Kindheitslexikon: Jahn-Schule Kölleda/DDR-Bildungssystem allgemein: Wandertage/Exkursionen und Ähnliches/Ferien

Hier sind meine Erinnerungen nur noch in Fragmenten vorhanden:
- Ziemlich zu Beginn der Ersten Klasse bekamen wir, in Kleinstgruppen aufgeteilt, von Schülern der Zehnten Klasse Führungen durch das große Schulgebäude.
- In der Ersten Klasse, kann ich mich erinnern, unternahmen wir auf dem so genannten "Alten Bahndamm" der seinerzeitigen Finnebahn einen Wandertag nach Battgendorf. Dort angekommen, aßen wir in einer Gaststätte, die von den Eltern zweier Mädchen an unserer Schule betrieben wurde. Würstchen mit Senf und Brause gab es.
- Es war, wenn ich mich recht erinnere, Anfang September 1983, als unsere Klasse im Rahmen eines Gruppennachmittages eine Exkursion auf die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) unseres Ortes unternahm und wir uns den Betrieb ansahen.
- Ich glaube im Frühjahr 1984 sahen wir uns an einem Nachmittag im Kölledaer Kino die Verfilmung von "Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen" an, ein Kinderbuch von Franz Fühmann, das 1960 in erster Auflage im Kinderbuchverlag Berlin erschienen ist. Die DEFA-Verfilmung erfolgte vier Jahre später, 1964.
- Als ich acht Jahre alt war, bekam ich mal von unserem Biologielehrer Herrn Bergmann in einer Pappschachtel einen Hirschkäfer geschenkt. Das war damals eine ziemliche Besonderheit, da zahlreiche Insektenarten durch den exzessiven Gebrauch von Chemikalien in der DDR-Landwirtschaft an den Rand ihres Aussterbens gebracht worden waren.
Ich zeigte ihn zunächst in der darauffolgenden Stunde in der ganzen Klasse herum. Am Nachmittag ließ ich ihn dann in unserem Garten frei.
- Die erste Woche in den Sommerferien 1984 fuhr ich mit etlichen Anderen aus meiner Schule mit dem Bus ins Streitsee-Schwimmbad. Die Schule hatte das irgendwie organisiert.
- Im Januar 1985 unternahmen wir an einem Mittwoch anlässlich eines Gruppennachmittages eine Winterwanderung ins benachbarte Battgendorf und wieder zurück. Ziemlich viel Schnee lag an dem Tag. Wenn ich heute Winterwanderungen am Stadtrand von Wien unternehme, muss ich noch manchmal an diesen Tag zurückdenken.
- In den ersten drei Schuljahren haben wir vom Heimatkundeunterricht aus jedes Frühjahr einen Unterrichtsgang durch die umliegenden Straßen unternommen, wo wir Ausschau nach Frühblühern hielten.
Auch in den Jahren danach setzte ich das für mich privat als Tradition fort. Und noch heute, wo ich bereits lange in Wien lebe, praktiziere ich das Jahr für Jahr.
- An einem schon warmen Frühlingsnachmittag des Jahres 1985 sahen wir uns im Kölledaer Kino den DDR-Film über das Leben des Kommunistenführers Ernst Thälmann an.
- In der Vierten Klasse, genau gesagt am 22. Dezember 1985, dem ersten Weihnachtsferientag, in der Nachmittagsvorstellung, waren wir das erste Mal im "Deutschen Nationaltheater" in Weimar. Zu einer ziemlich ausgeflippten Inszenierung von "Rumpelstilzchen".
- Es muss im April 1986 gewesen sein, am letzten Tag vor den Osterferien, wenn ich mich richtig erinnere, als unsere Klasse und die Parallelklasse zu einer NVA-Militärtechnik-Schau auf dem Flugplatz Dermsdorf fuhren.
Verschiedene Dinge wurden uns vorgeführt, Fahrzeuge, Gasmasken und Ähnliches.
Der Tag war ziemlich regnerisch, weiß ich noch.
Hinwärts sind wir mit dem Bus gefahren, heimwärts sind wir über die Straße zur Kiebitzhöhe nach Kölleda zurückgegangen.
- Mai 1986 unternahmen wir einen Wandertag rund um Rastenberg.
- Mitte der vermutlich letzten Schulwoche vor den Sommerferien 1986 fuhren wir an einem Vormittag mit den Fahrrädern ins Streitsee-Schwimmbad.
- Zu Beginn der Fünften Klasse befanden wir uns an einem Vormittag die letzten Stunden im Kölledaer Kino, um uns den sehr schön gemachten sowjetischen Zeichentrickfilm "Das bucklige Pferdchen" anzuschauen. Sehe ich mir übrigens heute noch an, wenn er im Fernsehen wiederholt wird!
- Im September oder Oktober 1986 waren wir in Sport mit Herrn Schorch einmal auf dem Fußballplatz zwischen Pieck-Ring und Stadtgraben.
- Im März 1987 bin ich an einem Freitagnachmittag mit noch ein paar Mann aus meiner Klasse zu irgendeiner Pionierveranstaltung im großen Veranstaltungssaal der Gaststätte "Stadt Sömmerda" im Neubauviertel der Kreisstadt gefahren. Was genau das Thema war, daran kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern.
- März oder April 1987 haben wir mit dem Zug eine Tagesfahrt nach Weimar gemacht. Als Erstes gingen wir in das "Museum für Ur- und Frühgeschichte". Danach waren wir bei einem Würstchenstand. Der nächste Programmpunkt war der alte Friedhof der Stadt. Wir standen in der dortigen Gruft vor den Särgen von Goethe und Schiller.
Am Nachmittag hielten wir uns im Goethepark und in Goethes Gartenhaus auf, bevor wir mit dem Zug wieder heimfuhren. Ein sehr trüber Tag war es.
- Ebenfalls im März oder April 1987 waren wir im Rahmen eines Gruppennachmittages (Stets Mittwochnachmittag.) auf dem Kirschberg in Battgendorf. Es war schon ziemlich warm an diesem Tag, kann ich mich erinnern.
- Zu Beginn der Sechsten Klasse waren wir an einem Vormittag im Kölledaer Kino, um uns eine Verfilmung von "Robinson Crusoe" anzusehen.
- Irgendwann im Herbst 1987 haben wir uns auf dem Kölledaer Marktplatz eine Angelobung von Rekruten der Nationalen Volksarmee angesehen.
- In der Sechsten und der Siebten war unsere Turnhalle aufgrund eines Wasserschadens über 400 Tage lang nicht begehbar. In dieser Zeit gingen wir zum Sportunterricht in die Turnhalle der Bebelschule beziehungsweise auf den städtischen Sportplatz.
- An einem Mittwoch Anfang/Mitte Januar 1988 waren wir im Rahmen eines Gruppennachmittages in der Schwimmhalle Sömmerda. Hinterher, auf dem Rückweg zum Zug, ging unsere Klassenlehrerin noch in eine Kaufhalle und spendierte jedem von uns einen Lutscher.
- Das zweite Mal im Theater in Weimar waren wir Mitte/Ende Januar 1988. Diesmal stand die "Schneekönigin" auf dem Programm. In einer Abendvorstellung.
- In den Winterferien 1988, also in der Sechsten Klasse, bestand die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis an einem Tag zu einer Fahrt nach Sömmerda mitzukommen. Ich bilde mir sogar ein, noch zu wissen, dass das an einem Dienstag war. In Sömmerda waren wir zuerst in einem Kino, wo wir irgendeinen Film ansahen. Den Rest des Tages verbrachten wir im Pionierhaus, in dem alle möglichen Beschäftigungsmöglichkeiten bestanden. Ich hielt mich fast die ganze Zeit in der Bibliothek auf.
Unsere Begleitlehrerin an dem Tag war übrigens Russischlehrerin Frau Töpel.
- Im Juni 1988 sind wir an einem sehr bewölkten Vormittag vom Sportunterricht aus mit Sportlehrer Schorch mit den Fahrrädern ins Streitsee-Schwimmbad gefahren.
- Vermutlich am Mittwoch in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien 1988 sind wir an einem sehr heißen Nachmittag mit den Fahrrädern ein zweites Mal kurz hintereinander ins Streitsee-Schwimmbad gefahren. Diesmal mit unserer Klassenlehrerin.
- Am 30. Oktober 1988 waren wir ab 11:30 Uhr (Die Eintrittskarte besitze ich immer noch!) im Weimarer Theater zu einem Tanzstück namens "Maskerade".
- Vom 8. bis 10. Mai 1989 waren wir im Ferienlager Straußfurt. Als wir am Mittwoch jener Woche mit dem Bus wieder heimfuhren, rückte unsere Parallelklasse nach.
- Im Juni 1989 sah sich unsere gesamte Schule in der Straße Weimarisches Tor den Festumzug anlässlich des 111-jährigen Bestehens der Kölledaer Feuerwehr an.
- Vom 8. bis 10. Oktober 1989 waren wir im Bungalowlager im Berliner Vorort Motzen. Direkt nach jenem schicksalhaften 7. Oktober 1989, der das Ende der DDR einleiten sollte!
- Kurz vor den Weihnachtsferien 1989 fuhren wir an einem Mittwochnachmittag auf den Erfurter Weihnachtsmarkt.
- Was den Januar 1990 betrifft, so bilde ich mir ein, dass wir da mal eine Exkursion zum ACZ oder zum VEAB (Begriffserklärungen siehe entsprechende Kapitel.) unseres Ortes unternommen haben. Aber hier bin ich mir absolut nicht mehr sicher, inwieweit mich da nicht möglicherweise meine Erinnerung täuscht. Nach knapp 25 Jahren erscheint einem Manches eben doch nicht mehr so klar vor Augen …
- Am Nachmittag des 7. Februar 1990 war unsere Klasse zu einer Betriebsbesichtigung im Funkwerk, einem der wichtigsten Unterstützerbetriebe unserer Schule.
Da der Zeitpunkt schon in die Ära des politischen Umbruchs fiel, herrschte da gerade eine etwas unsichere Stimmung, was die weitere Zukunft des Betriebes betraf.
An eine Anekdote kann ich mich erinnern. Wir hatten gerade die Frauenabteilung betreten, als eine der Arbeiterinnen mit extrem schriller und kreischiger Stimme irgendetwas quer durch die Halle rief.
Worauf sie von einer Kollegin veralbert wurde, indem diese in der gleichen Lautstärke Entengeschrei imitierte: "Gaaaaak-Gaaaaak-Gaaaaak-Gaaaaak-Gaaaaak!" Alles lachte.
- Am Freitag vor unserer Jugendweihe ging unsere Klasse schon einmal ins städtische Kulturhaus – ich weiß nicht, ob es zu dem Zeitpunkt bereits wieder Schützenhaus hieß – um eine Probe bezüglich des Zur-Bühne-Schreitens zu absolvieren.
- Am letzten Schultag der Achten Klasse gingen wir zur Eisbude auf dem Roßplatz/Ecke Bäckergasse ein Eis essen.
- Irgendwann Mitte April 1991 waren wir mal in einem Sitzungszimmer im Rathaus, wo uns der zu dem Zeitpunkt gerade amtierende Bürgermeister Bernd Prellberg uns in verschiedene aktuelle kommunalpolitische Angelegenheiten einweihte.
- An einem heißen Vormittag gegen Ende der Neunten Klasse fuhren wir mit den Fahrrädern ins Schwimmbad.
- Irgendwann am Anfang des letzten Schuljahres hatten wir vom Unterrichtsfach "Wirtschaft und Technik" aus mit Herrn Schöne einen Unterrichtsgang zu einer Autowaschanlage auf der Ostseite der Großneuhausener Straße und zu einer Kneipe in dem Kiez hinter der Schule unternommen, in welcher sich Videospiel-Automaten befanden. An den fachlichen Hintergrund kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern; vermutlich hatte es schon irgendetwas mit Berufsorientierung zu tun.
Spätsommerlich heiß war es an diesem Vormittag.
- Ziemlich zu Beginn des letzten Schuljahres sind wir an einem bewölkten Nachmittag mit dem Bus von der Bachstraße aus ins Streitsee-Schwimmbad gefahren.
- Im November 1991 sahen wir uns in "Wirtschaft und Technik", ich weiß noch, es war genau die Stunde vor der Mittagspause, ein Video über Recycling-Technik an. Das Videogerät für die gesamte Schule stand im Lehrerspeiseraum.
- Im Frühjahr 1992 hatte ich im Rahmen des Unterrichtsfaches "Wirtschaft und Technik" mal irgendein Projekt, das sich mit Dämmstoffen befasste. Ich war dazu unter anderem mit dem Fahrrad zu einem entsprechenden Geschäft gefahren, das beim Ortseingang auf der Ostseite der Straße Richtung Weimar lag, ließ mich dort ausführlich beraten. Ich erhielt dafür eine glatte Eins, kann ich mich noch erinnern.
- Vermutlich im April 1992 hatte die regionale AOK im südöstlichen Teil des Schulessenraumes einen Gesundheitsveranstaltungstag für unsere Schule abgehalten. Die hatten da so verschiedene Fitnessgeräte mitgebracht, ein kleines Buffet mit alternativer Ernährung aufgebaut und Ähnliches.
- Im April oder Mai 1992 – ich weiß nur noch, es war ein sehr trüber Tag – sind wir mit dem Bus zu einer damals ziemlich modern wirkenden Berufsinformationseinrichtung in Sömmerda gefahren.
- Die letzten drei Tage unserer Schulzeit – vor den Abschlussprüfungen – verbrachten wir auf dem Zeltplatz Rastenberg. Auch im Schwimmbad waren wir und eine kurze Strecke um den Ort zu irgendeiner Raststation sind wir gewandert. Es war glühend heiß während dieser drei Tage!
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