Mittlere Reife vor Fünfzig Jahren an der Gesamtschule Kirchhain erworben

Ansichtskarte Gesamtschule Kirchhain um 1967
 
Realschulleiter Jürgen Franke bei seinem Vortrag; Angelika Setini-Stevanovic schaut interessiert auf die von Karl Wagner präsentierte handschriftliche Schülerhauptliste von den Realschulklassen von 1957 bis 1967 -insgesamt 1515 Eintragungen-
Kirchhain: Alfred-Wegener-Schule |

Es war schön, dass man sich nach 50 Jahren „schulfrei“ in dem Cafe Milano in Stadtallendorf treffen konnte, um ein nicht unwichtiges Ereignis für das spätere Leben, nämlich den Bildungsabschluss "Mittlere Reife“, gebührend zu feiern. Hierzu hatten Gudrun Schwarz geb. Scholz, Angelika Setini-Stevanovic, Gudrun Steffens geb. Neugebauer und Karl Wagner eingeladen. Das wollten sich viele „Ehemalige“ nicht entgehen lassen und reisten deshalb aus allen Teilen Deutschlands an. Angelika Setini-Stevanovic reiste aus Rom und Wilfried Kunze aus London an.

Gastredner Jürgen Franke



Karl Wagner hieß den jetzigen Leiter der Realschule Kirchhain, Herrn Jürgen Franke, besonders herzlich willkommen. "Es ist übrigens das erste von zahllosen Klassentreffen, bei dem ich als Lehrkraft jünger bin, als die ehemaligen Schüler", so Franke in seinen Mitteilungen. Das erwies sich als vorteilhaft für den Gastredner und Zuhörerschaft, denn er konnte aus seinem eigenen Fundus als ehemaliger Schüler der Kirchhainer Gesamtschule und jetziger Realschulleiter authentisch berichten. Die Entwicklung der Schule in den vergangenen 50 Jahren stellte Herr Franke anschaulich dar. Ebenso erfolgte ein Ausblick über die zukünftige Entwicklung der Alfred-Wegener-Schule, die sich immer noch über einen sehr guten Ruf erfreuen darf.

Eingehend auf die ehemaligen Klassen der R 10 a und R 10 b -Klassenlehrer Keller und Rausch- berichtete Herr Franke auf die damals erforderliche Aufnahmeprüfung für den jeweiligen Schulzweig. Der Elternwille, welche Schulform das Kind besuchen durfte, spielte keine Rolle. Die Entscheidung lag in der ausschließlichen Zuständigkeit der aufnehmenden Schule. Es blieb nicht unerwähnt, dass die Kirchhainer Gesamtschule einen gewissen Modellcharakter für andere hessische Schulen einnahm. Die Jubilare waren die ersten Schüler, die die Experimentierphase der sogenannten Förderstufe durchlaufen mussten. Sie wurde als hervorstechendes Merkmal dieses Schultyps bezeichnet. Einig waren sich der Leiter der Realschule und die anwesenden Jubilare darüber, dass die vergangenen 50 Jahre als erfolgreiche und friedvolle Jahre bezeichnet werden müssen.

Experimentierphase bis heute nicht beendet


Leider spricht man wieder über den „Reform-Irrsinn“ an deutschen Schulen, die die Zukunft unserer Kinder gefährden würden. Deshalb berichtete vor kurzem ein führendes Wochenmagazin mit dem Titel „Scheiß Schule“ über einen möglichen ´Reform-Overkill´, der damals für das Schuljahr 1958 Gott sei Dank nicht stattgefunden hat.

Fahrt nach Campitello in den Dolomiten mit nachhaltiger Wirkung


Gerne erinnerte man sich an schöne Erlebnisse wie z. B. der großen Klassenfahrt in die Dolomiten und an den Gardasee im Jahr 1963. Die Europabrücke stand kurz vor der Einweihung. Das waren Erlebnisse, die von den Teilnehmern der Jubiläumsveranstaltung bis ins Detail unter dem Tagesordnungspunkt „Weißt Du noch“ nacherzählt wurden und für viel Gesprächsstoff sorgten.

Schülertransport mit der Main-Weser-Bahn / Ohmtalbahn / Wohratalbahn


Der Eisenbahnknotenpunkt Kirchhain mit seiner funktionierenden Wohra- und Ohmtalbahn blieb nicht unerwähnt. Denn diese Verkehrseinrichtung sorgte mit ihren teilweise noch mit Dampflokomotiven bespannten Personenzügen für einen reibungslosen Schülerverkehr in die sich entwickelnde Schulstadt Kirchhain. Über den neuen großen Busbahnhof an der ehemaligen Güterabfertigung zeigte man sich erstaunt. Der Weg vom Bahnhof zur Gesamtschule ist der gleiche geblieben. Der öffentliche Personennahverkehr auf der Schiene der Nebenbahnen ist eingestellt. Etwas wehmütig und nostalgisch verklärt, verharrte man in Erinnerungen an das Transportmittel. Am 1. Mai 2014 erinnert man in Ernsthausen-Wambach mit einem besonderen Fest an die erste Fahrt vor genau 100 Jahren von Gemünden-Wohra in die ehemalige Kreisstadt und jetzige Schulstadt Kirchhain.
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