Rückblick: Vor einem Vierteljahrhundert: Fußball-Weltmeisterschaft in Italien. Teil 13: Finale

Vor dem Spiel rief Beckenbauer Thon, Bein, Hässler und Littbarski zum Spielerrat zusammen. Alle vier machten sich aufgrund ihrer Leistungen bei den jüngsten Spielen berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz im Finale. Erwähnt seien hier etwa die Erfolge Thons gegen England. Thon und Bein kamen jedoch nicht zum Zug, obwohl Beckenbauer betonte, dass er sie alle vier für gleich stark halte. Er habe sich für Häßler entschieden, weil sein Tor die Fahrkarte nach Italien gelöst habe, und für Littbarski, weil dieser mit seinen 70 Länderspielen über die meiste Erfahrung verfüge.
Noch am Sonntagmittag führte Beckenbauer den Spielern ein 40 Minuten langes "Video-Medley" mit Zusammenschnitten jedes argentinischen Spielers vor. Einprägen sollten sich die Deutschen vor allem die Vorstoßtaktik des Stoppers Ruggeri. Auch Burruchaga sollte als gefährlicher Gegner Ernst genommen werden. Stürmer Dezotti war dem Großteil der Mannschaft eher nicht so vertraut, dafür den fünf Italien-Außenspielern umso mehr, sie konnten einschlägige Erfahrungen an die Mannschaft weitergeben.
Am Abend direkt vor dem Anpfiff noch eine kurze, aufgeregte Diskussion. Beckenbauer hatte sich für Buchwald als Maradona-Manndecker entschieden. Doch was, wenn Maradona im Mittelfeld, dafür Burruchaga an der Spitze spielte? Man wollte die Wiederholung einer Szene vermeiden, wie man sie beim Finale 1986 in Mexiko erlebte, als Matthäus plötzlich gegen Maradona, dafür Vorstopper Karlheinz Hasselfeld im Mittelfeld spielte. Matthäus mutmaßte dies als eine mögliche Ursache für die damalige Niederlage. An jenem Abend in Rom ging er zuerst zu Beckenbauer, dann zu Buchwald. Man kam überein, Buchwald so oder so auf Maradona "anzusetzen".

Das Endspiel begann am 8. Juli 1990 um 20:00 Uhr in Rom im Stadio Olimpico vor 73.603 Zuschauern. Das Stadion wurde bereits 1960 bei den Olympischen Spielen genutzt und diente in der Gegenwart AS Rom und Lazio Rom als Heimspielstätte.
Es spielte Deutschland gegen Argentinien, eine Neuauflage des Endspiels von 1986. Dies war eine der Besonderheiten dieses Endspiels. Erstmals in der bis dahin 60-jährigen WM-Geschichte trafen zwei Länder zum zweiten Mal im Finale aufeinander – eine so genannte Finalrevanche. Und dies auch noch direkt hintereinander. Denn schon vier Jahre zuvor bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko standen sich beide Mannschaften beim Finale am 29. Juni 1986 in Mexiko-City gegenüber. Damals verlor Deutschland 2:3.
(DFB-Beobachter Hannes Löhr irrte, als er nach dem Spiel Brasilien – Argentinien orakelte: "Argentinien war nur in der Defensive und hat unverdient gewonnen. Die Elf wird nicht bis zum Schluss dabei sein.")
Ungewöhnlich auch, dass bereits am 22. Juni 1980 die deutsche Mannschaft in diesem Stadion im 2:1-Endspiel gegen Belgien Europameister wurde.
Die Aufstellung beim aktuellen Spiel sah auf argentinischer Seite folgendermaßen aus:
Goycochea, Ruggeri, (46. Monzon), Simon, Serrizuela, Lorenzo, Sensini, Burruchaga, (53. Calderon), Troglio, Basualdo, Dezotti, Maradona (Kapitän). Trainer: Carlos Bilardo.
Auf deutscher Seite:
Illgner, Augenthaler, Berthold, (73. oder 74. Reuter, hier widersprechen sich die Angaben.), Kohler, Buchwald, Brehme, Häßler, Matthäus (Kapitän), Littbarski, Klinsmann, Völler. Teamchef: Franz Beckenbauer.
Insgesamt zwölf Spieler aus beiden Mannschaften befanden sich schon im WM-Kader des Jahres 1986. Auf argentinischer Seite betraf dies Batista, Burruchaga, Giusti, Maradona, Olarticoechea, Pumpido, Ruggeri, auf deutscher Seite Augenthaler, Berthold, Brehme, Thon und Völler.
Die Schiedsrichter waren:
Edgardo Codesal Méndez (Mexiko), Michał Listkiewicz (Polen), Pérez (Kolumbien).
Bereits drei Tage vor dem entscheidenden Spiel sagte Teamchef Franz Beckenbauer gegenüber der Presse: "Seit 16 Jahren hat keine Mannschaft mehr so gut gespielt und so viel erreicht wie diese." Insider werteten dies als eine Abrechnung mit Kritikern, die in der Vergangenheit an seinen Fähigkeiten gezweifelt hatten.
Zehntausende deutsche Fans waren nach Rom gekommen, um ihre Mannschaft anzufeuern.
Der ARD-Kommentator Gerd Rubenbauer, der sich schon bei der Anfahrt zum Stadion "bei einem Spiel in Deutschland" wähnte, stellte fest: "Von den Rängen habe ich nur Deutschland gehört und auf dem Spielfeld weitgehend nur Deutschland gesehen."
Argentinien hingegen erfuhr aus den Zuschauerrängen relativ wenig Unterstützung; es wurde gemutmaßt, ob eine beleidigende Äußerung Diego Maradonas Norditalien gegenüber im Vorfeld die Ursache dafür gewesen sein könnte.
Zunächst schien der Ausgang des Spiels vollkommen offen. Die Argentinier präsentierten sich als ersatzgeschwächte Mannschaft, welche im gesamten Spiel keine einzige Torchance hatte. Insbesondere Maradona konnte nicht an die Leistungen bei der WM in Mexiko anknüpfen, da er von Guido Buchwald in permanente Manndeckung genommen wurde. Für Buchwald, der in der Vergangenheit von Fans und Presse oft unterschätzt worden war, ein besonderer Triumph. Über seinen Kontrahenten hingegen schrieb der "STERN" eine Woche später "Der tiefe Sturz des Diego M. Endstation Endspiel: Bis zum Finale hatten die genialen Kurzauftritte Diego Maradonas den ansonsten mittelmäßigen Titelverteidiger aus Argentinien immer wieder in die nächste Runde gerettet. (…) gab's dann für ihn kein Durchkommen mehr. Dem Superstar der letzten Weltmeisterschaft in Mexiko stahlen diesmal die Deutschen die Schau." Daher verhielt sich Argentinien von Anfang an eher defensiv, verlegte sich darauf, den deutschen Spielfluss zu blockieren. Während das deutsche Team 23-mal auf das gegnerische Tor schoss, erfolgte Torwart Bodo Illgners erste und einzige Reaktion auf eine Toraktion der Argentinier nach weit über einer halben Stunde durch eine Rückgabe von Jürgen Kohler. Wie schon im Viertel- und Halbfinale verließ man sich im Wesentlichen auf den bewährten "Elfmeterkiller" Sergio Goycochea. Aber auch die deutsche Mannschaft konnte ihre Torchancen lange Zeit nicht nutzen.
Das Spiel war gekennzeichnet durch viele Fouls und Freistöße. Es geschah ein klares Foul an Klaus Augenthaler, welches jedoch nicht gepfiffen wurde.
Ein weiteres Foul richtete sich gegen Rudi Völler, was für den deutschen Spieler einen Sturz im Strafraum zur Folge hatte.
Gelbe Karten während des Spiels gab es auf deutscher Seite an Rudi Völler (52.), auf argentinischer Seite an Dezotti (5.), Troglio (84.) und Maradona (87.).
Höhepunkt war die rote Karte für Pedro Monzón nach einem Foul an Klinsmann in der 65. Minute. Für die Argentinier der Anfang vom Ende.
Dezotti wurde danach noch in der 87. Minute wegen eines Fouls an Kohler des Spielfeldes verwiesen.
Sechs Minuten vor Schluss der zweiten Halbzeit schließlich die entscheidende Szene: Der mexikanische Schiedsrichter Edgardo Codesal Méndez entscheidet auf Foul durch Roberto Sensini an Völler im argentinischen Strafraum. Eine "Konzessionsentscheidung", wie es Nationalspieler Pierre Littbarski im Nachhinein beschrieb. Es folgt ein Elfmeter der deutschen Mannschaft. Der deutsche Linksaußen Andreas Brehme übernimmt. Brehme ist die Ruhe selbst. Auch destruktive Zurufe der argentinischen Spieler in diesen Augenblicken können ihn nicht irritieren. Später wird er der SPORT-BILD über diese Momente sagen: "Ich glaube, dass ich den Papst in der Tasche gehabt habe, als ich anlief. So stark habe ich an mich geglaubt." Brehme trifft. Platziert in die linke untere Ecke, der Keeper Sergio Goycochea hat keine Chance. Was in diesen Momenten geschah, wurde hinterher von Fans beschrieben als ein "satter Spannstoß ins linke Eck". "STERN"-Chefredakteur Rolf Schmidt-Holtz nannte es einen "Vollspann-Schuss".
Wie Insider in Erfahrung gebracht hatten, hatte sich Goycochea auf zwei deutsche Schützen besonders vorbereitet: Matthäus und Brehme. ARD-Mann Rubenbauer kommentierte dies: "Goycochea wusste alles – nur halten konnte er ihn nicht."
Im Nachhinein wirkte es fast wie ein prophetisches Vorzeichen, dass Brehme 1966 Fußball-Legende Uwe Seeler bei einem Fußballspiel einen Wimpel überreichte. Als ob sich mit seinem Siegtor nun ein Kreis geschlossen hätte.
Im Viertelfinale hatte noch Lothar Matthäus den entscheidenden Strafstoß verwandelt. Matthäus musste jedoch in der Halbzeit des Finales seinen rechten Spezialschuh Größe 40,5 der Marke "world cup" wechseln. Die Sohle war gebrochen, der Stollen am Ballen hatte keinen Halt mehr. Nach dem Wechsel spielte er in zwei verschiedenen Schuhen. Rechts den neuen WM-Schuh "etrusco", den er nach dem Abpfiff einem Sicherheitsbeamten schenkte. Links den gewohnten Schuh der Marke "world cup". Seit 1986 habe Matthäus diese Schuhe getragen, wie er hinterher erzählte. 32 Länderspiele haben sie gehalten, ausgerechnet im entscheidenden Endspiel gaben sie ihren Geist auf. Matthäus fühlte sich in ganz neuen Schuhen nicht sicher. So war es diesmal Andreas "Andy" Brehme, der die Verantwortung übernahm. (Aber dennoch stolz ließ sich Matthäus dann für ein Interview mit der SPORT-BILD vom 18. Juli 1990, welches im italienischen Carimate in der Via Ronco geführt wurde, mit dem Schuh, der Geschichte schrieb, fotografieren. –
Nach wenigen Minuten erfolgte der Schlusspfiff. Der Strafstoss brachte somit das 1:0 für Deutschland. Deutschland wurde damit Weltmeister des Jahres 1990.
Auch dies eine Besonderheit jenes Endspiels: Es war dies das erste WM-Finale, das durch einen Elfmeter entschieden wurde.
Außerdem gewann Deutschland damit seinen dritten WM-Titel. Nach 1954 (Bern, Schweiz) und 1974 (München, Bundesrepublik Deutschland). Bei der Anzahl der Weltmeistertitel zog es nun mit Italien und Brasilien gleich.
Zweite Plätze für Deutschland bis dahin: England (1966), Spanien (1982), Mexiko (1986).
Dritte Plätze: Italien (1938), Mexiko (1970).
Soviele zweite und dritte Plätze hatten bis dahin nicht einmal die Fußballnationen Italien und Brasilien erreicht.
In den letzten Minuten wurde auf den Rängen schon gefeiert. Dann, um 21:50 Uhr, pfiff Mendez ab. Lothar Matthäus, der überragende Spieler dieser WM, bestieg danach als Erster das Siegerpodest und erhielt um 22:03 Uhr den Weltpokal aus den Händen des italienischen Staatspräsidenten Cossiga. Jürgen Klinsmann ritt vor Begeisterung auf den Schultern von Masseur Eder. Bundeskanzler Helmut Kohl, der vier Jahre zuvor in Mexiko tröstende Worte finden musste, durfte nun in der Kabine Glückwünsche aussprechen.
Ein kurioses Detail der Siegesfeier aus dem "STERN" Heft Nr. 29/12. Juli 1990, Seite 31: "Noch auf dem Rasen stimmten die deutschen Spieler in die seltsame Schlusszeremonie hinein, bei der wallend weiß gekleidete Damen mit Mini-Nachbildungen historischer Monumente auf dem Kopf schwarz-rot-goldene Fahnen flattern ließen, eine Siegespolonaise an."
0:30 Uhr rief Beckenbauer alle seine Spieler noch einmal zu einer letzten Mannschaftssitzung zusammen. Er hielt auf ihr eine zehnminütige Ansprache, an deren Ende er allen Spielern das Du anbot. Andreas Möller ging als Erster darauf ein.
Noch um 3:00 Uhr morgens kam Konditionstrainer Berti Vogts zu dem in der Vergangenheit oft unterschätzten Guido Buchwald und entschuldigte sich dafür, dass er ihn zu Beginn der 1980-er aus der U 21 genommen hatte und mitverantwortlich für seine WM-Ausladung 1986 war. Während der aktuellen Weltmeisterschaft war Buchwald zur Höchstform aufgelaufen. Obwohl es noch im Frühjahr gar nicht danach ausgesehen hatte, als sich Buchwald eine Achillessehnen-Entzündung zugezogen hatte. Seine persönliche Schlüsselszene bei der WM sah er rückblickend in einem gewonnenen Laufduell gegen Savicevic im Spiel gegen Jugoslawien. Dies betrachtete er im Nachhinein als Wendepunkt.
In der darauffolgenden Nacht übrigens wurde der Pokal im Tresor des Hotels der deutschen Mannschaft verwahrt. Verantwortlich dafür war der mitgereiste DFB-Manager Horst Schmidt. Am nächsten Morgen holte er ihn von dort für ein weiteres Foto.
Der nächste größere Fototermin mit dem begehrten Objekt war dann anlässlich des öffentlichen Empfangs der Fußball-Nationalmannschaft auf dem Balkon des Frankfurter Römers. Anschließend wurde er für vier Jahre sicher in einem Frankfurter Safe gelagert.

Zu den bewegendsten Bildern dieses Augenblicks gehörte, als Nationaltrainer Franz Beckenbauer vollkommen gedankenverloren, die zehntausenden jubelnden Zuschauer scheinbar nicht zur Kenntnis nehmend, über den Rasen des Stadions spazierte. Bei Vollmond übrigens, was die Feierlichkeit der Stunde ungeplant noch unterstrich.
(Eine persönliche Erinnerung an diese Szene: Mir ist im Gedächtsnis haften geblieben, dass während dieser bewegenden Momente im Hintergrund "One Moment in Time" von Whitney Houston im Hintergrund gespielt wurde. Allerdings war es mir bisher noch nicht möglich, zu recherchieren, ob dieses Lied live in der Arena gespielt wurde oder ob ein deutscher Fernsehsender diese Tonspur drübergelegt hat.)
Für ihn war dies ein Erfolg in gleich mehrerer Hinsicht. So war Beckenbauer als Spieler an jener Mannschaft beteiligt, die 1972 bei der Fußball-Europameisterschaft in Belgien erstmals den EM-Titel für Deutschland holte.
Und 1974 hatte er in München als Kapitän der deutschen Mannschaft in seinem legendären Duell gegen Johan Cruyff aus den Niederlanden das 2:1 für Deutschland geschossen. Was für die damals noch junge Bundesrepublik den zweiten Weltmeistertitel ihrer Geschichte einbrachte. Und nun, 1990, ging Beckenbauer als erster Deutscher in die Geschichte ein, der zweimal Weltmeister wurde, einmal als Spieler, einmal als Trainer.
Am 13. Juli 1984 übernahm er die deutsche Nationalmannschaft als Teamchef.
Und nach seinem WM-Titelgewinn als Spieler im Jahr 1974 erreichte er nun auch als Trainer den WM-Pokal. Das hat zuvor nur Brasiliens Mario Zagalo vollbracht.
Und so wie seine deutschen Nationaltrainer-Vorgänger Sepp Herberger (1954) und Helmut Schön (1974) verabschiedete er sich damit mit einem WM-Titel aus seiner Funktion.
Die Bilanz seines bisherigen Fußballerlebens lautete bis dahin: 66 Spiele mit 36 Siegen, 17 Unentschieden und 13 Niederlagen bei 107:61 Toren. 103-mal deutscher Nationalspieler.
Aussage Beckenbauers auf einer Pressekonferenz kurz nach dem deutschen WM-Sieg: "Wenn jetzt noch Ostdeutschland hinzukommt, sind wir auf Jahre hinaus unbesiegbar."
Der "STERN" schrieb in seiner Ausgabe der kommenden Woche über Beckenbauer: "Dieser Mann, dessen Geschichte nun um ein neues Kapitel erweitert werden muß, gilt seit Sonntag auch als eine Art deutsches Symbol."
Ein Dreivierteljahr zuvor, am 18. November 1989, fand in der Hamburger Redaktion der SPORT-BILD ein Foto-Shooting mit Franz Beckenbauer und einer Eins-zu-Eins-Nachbildung des FIFA-Weltpokals statt. Der Fototermin mit Redaktionsfotograf Heiner Köpke war eher scherzhaft gemeint. Aber fast prophetisch muteten im Gegensatz dazu die Worte von Beckenbauer an jenem Tag an: "Es wäre schön, wenn ich am 8. Juli 1990 dieses Ding in der Hand halten könnte." Und: "Ich will es haben, dieses Ding."
Beckenbauers Amt als deutscher Nationaltrainer ging danach an Berti Vogts über, ebenfalls "Veteran" der 1974-er-Mannschaft. Junioren-Nationaltrainer Vogts war zu dem Zeitpunkt als Nachfolger bereits verpflichtet. Als Konditionstrainer und Berater gehörte er dem deutschen Trainerstab bereits bei den Titelkämpfen an. In der SPORT-BILD vom 18. Juli 1990 gab er seine Pläne für die Zukunft bekannt: "Aber der Titelgewinn bedeutet für mich auch einen großen Vorteil. (…) Jetzt müssen wir keine WM-Qualifikation spielen, können schon heute mit dem Aufbau der WM-Mannschaft für 1994 in den USA beginnen.
SPORT-BILD: Davor kommt aber 1992 die EM in Schweden.
Vogts: Ich werde es so machen wie Italiens Trainer Vicini. Der hat die Euro '88 in Deutschland nur als erste Station in Hinblick auf die WM 1990 benutzt und bei der WM guten, offensiven Fußball gezeigt. Was zählt, ist die WM."
Beckenbauer übernahm danach neue Aufgaben für Olympique Marseille, zunächst als "Cheftrainer", später als Technischer Direktor. Vorher hatte es einige Diskussionen darüber gegeben, Beckenbauer an entscheidender Stelle bei der Organisation der Weltmeisterschaft 1994 in den USA einzusetzen. Zunächst jedoch machte er Urlaub in Kitzbühel, um sich vom Weltmeisterschafts-Stress zu erholen. Ein oft gebuchter Urlaubsort Beckenbauers. Hier feierte er unter anderem gemeinsam mit Mannschaftskapitän Matthäus den Silvesterabend 1989.
In den Wochen nach der Weltmeisterschaft wurden teilweise auch kuriose Details über das Privatleben Beckenbauers über die Medien kolportiert. So etwa, dass er zwanzig Jahre davor, noch als aktiver Spieler, einmal Werbung für "Knorr"-Fertigsuppen machte. (Wofür er von einem anderen Spieler mal als "Suppenkasper" tituliert wurde.) Oder dass er Anhänger der Lehren Konfuzius sei.
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