Köln/Freie Wähler: Historische-Mitte protzig und teuer, Bezirke bleiben auf der Strecke.

Freie Wähler sind gegen die zunehmende "Verbauung" der Innenstadt durch teure Projekte wie die Historische Mitte und das Jüdische Museum.
Köln: Rathaus |

Freier Wähler Torsten Ilg klagt an: „Unser Schulen und das Rathaus in Rodenkirchen zerfallen, aber in der Innenstadt plant man immer neue Wolkenburgen!"

(Köln/Rodenkirchen) Bezirksvertreter Torsten Ilg von den Freien Wählern sieht in den gegenwärtigen Plänen zur Umgestaltung großer Teile der Kölner Altstadt die große Gefahr, dass die Belange anderer Stadtteile aus Kostengründen „hinten anstehenden“ werden. In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert er deshalb die Pläne für den Gebäudekomplex der Historischen Mitte, der auf der Südseite des Kölner Doms entstehen soll:
„Köln hat schon so viele unfertige und vor allem teure Baustellen und Projekte und da soll jetzt noch eine weitere „Wolkenburg“ hinzukommen? Fakt ist: Alle städtischen Museen in unserer Stadt sind Zuschussbetriebe. Es ist nicht damit getan immer neue, teure und architektonisch umstrittene "Bunker" zu bauen, wir müssen auch an den Erhalt und an die Kosten durch den laufenden Betrieb und die Sanierung der Häuser denken. Bei allem Respekt für die Notwendigkeit, dem kulturellen Erbe unserer Stadt würdige Räume und Ausstellungsflächen zur Verfügung zu stellen, so wird mir angesichts unserer leeren Stadtkasse Angst und Bang, dass ebenso wichtige wie bereits vor Jahren beschlossene Bauprojekte dadurch massiv gefährdet werden. - So soll beispielsweise das marode Bezirksrathaus in Rodenkirchen laut gültigem Ratsbeschluss, voraussichtlich im Jahr 2019 abgebrochen und am selben Standort neu gebaut werden. Welche Rücklagen hat die Stadt hierfür vorgesehen? Wahrscheinlich keine. Was gedenkt die Politik den Bürgerinnen und Bürgern zu sagen, wenn aufgrund laufender Großprojekte bei denen die Kosten wie im Fall des Kalkberg-Desasters oder der Kölner Opern-Blamage, zunehmend aus dem Ruder laufen und am Ende kein Geld mehr für andere wichtige Investitionen übrig ist? Das Leben der Kölner Bürger findet nicht nur in der Innenstadt, rund um den Dom, oder rund um das Rathaus statt. Wir brauchen in den Stadtteilen vor Ort dringend Investionenen in Infrastruktur, Schulgebäude und Straßen. Auch in den Außenbezirken gibt es Bedürfnisse zu befriedigen, die aufgrund solcher teuren Prestigeprojekte zunehmend in den Hintergrund gerückt sind.”

Auch für andere dringend benötigte Investitionen in seinem Stadtteil sieht Torsten Ilg eher „schwarz“. So brauche beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr von Rodenkirchen dringend den Neubau einer Rettungswache mit genügend Platz: „Was nutzt uns das schönste Rathaus oder der protzigste Museumsbau, wenn diese Gebäude im Falle eines Brandes, aufgrund mangelhafter Ausstattung der Feuerwehr den Flammen zum Opfer fallen“, so das Fazit von Torsten Ilg.
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 05.11.2016 | 20:23  
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Helmut Bathen aus Köln | 11.11.2016 | 20:43  
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