Vorsorge | Wie teste ich Metall auf Zink?

Vor dem Zinktest: 1. Edelstahl; 2. Nickel; 3. Zink; 4. Chrom.
 
Testdurchführung.

Zink ist giftig für Papageien und kann sowohl akute als auch chronische Vergiftungen hervorrufen. Diese führen zu schweren Organschäden und enden oft tödlich. Leider sind chronische Vergiftungen schwer zu diagnostizieren, da die Symptome nicht sehr spezifisch sind, sodass viele Papageien daran sterben. Deshalb sollten alle zinkhaltigen Gegenstände, seien es Käfige, Volieren, Näpfe oder Spielzeuge, aus der Umgebung unserer Papageien verbannt werden. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan, da es für den Laien schwer ist, Zink von anderen Metallen zu unterscheiden.

Optisch

Mit etwas Übung könnt Ihr auch mit dem bloßen Auge den Unterschied zwischen Nickel, Chrom, Zink und Edelstahl erkennen. Da es jedoch zu Farbvariationen kommen kann, gibt ein Test selbst erfahrenen Anwendern mehr Sicherheit.
Labor
Natürlich könnt Ihr Metallteile von einem Labor analysieren lassen. Dabei wird die genaue Zinkmenge bestimmt. Leider wird das Testteil dabei völlig zerstört, und die Tests sind auch nicht ganz billig, sodass es nicht wirklich praktikabel ist, das gesamte Zubehör zu testen.


Der Magnettest

Der Magnettest zeigt an, ob das Metall, das wir zu identifizieren versuchen, ein hochwertiger Edelstahl ist. Solche Stähle sind nicht magnetisch. Da niedere Edelstahllegierungen schwach magnetisch und nickel- oder chromveredelte Stähle genauso magnetisch reagieren wie verzinkte, hilft uns dieser Test leider nicht viel weiter.


Der Salzsäuretest

Ein qualitiver Test für Zink kann mit Salzsäure durchgeführt werden. Dabei hängt die Stärke der Reaktion von der Konzentration der Salzsäure ab. Wir verwendeten für die Bilder sogenannte technische Salzsäure (33-35%).

Sicherheit
Da Salzsäure ätzend ist, muss dazu unbedingt Schutzkleidung getragen werden, und der Arbeitsbereich sollte gut belüftet sein. Ihr könnt den Test z.B. auf dem Balkon oder zumindest vor einem geöffneten Fenster durchführen. Euer Schutz sollte eine Schutzbrille, Schutzkleidung und Gummihandschuhe beinhalten. Die Schutzbrille schützt die Augen vor Spritzern. Die Schutzkleidung, ein Kittel, altes Hemd oder Ähnliches, sollte schnell ausgezogen werden können, damit sie, im Fall, dass Ihr Salzsäure verschüttet, schnell entfernt werden kann, bevor die Salzsäure durch die Schutzkleidung hindurchdringt und Eure Kleidung oder Euch verätzen kann. Auch ein Eimer frisches Wasser sollte bereit stehen, in den die getesteten Artikel zum Neutralisieren hineingeworfen werden und um Spritzer und Verschüttetes abwaschen zu können.
Achtung! Der Salzsäuretest gehört nicht in Kinderhände!

Der Test
Zum Testen legt Ihr das Metallteil auf einen Porzellanteller, der von der Salzsäure nicht angegriffen wird, und gebt vorsichtig einen Tropfen Salzsäure darauf.
Wichtig! Veredelte Teile sind häufig mit einer klaren Schutzschicht, einer Art Lack, umhüllt, um sie vor Abnutzungs erscheinungen zu schützen. Durch diese Schutzschicht kann die Salzsäure nicht an das Metall gelangen, was aber für den Test notwendig ist, sodass Ihr ein falsches Negativergebniss für verzinkte Teile bekämet. Deshalb müsst Ihr eine solche Schutzschicht vor dem Testen abkratzen.

Testergebnis
Zink: schäumende, heftige Reaktion mit der Salzsäure. Das Metall verfärbt sich schwarz.
Edelstahl: keine Reaktion. Die Lösung kann sich leicht grünlich verfärben.
Nickel: keine oder sehr schwache Reaktion. Die Lösung kann sich leicht grünlich verfärben.
Chrom: keine oder sehr schwache Reaktion. Die Lösung kann sich leicht grünlich verfärben.
Am besten probiert Ihr den Zinktest aus, indem Ihr von jedem Material ein Stück testet. So lernt Ihr im Vergleich, die unterschiedlichen Reaktionen mit Salzsäure zu erkennen. Habt Ihr nachgewiesen, dass Euer Testteil zinkfrei ist, könnt Ihr es nach gründlichem Abspülen, um die Rückstände der Salzsäure zu entfernen, Euren Tieren wieder zum Spielen geben.


Papageienexpertin Ann Castro hilft Euch bei allen Fragen rund um Eure gefiederten Haustiere. Ihre Homepage, ann's world, ist mit Wissensseite, Forum und Shop die Rundum-Resource für glückliche und gesunde Papageien, Sittiche und andere Vögel. Ann Castro ist Verfasserin mehrerer Bücher über Papageien und war in zahlreichen Fersehsendungen zu Gast.

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