKn würden die Energie zur Verschleierung der tatsächlichen Wahlbeteiligung in die Erhöhung derselben investieren.
Der zweite Grund für die Heimlichtuerei ist noch wesentlicher. Denn die Kenntnis der genauen Wahlergebnisse straft die Propaganda der Kammern von der Egalität der Mitglieder bei der Wahl Lügen. Denn aufgrund der Wahlgruppeneinteilung und der unterschiedlichen Gewichtung der Unternehmen kommen einige Kandidaten mit extrem wenigen Stimmen in die Vollversammlung, während andere deutlich mehr brauchen. Am Beispiel Köln zeigt sich, dass z.B. die 6 neuen Vollversammlungsmitglieder aus der Wahlgruppe der Banken (Wahlgruppe 24) alle zusammen nur 173 Stimmen benötigten. In der Wahlgruppe 5 (Einzelhandel / Köln) hätte dies noch nicht einmal für einen einzigen Sitz in der Vollversammlung gereicht. Damit ist das Märchen von der Gleichheit der Wahl zu den Vollversammlungen enttarnt. Jeder kann sich am Beispiel der einzelnen Wahlgruppen im Falle einer Veröffentlichung davon ein Bild machen. Das aber genau wollen die IHKn verhindern.
Hier geht's zu den Wahlergebnissen: http://bffk.de/files/wahlergebnis_final.pdf
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