Kindheitslexikon: Fernsehen: West-Fernsehen – Pausenfüller

Ich kann mich erinnern, wenn die Sesamstraße am Sonnabend vorbei war, wurde manchmal ein so genanntes "Wimmelbild", also ein Bild im Comic-Stil mit sehr vielen kleinen Details, als Pausenfüller eingeblendet. Wenn ich mich nicht ganz täusche, war dies eine Werbung für die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne", eine gemeinnützige, soziale Lotterie im Auftrag der ARD und der kommunalen Spitzenverbände zugunsten hilfsbedürftiger Menschen, die 1956 gegründet wurde.

Sehr lustig fand ich auch die La Linea-Filme, die mit diesem cholerischen Strichmännchen, das grafisch stets mit einer Linie am unteren Bildrand verbunden war.

Sehr beliebt bei mir war ein Pausenfilm des Hessischen Rundfunks mit dem senderinternen Titel "HR-Katzen im Würfel". Da kletterten lauter niedliche, kleine Kätzchen in einer Installation aus hohlen Würfeln herum. Unterlegt war das Ganze mit einer ziemlich bekannten Swing-Melodie.

Die "Urmutter" aller Pausenfüller war sicherlich das Pausenbild. (Es heißt ja heutzutage schon: Wenn man sich an dieses noch erinnern kann, ist das ein Zeichen dafür, dass man alt wird …) Als ich noch Kind war, legte das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen des Westens auch mittags über noch eine Sendepause ein. Man sah in dieser Zeit nichts weiter als dieses mittlerweile zur Legende gewordene Pausenbild, das sich aus lauter geometrischen Formen zusammensetzte.
Manchmal unterhielten sich während dieser Pause Sendermitarbeiter. Ich kann mich noch erinnern, wie fasziniert ich als Kind während dieser Zeit manchmal vorm Fernseher saß, wenn hinter der bizarren Grafik irgendwelche noch bizarreren Gespräche zu vernehmen waren. Das war einfach ein Phänomen für mich.
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