Kindheitslexikon: Fernsehen: DDR-Fernsehen allgemein

Jedes Mal zu Beginn der DDR-Samstagabend-Show "Ein Kessel Buntes" kam diese sehr sexy gekleidete Frauenkapelle über die Berliner Straße "Unter den Linden" in den Sendesaal einmarschiert und spielte dabei den Marsch "Untern Linden, untern Linden".

Ich erinnere mich an ein paar historische Zwischenblenden des Gesellschaftsmagazins "Außenseiter-Spitzenreiter" im DDR-Fernsehen, welche ein wenig wie die Monty-Python-Collagen wirkten.

Als ziemlich spannend habe ich "TASS ist ermächtigt zu erklären" in Erinnerung. Zehnteilige sowjetische Spionageserie von 1984. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges natürlich entsprechend ideologisch gefärbt, aber trotzdem gut gemacht.

Unbedingt erwähnt werden muss hier die DDR-Fernsehserie "Zur See", die vom Alltag auf einem Schiff der DDR-Handelsmarine handelte, deren Crew in fremden Ländern allerhand Abenteuer zu bestehen hatte. Allein schon die stark euphorisierende Titelmelodie war hollywoodreif!
Nachdem ich sie in den Achtziger Jahren das erste Mal gesehen hatte, gehörte sie mit zu meinen Lieblingsserien. Ich war von der tollen, kollegialen Stimmung an Bord so begeistert, dass ich mir oft vorgestellt hatte, wie es wäre, selbst Teil der Handlung zu sein. Ich erinnerte mich daran, wie ich mir ausgemalt hatte, zusammen mit Zartmann, Schubert, Gorges, Schrade und den anderen von der Technikermannschaft auf dem Deck zu arbeiten. Vor sich den endlosen blauen Himmel zu haben und das endlose blaue Meer, das vom Schiff meterhoch schäumend in zwei Hälften zerteilt wurde. Ich stellte mir vor, mit ihnen mit Brause anzustoßen, wenn sie an Land Bier tranken.

Wolfgang "Lippi" Lippert bekam 1988 bei Radio Bremen als erster DDR-Moderator eine eigene Show im Westen.

Über den früheren DDR-Schauspieler Uwe Kockisch hatte ich mal folgenden kurzen Artikel zu verfassen:
"Das wortkarge Raubein mit dem sanften Inneren begann seine Karriere bei der DDR-Filmgesellschaft DEFA und war seinerzeit durch Auftritte in der beliebten DDR-Krimireihe 'Polizeiruf 110' sowie seine Theaterrollen in Ostberlin ein Begriff.
Nach der Wende gehörte er zu den wenigen Ex-DDR-Schauspielern, die auch auf Anhieb im wiedervereinigten Deutschland Erfolge feierten. So brillierte er unter anderem lange Zeit als Macho-Kommissar Jürgen Pfeifer in der Kölner Polizeiserie 'Die Wache'. Darüber hinaus machte sich Kockisch als Charakterdarsteller in verschiedenen Zeitgeschichtsdramen einen Namen."

Eine Größe des DDR-Films stammte aus meiner Stadt: Richard Groschopp. Späterer Regisseur, Kameramann und Cutter bei der staatlichen DDR-Filmgesellschaft DEFA. War bereits 1936 Kameramann bei dem Leni-Riefenstahl-Propagandafilm "Olympia". Wirkte später an dem sehr erfolgreichen DDR-Indianerfilm "Chingachgook, die große Schlange" mit. 1906 in Kölleda geboren, 1996 in Kleinmachnow in Brandenburg gestorben.

Für folgende Filmdiven des Ostblocks hatte ich früher eine Schwäche (und habe sie auch heute noch):
- Friederike Aust.
- Petra Blossey.
- Renate Blume.
- Sigrid Göhler.
- Cox Habbema ("Importware" aus den Niederlanden. War mit einem bekannten DDR-Schauspieler verheiratet.).
- Marie Horáková.
- Julie Jurištová.
- Blanche Kommerell.
- Marina Krogull.
- Katrin Martin.
- Libuše Šafránková.
- Miroslava Šafránková.
- Und in der DDR-Musikkomödie "Heißer Sommer" von 1968 fand ich von der Mädchenclique am schärfsten die "Brit" und die mit der schwarzen Pagenfrisur mit Seitenscheitel.
Die Darstellerin der Brit, bürgerlich Regine Albrecht, verstarb leider schon 2013.
Was den Namen der Dunkelhaarigen betrifft, so kommen laut Besetzungsliste folgende Kandidatinnen in Frage: Urta Bühler ("Sybille"), Camilla Hempel ("Röschen"), Ursula Soika ("Bärbel").
Auch wenn sie rein altersmäßig durch die Bank meine Mutter sein könnten …

"Zwischen Frühstück und Gänsebraten" war von 1957 bis 1991 die Weihnachtsshow des DDR-Fernsehens, welche immer am 25. Dezember zwischen 11:00 und 13:00 Uhr im 1. Programm ausgestrahlt wurde. Moderiert von Margot Ebert und Heinz Quermann.

Mein absolutes Fernsehpflichtprogramm zu Weihnachten heute noch ist die Übertragung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach alljährlich zu Heiligabend aus der Thomaskirche zu Leipzig auf MDR.
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