Kindheitslexikon: Fernsehen: Kinderfernsehen – Westen

Bei Sendungen aus den westlichen Kanälen fällt mir spontan Folgendes ein:

"Der rostrote Ritter". Sechsteilige, jeweils 30-minütige ARD-Abenteuerserie von 1977 mit Diether Krebs in der Hauptrolle. Gesehen habe ich sie in der ARD-Wiederholung von 1982.

Mit sechs Jahren sah ich die 42-teilige, 1975 bis 1976 in Japan produzierte Zeichentrickserie "Sindbad". Frei nach den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Im Gegensatz zur literarischen Vorlage war Sindbad der Seefahrer etwa hier noch ein kleiner Junge. Was von den Machern sicherlich mit Hintergedanken in Richtung des Identifikationspotenzials bei den jugendlichen Zusehern so gehandhabt wurde.

Jeden Sonnabend Nachmittag lief auf ARD "Sesamstraße".
Impuls zur Schaffung der Serie war eine Studie in den Sechziger Jahren, der zufolge manche Kinder in den USA täglich bis zu zehn Stunden vor dem Fernseher saßen. In der Folge davon begann man sich Gedanken über pädagogisch wertvolles Fernsehprogramm zu machen. Es entstand "Sesame Street".
Kreiert wurden die dazugehörigen Figuren von Jim Henderson, der zuvor schon die "Muppets" schuf.
Die Erstausstrahlung erfolgte 1969.
Deutsche Namen der Sesamstraßenmonster:
­ Bert: Bert.
­ Ernie: Ernie.
­ Cookie Monster (cookie = Keks): Krümelmonster.
­ Oscar: ?
­ Count (= Graf, zählen): Graf Zahl.
­ Grover (grow = wachsen): Grobi.
Von einem sehr skurrilen Lied, das mal während der Sendung lief, kann ich mich noch an den Refrain erinnern, in dem es hieß: "Das Täle-Täle-Tälefon …"
Vor jeder Ausstrahlung der deutschen Folgen wurde die fortlaufende Nummer der Sendung eingeblendet. Mit dementsprechender Spannung wartete ich natürlich auf die 100. Folge. Diese dürfte 1983 oder 1984 gesendet worden sein. Dafür hatte man sich wirklich etwas einfallen lassen. Die gesamte Crew, die das deutsche Rahmenprogramm der aus Amerika übernommenen Beiträge moderierte, war für diese Folge in einen Zirkus übersiedelt!
Vor allem aber in Erinnerung geblieben ist mir der in den Siebzigern gedrehte deutsche Abspann, bei dem man etliche spielende Kinder auf einem Spielplatz sah. Und ein Kinderchor sang dabei aus dem Off das bekannt Lied: "Der, die, das, wer, wie, was, …"
Ein Westberliner Vierjähriger, der in der "Sesamstraße" auftrat, wurde später sehr berühmt, nämlich Oliver Korittke, bekannt als der Finanzbeamte "Ekki Talkötter" aus der Krimiserie "Wilsberg".

"Die Sendung mit der Maus" lief jeden Sonntag Vormittag auf ZDF.

Holly und Polly: Ich kann mich dunkel erinnern, dass, als ich klein war, im West-Sandmännchen ab und zu eine bestimmte Science-Fiction-Fantasy-Zeichentrickserie lief. Sie handelte von zwei kleinen Mädchen namens Holly und Polly, die mit ihrer Rakete durchs Weltall gondelten. Skurriles Detail: Ab und zu flogen sie zum so genannten "Gieskannen-Mond".

Es war wohl Frühjahr 1986, als ich jeden Sonntagnachmittag auf ZDF erstmals die "Biene Maja" sah. Die Wiederholungen im Fernsehen sehe ich mir heute noch an.

Peter Lustigs "Löwenzahn". (Hierzu eine Detailerinnerung. Jede Sendung behandelte in sich abgeschlossen ein ganz bestimmtes Thema aus dem Alltag. In einer Folge war dies der Gummi. Seine Herstellung, seine Verwendung im Alltag. Und es gehörte ebenfalls zum Konzept der Sendung, dass Peter Lustig jedes Mal ein thematisches Lied sang. Beim Thema Gummi, kann ich mich noch erinnern, wie er dazu auf einem Trampolin auf und ab sprang und ein Lied mit folgendem Refrain sang: "Gummi, Gummi, Gummi, Gummi ist elastisch. Gummi, Gummi, Gummi, Gummi ist ganz phantastisch.")

Sehr lustig fand ich auch "Frankensteins Tante", eine Fernsehserie aus dem Jahr 1986. Sie entstand als Koproduktion von Österreich, Deutschland, Frankreich, Spanien und der Tschechoslowakei und basiert auf dem Roman "Frankensteins Tante" von Allan Rune Pettersson.
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