Kindheitslexikon: Kölledaer Einrichtungen rund um das Thema Gesundheit

Geschäft: Apotheke.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Straße der DSF 33.

Geschäft: Optik-Scholze.
Lage: Man geht die Bahnhofstraße stadteinwärts. Vor einem zweigt die Friedrichstraße in östliche Richtung ab. Nachdem man die Friedrichstraße überquert hat, nicht das Eckhaus, sondern das gleich darauf folgende Haus.


Geschäfte, die vor meiner Zeit in der Stadt existierten:

Geschäft: Drogenhandlung Freytag.
Verarbeitete vor allem Tabak. Auch Kleinstlieferanten konnten ihren im Garten angebauten und zu Hause auf dem Dachboden selbst getrockneten Tabak zum Fermentieren und Schneiden gegen geringe Bezahlung bringen – so wie wir auch. Wir hatten im Garten der Familie Lehmann ein großes Beet mit Tabak bepflanzt und ernteten die Blätter nacheinander. Sie wurden der Größe nach von unten nach oben von den starken Stielen der Tabakpflanzen abgeerntet und zuhause sofort auf einen stabilen, langen Draht aufgefädelt und dann auf dem Dachboden zum langsamen Trocknen aufgehängt. Die frischen Blätter klebten fürchterlich!
Spätere Nutzung/Nachbesitzer: Unbekannt.
Lage: Roßplatz/Ecke Prof.-Hofmann-Straße.

Geschäft: Drogenhandlung Henseler.
Heilkräuter aller Art, vermutlich ungefähr bis Kriegsmitte, nach dem Krieg Verarbeitung und Handel nur noch in Kleinstausführung.
Spätere Nutzung/Nachbesitzer: Hinter dem Wohnhaus war gleich ein großer Trakt für diesen Bereich angebaut. Nach dem Krieg baute man die obere Etage der großen Trockenböden zu einer geräumigen Mehrzimmer-Wohnung aus zum Vermieten. Dort wohnte einige Jahre meine Tante Hildegard, Tochter meiner Großtante Lisa, mit ihrem Mann Artur Schneider und ihren Kindern Axel und Monika.
Später unterhielt der Tischlermeister Dittmer, auch wir haben bei ihm unter anderem Regale und größere Bilderrahmen für Ölgemälde anfertigen lassen, die untere Kräuterhalle als Werkstatt. Er hatte das ganze Haus gekauft.
Lage: Roßplatz, das nächste oder übernächste Haus von Bäckerei Triebel aus zum Backleber Tor hin.

Geschäft: Reformhaus mit medizinisch-orthopädischen Artikeln.
(Es roch dort auch stets entsprechend "medizinisch", wie mir Zeitzeugen berichteten.)
Lage: Straße der DSF, Nordseite. Wenn man von dem Weg zum "Brauhaus" an stadteinwärts zählt, das vierte Haus, welches regulär an der Straße der DSF lag.

Geschäft: Werkstatt des orthopädischen Schuhmachermeisters Richter.
(Einer seiner Söhne war der gleiche Geburtsjahrgang wie meine Mutter, er ging aber auf die andere Schule der Stadt.)
Lage: Und noch ein drittes Mal mit dem Foto: In dem gelben Haus befand sich viele Jahre, wahrscheinlich bis in die Sechziger Jahre, die Werkstatt.


Drogenaufkaufsstelle: So nannten sich die staatlichen Heilkräuteraufkaufsstellen in der DDR, die es in jeder Stadt ab einer gewissen Größe gab. Die in unserer Stadt befand sich in der Erfurter Straße, Südseite, Höhe Entenplan.
Entgegengenommen wurde praktisch alles, was je nach Saison in der freien Natur vor den Toren der Stadt wuchs. Sie zahlten dafür sehr gut.
Ich erntete vor allem im Herbst reife Hagebutten von den Sträuchern an den Feldrändern – so wie zahlreiche andere Jugendliche auch. Vom Pflücktechnischen und vom Gewicht her war das natürlich "easy money", wie man es auf Neudeutsch formulieren würde. Ein Mitschüler von mir hatte mal ein Wochenende über seine ganze Familie zum Mitpflücken "verdonnert" und dafür den Erlös von 600 DDR-Mark eingestrichen. Zum Vergleich: Das war das Einstiegsgehalt eines Junglehrers.


Homöopathie: Was viele nicht wissen: Die Homöopathie wurde bei uns in Mitteldeutschland entwickelt.
Sie geht zurück auf den Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann. 1821 ließ er sich als Herzoglicher Leibarzt von Friedrich Ferdinand von Anhalt-Köthen in der gleichnamigen Stadt Köthen nieder. Dort brachte er seine bislang theoretischen Forschungen auf dem Gebiet der Homöopathie zur Marktreife.
Im März 2013 wechselte der Weltverband homöopathischer Ärzte seinen Sitz von Genf nach Köthen, ins seinerzeitige Wohnhaus Hahnemanns, das heute Gedenkstätte ist.
Auch bei uns in der Stadt praktizierte mal ein Homöopath. Er hatte seine temporär besetzte Praxis in einem Haus auf der Ostseite der Schillerstraße an der Ecke zur Jahnstraße. Meine Großmutter war mal bei ihm in Behandlung wegen ihrer Gallen-Geschichte.


Pilzberatung: Die staatliche Pilzberatung, wo man seine geernteten Pilze auf Ungefährlichkeit begutachten lassen konnte, machte viele Jahre Frau Eichbaum aus der Nummer 18 in unserer Straße. War bekannt für ihr dreirädriges, überdachtes Motorfahrrad, da sie schwer gehbehindert war.
Später dann Herr Rolf Seidel, ehemaliger Mathematiklehrer an der Jahn-Schule und darüber hinaus sozusagen die Graue Eminenz der Philatelisten in der Stadt.
Eine solche Beratung mitzumachen war zwar nicht vorgeschrieben, aber intelligenter war es schon. Und auch versicherungsrechtliche Konsequenzen waren wohl nicht ausgeschlossen, wenn man nicht hinging und dann etwas passierte.


Rotes Kreuz: An einem Sonnabend Anfang/Mitte Juni 1991 veranstaltete das Rote Kreuz, vermutlich der Landesverband, einen Informationstag auf dem Marktplatz.
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