Jonas Wilbert aus Koblenz ist beruflich und privat ein Helfer für Patienten

Jonas Wilbert spendet Stammzellen für einen fremden Leukämiepatienten.
 
Unter der gebührenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Koblenz: Rathaus |

Leukämie und Stammzellspende sind für den Gesundheits- und Krankenpfleger Jonas Wilbert keine fremden Themen. Vor vier Jahren ließ er sich gemeinsam mit seiner Berufsschulklasse als Stammzellspender – als möglicher Lebensretter – registrierten. Jetzt wird der 25-Jährige aus Koblenz gebraucht: Ein Leukämiepatient braucht dringend eine Stammzelltransplantation und Wilbert kann ihm mit einer Stammzellspende helfen.

Jonas Wilbert arbeitet als Pfleger im Stiftungsklinikum Mittelrhein in Koblenz und studiert berufsbe-gleitend in Mainz Gesundheits- und Pflegemanagement. Während seiner Ausbildung wird er auf die Möglichkeit der Stammzellspende aufmerksam, als „Leukämie“ Thema im Unterricht war. „Ich fand das eine gute Sache“, erzählt Wilbert. Damit war er nicht allein, die ganze Klasse war bereit Leukämiekranken zu helfen und deshalb setzten sie sich mit der Stefan-Morsch-Stiftung, einer Stammzellspenderdatei, in Verbindung. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Birkenfeld bietet seit fast 30 Jahren unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist es, Menschen zu werben, die sich als Stammzellspender registrieren lassen – allein im Jahr 2013 waren es mehr als 17.000.

Die Stiftung schickt der Klasse Sets zur Blutentnahme zu. Gegenseitig nehmen sich die Auszubil-denden jeweils knapp 5 ml Blut ab und schicken die Blutproben wieder zurück zur Stiftung, ge-meinsam mit den ausgefüllten Fragebogen zum Gesundheitszustand und einer Einverständniser-klärung. Im hauseigenen Labor der Stiftung werden die Proben dann auf die Gewebemerkmale, die sogenannten HLA-Werte, untersucht. Braucht ein Patient eine Stammzelltransplantation, werden diese Gewebemerkmale mit denen der potenziellen Stammzellspender verglichen. Zehn von zehn Merkmale stimmen im Idealfall überein, wenn jemand aus Stammzellspender ausgesucht wird.

Wenige Wochen vor Weihnachten 2013 klingelte das Telefon des 25-Jährigen: Die Stefan-Morsch-Stiftung fragt, ob er bereit wäre, für einen Patienten Stammzellen entnehmen zu lassen. „Das war eine Überraschung. Aber ich dachte mir nichts dabei, da es häufig sein kann, dass man in Frage kommt und dann ein Spender gefunden wird, der besser geeignet ist.“ Schnell steht fest, dass der FC Bayern-Fan der optimale Spender ist: „Da hab ich mich riesig gefreut!“ Noch vor Weihnachten kommt er zur Voruntersuchung nach Birkenfeld, wo ein genauer Gesundheitscheck gemacht wird, um für den Spender Risiken bei der Entnahme auszuschließen.

Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkei-ten: Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Oder die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation – wie bei der Stefan-Morsch-Stiftung – werden dann die Stammzellen entnommen. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender.

Jonas Wilbert, der regelmäßig Fitnesssport betreibt, hat sich für die Apherese entschieden. In seiner Vorbereitungszeit dachte er viel an den unbekannten Patienten: „Es wurde ernst, man ist nicht nur für sich verantwortlich, sondern auch für den Patienten. Ich war insgesamt vorsichtiger um Unfällen vorzubeugen, die die Spende gefährdet hätten.“ Nachdem für ihn alles gut verlaufen ist, hofft er, dass dem Patienten geholfen werden kann.

Die nächste Gelegenheit, sich typisieren zu lassen ist am:

Donnerstag, 14. August, 16.30 bis 20 Uhr, Münstermaifeld, Stadthalle, An den Gärten
Mittwoch, 27. August, 15.30 bis 19 Uhr, Weißenthurm, Stadthalle, Kirchstr. 14

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende:

Ab welchem Alter kann man sich typisieren lassen?

Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich als Stammzellspender registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben.

Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme haben wir für unsere Datei so festgelegt, da wir wissen, dass Spender, die älter als 40 Jahre sind, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das liegt unter anderem daran, das sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden zu nehmen. Deshalb bitten wir, Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation finanzieren wir die Registrierungen aus Spendengeldern. Und diese Gelder wollen und müssen wir so verantwortungsvoll wie möglich einsetzen.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet?
Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Stammzellspender zu finden liegt in der Grö-ßenordnung von 1 : 10.000 und 1 : 1.000.000 und ist abhängig von den Gewebemerkmalen (HLA-Merkmalen) des Patienten. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen dieses DNA-Teilstückes des Spen-ders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Stammzelltransplantation.

Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat.

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.

Die Stefan-Morsch-Stiftung
Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie - 11. 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden, mal der Bekannte eines Freundes – es könnte aber auch Ihr Kind, Ihre Frau, Sie selbst treffen.
Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender und damit als potenzieller Lebensretter für Patienten zur Verfügung stellen. Deshalb werben wir dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg, bei Krankheiten, für die es ansonsten keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt. So vermitteln wir täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der Spenderdatei als Lebensretter für Patienten weltweit.
Die Stiftung ist Teil eines Netzwerkes, das Menschen über alle Grenzen hinweg das Leben rettet. So sind wir angeschlossen an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD), in dem alle für die Suche nach einem passenden Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammen-laufen und damit weltweit zur Verfügung stehen.
Aufgrund der internationalen Zusammenarbeit kann es sein, dass ein deutscher Patient Stammzellen aus Ka-nada erhält, oder ein Stammzellspender in Deutschland für einen Erkrankten in Griechenland gefunden wird.
Zudem bringen Vertreter unserer Stiftung über die Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD), European Group of Blood an Marror Transplantation (EBMT) und World Marror Donor Association (WMDA) auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen ein, wenn Experten die neuesten Forschungsergebnisse diskutieren und das weltweite Netzwerk optimieren.
Darüber hinaus hat sich die Stefan-Morsch-Stiftung zum Ziel gesetzt, Patienten und ihren Angehörigen zur Sei-te zu stehen. Wir helfen bei der Vermittlung von Kliniken oder Ärzten, beraten aber auch den Patienten nach der Transplantation. Die Stiftung gibt im Notfall finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patien-ten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden.
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