Kindheitslexikon: Autos allgemein/Kölledaer Einrichtungen zum Thema Auto

Ein Blick auf die 1993 abgerissene Tankstelle von weitem. Das Wirtschaftsgebäude, das sich dem Wohnblock auf der anderen Straßenseite anschließt, beherbergte verschiedene Service-Einrichtungen, die zur Tankstelle gehörten. Wenn man ganz genau hinblickt, erkennt man über dem Ende des zweiten Schutzgitters die Zufahrt zur Tankstelle. Der Schornstein dahinter gehörte allerdings nicht mehr dazu, sondern bereits zum schuleigenen Heizwerk. Heute ist jedoch von den Tankstelleneinrichtungen nichts mehr zu finden.

Meine Lieblings-Oldtimer


Folgenden straßentauglichen Fahrzeugen aus DDR-Zeiten gilt mein besonderes Interesse:

Lkw vom Typ G 5.

Lkw vom Typ H 6 (Zur Präzisierung der Suchergebnisse von Suchmaschinen wahlweise auch "IFA" als zusätzlichen Suchbegriff eingeben.).

Lkw vom Typ Multicar.

Lkw vom Typ Robur und Vorgängermodelle.

Lkw der Typen S 4000 und S 4001.

Lkw vom Typ Škoda 706 RT (Im Volksmund auch bekannt unter dem Namen LIAZ – unter dieser Bezeichnung firmierte zu Zeiten der sozialistischen Tschechoslowakei praktisch die gesamte Lkw-Sparte von Skoda.).

Lkw vom Typ W 50.

Kleinbusse vom Typ Barkas.

IFA-Autodrehkrane.

Bagger vom Typ T 174.

Mähdrescher vom Typ E 514.

Traktoren der Typen ZT 300 und ZT 303.

"Eidechse": Während meiner Kindheit gebräuchliche Bezeichnung für einen Elektrokarren.

Trabant


Der Trabant (Allgemein gängige Volksmund-Kurzform: Trabbi.) war in der zweiten Hälfte des Bestehens der DDR der am meisten verbreitete Kleinwagen des Landes. Und wurde auch in zahlreiche ehemalige Ostblockländer exportiert.
Geschichte:
- 1958: Serienproduktion des P 50 Trabant – "Kugelporsche", P für Plaste, 50 für die 500 cm3 des 17-PS-Motors.
- 1959: P50/1 mit 20 PS.
- 1960: P50/1 Kombi Universal vom Karosseriewerk Meerane.
- 1961: Universal des Luxe Camping mit großem Faltdach.
- 1962: P50/2 Vierganggetriebe jetzt synchronisiert mit Freilauf im vierten Gang.
- 1962: P-60-Motor jetzt mit 595 cm3 und 23 PS.
- 1964: Trabant 601 mit neuer Karosserie, technisch mit P 60 verwandt.
- 1965: P 601 Universal, Verbrauch bis zu 14 Liter. Der Anteil der Kombis lag übrigens stets bei etwa 20 Prozent.
- 1965: P 601 H mit Hycomat elektrohydraulischer Kupplung.
- 1966: Kübelwagen "Für bewaffnete Organe", später auch für Land- und Forstwirtschaft.
- 1967: Duplex-Bremsen.
- 1968: Motor jetzt mit 26 PS, 108 km/h Spitze.
- 1974: Gemisch 1:50, Tank 26 Liter, vorher 24 Liter.
- 1978: Kübelwagen nun auch als ziviler "Tramp".
- 1980: Zweikreis-Hydraulikbremsen, elektrische Scheibenwaschanlage.
- 1983: 12-Volt-Elektrik mit Drehstrom-Lichtmaschine, bisher 6 Volt.
- 1984: Radantrieb mit Gleichlauf-Gelenkwellen aus Citroën-Lizenz statt Schmiergelenken.
- 1985: Elektronische Zündung.
- 1988: Schraubenfedern statt Querblattfedern hinten, Verbundglas-Frontscheibe.
- 1990: Trabant 1.1 mit Vierzylinder-Viertakter und 40 PS.
- Juni 1990: Produktion des Zweitakters eingestellt.
- April 1991: Produktion des Viertakters eingestellt.
- 2006: Etwa 70.000 Trabants sind noch zugelassen.
(Quelle: Trabantfreunde Halle/Saalkreis e. V.)

Persönliche kuriose Erinnerung an dieses Fahrzeug: Zu DDR-Zeiten herrschte ja bekanntlich Ersatzteilknappheit. Dies zeigte sich mitunter besonders deutlich an der Außenhaut von Trabbis. Musste nämlich mal ein Stück aufgrund eines Unfallschadens ersetzt werden und es gab das entsprechende Teil gerade nicht in der entsprechenden Farbe, dann nahm man schlichtweg eines in der Farbe, die man kriegen konnte. Und so fand sich durchaus mal eine schokoladenbraune Trabbi-Tür auf einem ansonst himmelblauen oder hellgrauen Trabant wieder. Denn einfach mal so in der Werkstatt des Vertrauens passend lackieren lassen konnte man im damaligen Wirtschaftssystem ebenfalls weitestgehend vergessen …
Solche "Flickenteppich-Trabanten" (Ist jetzt meine persönliche Wortschöpfung.) habe ich während meiner Kindheit unzählige gesehen! Unzählige!

Besungen wurde das Gefährt in dem Lied "Ein himmelblauer Trabant" der DDR-Schlagersängerin Sonja Schmidt, welches damals bei Amiga erschien. War ein großer Party-Kracher zu DDR-Zeiten. Obwohl dem Lied die zuständigen Musikverantwortlichen vor der Veröffentlichung einen Riesenreinfall prophezeiten – aufgrund der täglichen Verzweiflung, die die technischen Unzulänglichkeiten des Fahrzeuges bei seinen Besitzern auslösten.

Darüber hinaus existierte noch die Volksmund-Bezeichnung "Trabanten" für die Kinder einer Familie.

Übersicht der polizeilichen Kennzeichen für Kraftfahrzeuge in der DDR (Stand vom 31. 10. 1969)


- A: Bezirk Rostock.
- B: Bezirk Schwerin.
- C: Bezirk Neubrandenburg.
- D: Bezirk Potsdam.
- E: Bezirk Frankfurt (Oder).
- F oder L: Bezirk Erfurt.
- H oder M: Bezirk Magdeburg.
- I: Berlin, Hauptstadt der DDR.
- K oder V: Bezirk Halle.
- N: Bezirk Gera.
- O: Bezirk Suhl.
- R oder Y: Bezirk Dresden.
- S oder U: Bezirk Leipzig.
- T oder X: Bezirk Karl-Marx-Stadt.
- Z: Bezirk Cottbus.
Da bei Verwendung von einem Buchstaben die Zulassungsmöglichkeiten auf jeweils 9999 Kraftfahrzeuge je Buchstabe begrenzt gewesen wären (die Kennzeichen bestanden aus jeweils zwei Buchstaben und vier Ziffern), wurde ein zweiter Buchstabe hinzugefügt. Die Ziffern dienten lediglich der Numerierung der Fahrzeuge in der laufenden Reihenfolge von 1 bis 999.
Warum man da nicht einfach den ersten Buchstaben des Bezirkes genommen hat, wird wohl für immer ein Geheimnis der Geschichte bleiben …

Dies und Das


Gurtpflicht:
In Westdeutschland: Seit 1976.
In der DDR: Ab 1980.

"Kooperationspartner des Handels" lautete ein Slogan, der zu DDR-Zeiten auf den Liefer-Lkw (zumeist W 50) der Nahversorgung zu lesen war.

L 60: In der DDR produzierter Lkw. Nachfolgemodell des W 50. 1986 auf der Leipziger Herbstmesse vorgestellt, ging er ab 1987 in Serienfertigung, zunächst noch parallel zum W 50. Das "technische Innenleben" des L 60 kann als für damalige Verhältnisse durchaus modern bezeichnet werden. Ein wenig konservativ fiel lediglich das Führerhaus aus, das man mit winzigen Adaptionen zur Gänze vom W 50 übernommen hatte, obwohl andere Entwürfe durchaus existierten.

Einrichtungen zum Thema Auto in Kölleda


Geschäft: Richard Anhalt.
Fahrzeughandlung. Reparaturwerkstatt. Ersatz- und Zubehörteile. Reifen-, Kugellager- und Kolbenring-Stocklager. Fahrschule. Tankstelle. Einstellräume. Ladestation. Abschleppdienst. Elektrische Luftpumpe.
Wanderer- und Opel-Automobile. BMW- und Triumph-Motorräder. Dürkopp-Nähmaschinen.
(Soweit die historische Dienstleistungspalette laut einer zeitgenössischen Werbeeinschaltung aus der Zeit vor 1945. In den Achtziger Jahren dürfte sich daran zumindest nicht grundsätzlich etwas geändert haben.)
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Brückenstraße 32.

Geschäft: Carl Axthelm.
Gegründet 1873.
Führte laut historischer Eigenwerbung zumindest in der Vergangenheit auch Möbeltransporte durch.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Johannistor 2/Bahnhofstraße 16.

Geschäft: Autowerkstatt und Karosseriebau Poppe.
Alle Arbeiten am Auto. Familienbetrieb.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Obergasse, Ecke Stadtgraben.

Geschäft: Tankstelle.
Frühere Nutzung/Vorbesitzer: Unbekannt.
Lage: Die Tankstelle unserer Stadt befand sich so wie die meisten Tankstellen am Ortsrand. Und zwar auf der Ostseite der Straße Weimarisches Tor, genau auf der Höhe Schillerstraße.
Nach der Wende wurde der staatliche DDR-Tankstellen-Monopolist Minol (Wortspiel aus Mineral und Oleum, lateinisch für Öl.), welcher auch die Kölledaer Tankstelle betrieb, dann an den französischen Mineralölgiganten Total verkauft.
Als ich mich 1997 noch einmal in der Stadt aufhielt, war die Tankstelle an dieser Stelle verschwunden. Stattdessen befand sich dort der Neubau eines kleinen Supermarktes.


Einrichtungen, die vor meiner Zeit in der Stadt existierten:

Geschäft: Motorrad-Reparaturwerkstatt Erich Ohrdorf.
Lage: Brückentor 8b.

Geschäft: Auto-Werkstatt Schiller.
Lage: Brückenfeldstraße/Ecke Schillingstedter Straße.

Geschäft: Tankstelle vor dem "Weißen Roß".
Gab es bis Anfang der 1950-er Jahre, wurde dann nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen abgerissen.

Geschäft: Vulkanisierungsanstalt.
Lage: Brückentor, am Frauenbach, gegenüber Gärtnerei Wilkening. Eckhaus mit großer Einfahrt. Direkt am Frauenbachufer.
Laut Zeitzeugenberichten gab es dort vermutlich in der Vergangenheit auch einmal eine kleine Tankstelle.

Garagen in Kölleda


Folgende Standorte von Sammelgaragen waren mir während meiner Kindheit im Stadtgebiet von Kölleda bekannt:
- Hof des Funkwerk-Arbeiterwohnheimes in der Bahnhofstraße.
- Eventuell Friedrich-Straße, Südseite, kurz vor dem Roßplatz. Hier bin ich mir allerdings nicht hundertprozentig sicher.
- Wilhelm-Pieck-Ring. Hier gab es zwei Objekte. Eines davon in ziemlicher Nähe zum Alten Bahndamm. Dieses habe ich als ziemlich groß in Erinnerung – den Dimensionen des Neubaublock-Viertels entsprechend. Eine zweite, etwas kleinere Anlage befand sich in der Nähe zur Bachstraße hin.

Zu DDR-Zeiten wurde diese Art Architektur übrigens vom Volksmund als "Autoschließfächer" bezeichnet.

Nachdem ich dann nach Österreich gegangen war, entdeckte ich in den tschechischen Grenzortschaften Garagen nach genau dieser Bauart wieder.
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