Klosterlechfeld und der Spanische Erbfolgekrieg

Das Franziskanerkloster in Klosterlechfeld hat stürmische Zeiten überstanden. Dies berichtet die neue Chronik.
 
In seinem Buch „Kloster in stürmischen Zeiten“ hellt Autor Dieter Wehnert bisher kaum bekannte historische Ereignisse der Klostergeschichte auf.
Klosterlechfeld: Maria Hilf |

Die aufregende und weitgehend unbekannte Geschichte des Franziskanerklosters wurde jetzt in einer neuen Chronik aufgearbeitet

Über die Geschichte der Lechfelder Wallfahrt gibt es umfangreiche Literatur, die sich im Wesentlichen auf die theologischen und kunstgeschichtlichen Aspekte der Kirche und auf das Wallfahrtsgeschehen konzentriert. Neu aufgearbeitet wurde nun die weniger bekannte vierhundertjährige Geschichte des Klosters in ihren Wechselbeziehungen zur nationalen und europäischen Geschichte. In seinem neu erschienenen Buch „Kloster in stürmischen Zeiten – Entstehung und Entwicklung des Klosters Maria Hilf“ hellt Autor Dieter Wehnert auf 108 Seiten bisher kaum bekannte historische Ereignisse der Klostergeschichte auf.

Die Chronik beginnt mit der Entstehungsgeschichte des Klosters Anfang des 17. Jahrhunderts und einem Überblick über die Ereignisse bis zum Ende des 18. Jahrhunderts und legt dann ihren Schwerpunkt auf die Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zur Auflösung des Klosters im Jahr 1993. Mit zahlreichen Illustrationen gewinnt der Leser Einblicke in Klosterlechfelder Zeiten, die bislang noch nicht schriftlich dokumentiert wurden. Durch seine verständliche Beschreibung ist diese neue Chronik bestens geeignet, die Geschichte des Klosters auch ohne Vorkenntnisse gut zu verstehen.

Schon in seinen Anfängen war das Kloster betroffen von den Wirren unruhiger Zeiten. Politische und militärische Ereignisse ließen das an einer Heerstraße gelegene Lechfeld nie unbehelligt. Der Dreißigjährige Krieg, der Spanische Erbfolgekrieg, die Französische Revolution und die folgenden Koalitionskriege zogen immer auch das Kloster auf dem Lechfeld in den Strudel der Ereignisse. Besetzung, Plünderung, Auflösung, Kriegstheater und Flüchtlingszuflucht prägten das Kloster ebenso wie die Kriegskatastrophen des letzten Jahrhunderts. Dazwischen immer die Ströme von Wallfahrern, die in der Klosterkirche „Maria Hilf“ um Hilfe und Errettung beteten.

Umfangreiche Recherchen geben nun Aufschluss über eine ereignisreiche Zeit. So sollte die Kirche schon 1648 niedergebrannt werden, als die Schweden im Dreißigjährigen Krieg ihr Lager auf dem Lechfeld bezogen hatten. Verhindert wurde dies kurz vor Ende des Krieges glücklicherweise durch den Befehl eines Generals, die Wallfahrt zu verschonen. Dem Schutzbefehl des kaiserlichen Feldherrn Wilhelm Markgraf zu Baden war es dann während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) zu verdanken, dass der Franziskanerkonvent von Übergriffen und Beutezügen der durchziehenden Militärtruppen verschont blieb. Es folgten die Französische Revolution, der Deutsch-Französische Krieg und zwei Weltkriege, die immer ihre Auswirkungen auf das kleine Kloster auf dem Lechfeld zeigten.

Zur Zeit des Dritten Reiches schließlich wurde das Leben der Patres sorgenvoll. Sie zogen es vor, ihren Stand in der Öffentlichkeit zu verbergen, denn auch das Kloster bekam die Faust der neuen Machthaber zu spüren. Der Druck auf das Kloster ließ mit dem Herannahen des Krieges nach, denn das Kloster war als Lazarett verplant. Das Ende des Krieges und der damit verbundene Einzug der Amerikaner stellten neue Herausforderungen an die Kirche. Wohnraum musste geschaffen werden, Flüchtlinge in die Gemeinde integriert und das Zusammenleben der Kirchengemeinschaft neu geordnet werden.

Mehrfach musste das Kloster um seinen Erhalt kämpfen. Im Laufe der Zeit durchlebten die Franziskaner durch den nahen Militärstandort einen steten Wechsel an Kriegsereignissen, die das Kloster immer in irgendeiner Form in den Sog der Geschichte zogen. 1993 verließ der Franziskanerorden Klosterlechfeld. Das Kloster, das fast vier Jahrhunderte die Wirren und Stürme überlebt hat und den Ort über Jahrhunderte maßgeblich prägte, musste aufgrund des starken Rückgangs von Ordensleuten seine Pforten schließen.

Autor Dr. Dieter Wehnert, Jahrgang 1941, ist in Klosterlechfeld geboren und aufgewachsen. Während seiner langjährigen Berufsjahre als Leiter eines Berufsbildungswerkes hat er eine Reihe von wissenschaftlichen Büchern und Abhandlungen veröffentlich. In den letzten Jahren widmete sich Wehnert verstärkt dem Schreiben einer mehrbändigen historischen Romanbuchreihe „Von Königsberg nach Kaliningrad“, die ebenfalls im Verlag „Das Blinkfeuer“ erschienen ist. Sein beruflicher Werdegang hat ihn nach Mecklenburg-Vorpommern verschlagen. Die Liebe zu Klosterlechfeld und dabei besonders zu Kloster und Wallfahrtskirche haben ihn aber nie losgelassen.

Erhältlich ist die Chronik „Kloster in stürmischen Zeiten – Entstehung und Entwicklung des Klosters Maria Hilf“ bei der Buchhandlung Schmid, Schwabmünchen oder direkt über den Verlag „Das Blinkfeuer“ (www.das-blinkfeuer.de; E-Mail: info@das-blinkfeuer.de zum Preis von 9,70 € zuzüglich Versandkosten.
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