Kindheitslexikon: Bücher

Lose Erinnerungen an Leseerlebnisse aus meiner Kindheit:

Ein Buch aus meiner Kindheit mit lauter Vorweihnachtsgeschichten, das mir sehr gut gefallen hat, ist "Die Weihnachtsfrau" von Fred Rodrian.

Irgendwann im Frühjahr 1983 war ich mal wegen einer Erkältung nicht in der Schule. Ich lag an einem Vormittag auf dem Sofa oben bei Großmutter in der Stube, aß Bemmen und las in einem alten Schulbuch mit dem Titel "Unser Dorf ist reich und schön".

Anfang Juli 1983 unternahmen wir einen Tagesausflug nach Freyburg im Unstruttal. Am Morgen des ziemlich heißen Sommertages standen wir im Zentrum der mittelalterlich wirkenden Kleinstadt. Ich bekam ein Haus gezeigt, in dem ein Vorfahr unserer Familie lebte. Er war dort Schneider, und der Überlieferung zufolge soll er beim Nähen oft im Fensterbrett gesessen haben.
Mittag aßen wir in dem Restaurant auf der Neuenburg. Das Gelände dort war für einen Siebenjährigen natürlich ideal, um jede Menge Abenteuer im Kopf zu erleben.
Als wir am Nachmittag wieder zuhause waren, kam mit einem Male ein Platzregen. Aus irgendwelchen Gründen hielten wir uns zu dem Zeitpunkt gerade alle Drei oben in Großmutters Wohnstube auf. Ich saß am Tisch und las in dem Kinderbuch "Der Wolf aus der Wüste" von Maxim Swerew.

Im Frühjahr 1984 las ich das Kinderbuch "Tobias sucht den Doppeldecker". Es gefiel mir sehr gut wegen seiner sehr plastischen Erzählweise. Die Handlung drehte sich um einen Jungen ungefähr in meinem Alter, welcher in den Besitz des Helms eines Militärfliegers geriet. Er bricht auf, um ihn seinem rechtmäßigen Besitzer zurückzubringen. Unterwegs erlebt er alles Mögliche. Quasi eine Art "Roadmovie" für Kinder.

Weihnachten 1984 bekam ich unter anderem etliche Kinderbücher aus der Reihe "Die kleinen Trompeterbücher" geschenkt. Und die Eisenbahnbücher "Schmalspurbahnen zwischen Spree und Neiße" und "Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn".

Zu meinem neunten Geburtstag kam unter anderem das DDR-Kinderjahrbuch "Der Räuber schwingt das Buttermesser", in dem ich sehr gerne las, in meine Sammlung.
Am Abend kam dann noch eine Nachbarin vorbei und brachte mir ein "Spielemagazin" mit acht Gesellschaftsspielen vom VEB PLASTICART Annaberg-Buchholz.

Als wir irgendwann im Frühjahr 1985 nach Weimar gefahren sind, waren wir auch in einer Buchhandlung. Dort bekam ich das Buch "Drachenhäupter, Ritterfiguren und Kastelle", für welches ich mich ganz spontan interessierte. Es handelte von der Schifffahrt jener Zeit.
Als ich es mir dann zuhause durchlas, phantasierte ich mich in fiktive Abenteuerwelten.

Auf dem Herbstflohmarkt 1985 in den Straßen des Kölledaer Stadtzentrums erhielt ich das Buch "Detektiv Pinky" von Gerd Prokop, damals ein Kultbuch unter DDR-Kindern.

Zu Weihnachten 1985 bekam ich unter anderem meine zweite Federmappe für die Schule geschenkt. Sie war in wesentlichen Bestandteilen grün, kann ich mich noch erinnern.
Ebenfalls zu diesem Weihnachten bekam ich das sehr schöne Kinderbuch "Max und Lottchen in der Schule" geschenkt, welches ich noch während der Festtage durchlas.

Im Schreibwarengeschäft am Ende der Prof.-Hofmann-Straße/Ecke Busbahnhof befand sich in den Achtzigern lange Zeit der Roman "Ein Mann von Format" des russischen Autors Ruslan Kirejew. Er stand auf einer Art Regalfach an der Westseite des Ladenschaufensters Richtung Roßplatz hin. Das Buch fiel mir wegen der markanten Gestaltung des Einbandes auf.
Jahrzehnte später habe ich es mir dann bei eBay bestellt.

Ende Juni 1986 fand die 1200-Jahr-Feier unserer Ortschaft statt.
Am Sonntag der Festwoche, als in der Stadt der große Festumzug stattfand, war unsere Verwandtschaft aus Weimar bei uns. Der Umzug fand am Vormittag statt. Ein schon ziemlich heißer Sommertag war es. Mittags lag ich auf meinem Bett und las ein Kinderbuch über den Rhön-Paulus, eine Art Robin Hood aus der Rhön-Gegend ungefähr eine Autostunde entfernt von uns.

Im Frühjahr 1987 waren wir in Weimar, unter anderem in einer Buchhandlung. Ich kaufte zwei ganz tolle Bücher mit Science-Fiction-Geschichten: "Die Botschaft der Orchideen" und "Notlandung auf dem Tschompott".

Im Mai 1987 bekam ich das Kinderbuch "Die gestohlene Puppe" von Lydia Nekrassowa geschenkt. Ich las es an einem Wochenende durch. Es war zwar Revolutionskitsch, dass es triefte, aber trotzdem irgendwie gut gemacht. Sehr unterhaltsam.

"Ameisenferdinand": Figur des tschechischen Schriftstellers Ondřej Sekora. Die reich illustrierten, fast ins comichafte gehenden Bücher handeln von der Ameise "Ferdinand" oder "Ferdl" (tschechischer Originalname: "Ferda"). Es sind Geschichten im "Insektenmilieu" im Stile der Biene Maya.
Ich selbst habe die Bücher als Kind nicht besessen, da sie sehr selten und begehrt waren. Ich konnte sie mir jedoch ein paar Mal von jemandem ausborgen.

Im Sommer waren wir wieder einmal in Weimar. In einer Buchhandlung kaufte ich die Bücher "In der Ussuri-Taiga" und einen Rumänien-Reiseführer "'85 Komm mit". Ich fing in dem Alter schon an, meine Bücher selber zu kaufen.

In den Herbstferien 1987 unternahmen wir mit dem Taxi an einem bewölkten Oktobertag eine Ferienfahrt.
Früh vor dem Start aßen wir zunächst Kakaokuchen. Danach fuhren wir ins Molkereimuseum Weißensee, in dem die kuriosesten Dinge zur Geschichte der Milcherzeugung und –verarbeitung zusammengetragen worden waren.
Im Anschluss fuhren wir weiter zur Barbarossahöhle. An einem Kiosk dort bekam ich den Western "Hol der Henker die Banditen" aus der Reihe "Abenteuer rund um die Welt".

Auf dem jährlichen Frühjahrsflohmarkt des Jahres 1988 in den Straßen unserer Stadt hatte ich Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde" erwischt.
Am Montagvormittag darauf, es war ein strahlend blauer Anfang-Mai-Tag, musste ich aus irgendwelchen Gründen ins Labor von unserem Krankenhaus. Während ich auf dem Flur wartete, las ich fast das ganze erste Kapitel zu Ende.

1988 lag meine Mutter ein halbes Jahr lang in der Klinik in Bad Berka bei Weimar.
Am Donnerstag in den Maiferien 1988 – es war ein strahlend blauer Vorsommertag – war ich mal dort gewesen. Für die Fahrt dorthin hatte ich "Robinson Crusoe" mitgenommen, was wir gerade in der Schule lasen.
Als Mutter zwischendurch irgendwelche ärztlichen Termine hatte, hielt ich mich im Parkgelände des Krankenhauses auf und las dort.
Wieder zuhause, ging ich gleich erst einmal in unseren Garten, wo es hinten vor der Garage in der Südwestecke des Gartens gerade besonders schön blühte.

Anfang Juni musste ich zu einem Orthopäden in Sömmerda. Unsere ehemalige Nachbarin Frau Weber fuhr mit mir im Zug dorthin.
Nach dem Arzttermin kaufte ich in der "Volksbuchhandlung" den Spionagethriller "Der Kundschafter" aus dem Kinderbuchverlag Berlin.

Großmutter und ich fuhren alle 14 Tage mit dem Bus zu Mutter in die Klinik. Bei einer Fahrt Ende Juni hatte ich für unterwegs die Märchensammlung "Fliedermütterchen" zum Lesen mitgenommen.
Auf jeder Rückfahrt nahmen Großmutter und ich dann das Abendessen im Weimarer Bahnhofslokal, einem hallenartigen Selbstbedienungsrestaurant, ein. Der Bus zurück nach Kölleda fuhr dann von der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofsgebäudes ab.

Im Juli 1988 kaufte ich im Spiel- und Schreibwarengeschäft Jäger auf dem Marktplatz "Das Tagebuch der Anne Frank". Ich weiß noch, es lag am östlichen Ende der Ladentischbarriere, die sich an der südlichen Wand entlang zog. Es handelte sich um eine ostdeutsche Lizenzausgabe für die Kinderbuchreihe "Alex Taschenbücher" aus dem "Kinderbuchverlag Berlin".
Das Schaurige beim Lesen war, dass man schon wusste, wie die Geschichte ausging …

Im Juli 1988 hatte ich ebenfalls im Schreibwarengeschäft Jäger auf dem Marktplatz die aktuelle Ausgabe des "Fliegerkalender der DDR" gekauft. Abends, ich schlief in der Zeit oben in Großmutters Gästezimmer, las ich manchmal noch vor dem Einschlafen Fliegerabenteuer.

Bereits auf einem unserer städtischen Flohmärkte 1987 hatte ich das historische Buch "Balkan-Erlebnisse eines deutschen Geheimkuriers", in dem ein kaiserlicher deutscher Diplomat seine Erlebnisse auf der politischen Bühne des Ersten Weltkrieges schilderte, gekauft.
Ebenfalls Anfang August 1988 begann ich das Buch zu lesen. Ich tat dies an einem warmen Augustabend in unserem Garten. In dem langen Pfad entlang der nördlichen Grundstücksgrenze, der mir im Sommer immer wie ein Dschungel vorkam. Ich saß dort auf der kleinen Holzstehleiter, die wir wegen der gerade aktuellen Apfelernte in diesen Tagen dort stehen ließen. Ich las solange, bis das Licht ungünstig wurde.

Ein glühend heißes August-Wochenende 1988. Mutter hatte Urlaub vom Klinikaufenthalt bekommen.
Im Haus hatten wir wegen der Hitze überall die Vorhänge zugezogen.
Am Vormittag lag ich auf dem Bett und las das Kinderbuch "Bersian und Meister Schräubchen".
Zum Mittag hatte Mutter Pizza nach unserem Hausrezept gemacht, welche wir oben in Großmutters Wohnstube aßen. Auch dort bei zugezogenen Fenstern.
Bei diesem Aufenthalt hatte Mutter auch einen von irgendwo her geborgten Bildband über die Dolomiten mitgebracht. Was unter den damaligen politischen Verhältnissen natürlich Phantasien weckte, bezüglich Reisen in die große, weite Welt …

Mein bester Freund damals und ich lasen mit Begeisterung die Bücher aus der Abenteuerbuchreihe "Spannend erzählt" aus dem Verlag Neues Leben Berlin. Wir tauschten uns auch über die Inhalte aus.

Auf dem Herbstflohmarkt in unserer Stadt kaufte ich bei einem Händler irgendwo zwischen Pferdeteich und Lohmühle etliche alte Ausgaben von "Das neue Abenteuer". Noch am selben Abend begann ich im Bett die Folge mit dem Titel "Ein merkwürdiger Fall" zu lesen.

Am 6. Oktober 1988 lag ich den ganzen Nachmittag vor dem Fackelzug zum Nationalfeiertag am Abend auf meinem Bett und las die Phantasie-Erzählung "Der seltsame Meteor" des deutsch-tschechischen Autors Jan Weiß aus der DDR-Romanheftreihe "kap – Krimi – Abenteuer – Phantastik".

Zu meinem 13. Geburtstag bekam ich unter anderem "Erzählungen über Metalle" von Sergej J. Venetzkij, ein Buch über die Elemente des Periodensystems für Jugendliche.

Weihnachten 1989, Erster Weihnachtsfeiertag. Dieser 25. war, wie ich es schon oft von diesem Datum in Erinnerung hatte, hell und wolkenlos.
Als wir zu Großmutter hoch zum Mittagessen gingen, hatte ich das Thriller-Buch "Eiskalt im Paradies", welches ich zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte und über die Feiertage zu lesen begonnen hatte, mitgenommen.


Kannte ich während meiner Kindheit nur vom Hörensagen. "Klausepp und Miepstoni": Populäres altes deutsches Kinderbuch. Muss in den Jahrzehnten nach seinem Erscheinen in Deutschland sehr beliebt gewesen sein.
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