Bahnlärm - Verzögerungstaktik durch Einsenden "kreativer Ideen" und Erstellung einer Machbarkeitsstudie ?

Koblenz: Hauptbahnhof | Zur Thematik „Koblenz/Region: Kreative Ideen gegen Bahnlärm gesucht“ nimmt der Kreisverband der Piratenpartei Koblenz wie folgt Stellung:

Grundsätzlich begrüßt die Piratenpartei, wenn Bürger in der Politik und bei Infrastrukturmaßnahmen mit einbezogen werden. Deshalb wünscht sie auch hier, dass sich - besonders für die betroffenen Bürger- viele innovative, aber auch zeitnah umsetzbare, Ideen entwickeln.

In der Realität werden aber viele Vorschläge, die es schon seit langem aus den Reihen der Bürger, den Bürgerinitiativen und der Politik gab, wieder neu aufgewärmt. Auch die Piratenpartei Koblenz hat schon einen Maßnahmenkatalog [2] eingebracht. Dabei ist es wichtig, nicht nur das Übel abzumildern, sondern langfristig zu lösen, wie im 3-Phasenplan angedacht.

Südlich von Deutschland werden massiv Häfen in der oberen Adria ausgebaut, neue und leistungsstärkere Alpentunnel sind im Bau oder schon eröffnet und auch nördlich von Deutschland, in den Niederlanden und Skandinavien, gibt es mittlerweile Hochleistungsschienennetze. Somit ist Deutschland ein Engpass und eine Bremse bei den Containerlaufzeiten von Asien nach Nordeuropa.

Aber auch der Güterverkehr innerhalb Deutschland und der EU nimmt drastisch zu, wie in mehreren Studien aufgezeigt wird. Dort werden Zunahmen des Güterverkehrs bis 2025 um 70% prognostiziert. Gleichzeitig auch eine Verlagerung auf die Schiene bestätigt. [3] [4]

Als Sofortmaßnahme für die Rheinschiene neben den „üblichen Schallschutzmaßnahmen“ möchten wir hier direkt auf einen rechnergesteuerten Schienenverkehr auf der Rheinschiene hinweisen, der sowohl optimale Zuggeschwindigkeit und Zugabstände errechnet und somit den Lärmpegel gerade bei Brems- aber auch bei Beschleunigungsvorgängen reduziert. Gleichzeitig könnten notwendige Bremsvorgänge möglichst außerhalb von Ortschaften gelegt werden.

Eine weitere kurz- bis mittelfristig machbare Entlastung des Schienenverkehrs könnte durch einen konstanten Güterlinienverkehr auf dem Rhein erreicht werden. Hier müssten Waren/Container zu regelmäßigen Zeiten abgeholt und gebracht werden, auch hier könnte dann die Wirtschaft mit festen Zeiten planen. Dazu müsste natürlich parallel der Erhalt und Ausbau der Häfen am Rhein stattfinden, um einen zeitnahen Umschlag zu garantieren.

So sehen wir die Maßnahme der „kreativen Ideen“ mehr oder weniger als eine „Verzögerungstaktik“ der Politik, unter dem Motto „wir tun doch was – und ihr könnt sogar mitwirken“. Nicht angegangen werden aber die dringend notwendigen Infrastrukturmaßnahmen im stärksten Wirtschaftsland Europas. Dies muss sich ändern um auch möglichst viele Arbeitsplätze unserer Kinder und Enkel zu sichern. Leider wird der dringend notwendige Ausbau der Infrastruktur im Koalitionspapier der großen Koalition nur angedacht und nicht durch wirkliche Entscheidungen voran gebracht.

Hier ist der Bund, und nicht der Bürger, in der Pflicht, die dringend notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen.



[1] Rheinzeitung / "(Koblenz/Region) Kreative Ideen gegen Bahnlärm gesucht"

[2] Vorschläge der Piratenpartei Koblenz gegen den Bahnlärm in Rheintal

[3] VerkehrsRundschau / "Drastischer Anstieg des Güterverkehrs erwartet"

[4] Statistisches Bundesamt / "Güterverkehr 2010: Anstieg des Transportaufkommens um 3,1%"

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