Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr

Ein Postillion nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch Kirchhain im 19. Jahrhundert
 
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Eine Schautafel verdeutlicht wie "un"bequem man im 19. Jahrhundert reiste.

Kirchhain: Bahnhof | ... so lautete das Motto vom diesjährigen "Tag des offenen Denkmals".

Seit 1993 lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am zweiten Sonntag im September dazu ein, Geschichte hautnah zu erleben. Durch die Veranstaltungen an diesem Tag soll auch das Interesse der breiten Öffentlichkeit an der Erhaltung der Gebäude und der Arbeit des Denkmalschutzes geweckt werden.

Eine Vielzahl von interessanten Angeboten machte die Auswahl heute wirklich nicht einfach. Letztlich habe ich mich für zwei Ausstellungen entschieden, und zwar:

- im Bahnhof von Kirchhain und

- in der Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt in Stausebach.

KIRCHHAIN - Die Ausstellung im Bahnhof von Kirchhain hatte der Heimat- und Geschichtsverein vorbereitet. Unter dem Thema "Reisen im 19. Jahrhundert" zeigten alte Aufnahmen aus Kirchhain neben der ehemaligen Postkutschenstation auch verschiedene Gasthäuser. Dabei erfuhr man auch, dass im Jahre 1780 ein "Passagier von Distinktion", also ein sehr vornehmer Reisender, in Kirchhain im Gasthaus "Goldener Hirsch" logierte. Es war zu dieser Zeit das bedeutendste und vornehmste Gasthaus in Kirchhain.

Da der Tag des offenen Denkmals Geschichte zum Anfassen präsentieren soll, stand auch eine besondere Stadtführung auf dem Programm. In der Uniform eines großherzoglichen Hessischen Postillions nahm Herr Harald Pausch seine Gäste mit auf eine Zeitreise durch Kirchhain und sorgte mit seinen Schilderungen dafür, dass die Geschichte der Stadt Kirchhain lebendig wurde.

STAUSEBACH - Auf dem Kirchhofsvorplatz in Stausebach waren verschiedene Fahrzeuge zu bestaunen: ein Leiterwagen, ein Kastenwagen, eine Kutsche, Handwagen und zwei Traktoren sowie Fahrräder und Mopeds. Ortsvorsteher Jürgen Bromm wusste einiges über ihre Geschichte zu erzählen und konnte auch genau über den Aufbau des Leiter- und des Kastenwagens berichten.

In der Kirche selbst wurde durch Fotos, Gegenstände und Uniformen der frühere Alltag Stausebachs wieder lebendig. In einem Ordner befanden sich alte Aufnahmen der Häuser von Stausebach mit zahlreichen zusätzlichen Erläuterungen.
Während der Führungen durch die Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt, verstand es Herr Bromm, auf die Besonderheiten der Kirche eindrucksvoll hinzuweisen und erläuterte auch die letzte Renovierung.

Näheres über die Kirche erfahren Sie auf der myheimat-Seite von Bürgerreporter Peter Gnau, der in mehreren Artikeln bereits die Stausebacher Kirche umfangreich beschrieben hat.

Im Altarraum waren Oberhessische katholische Trachten zu bewundern. Aus seiner umfangreichen Sammlung zeigte Herr Heinz Ried einige besonders schöne Stücke. Anhand der gezeigten Exponate wurde deutlich, dass die Tracht eine bestimmte Ordnung der Farben aufstellt, die sich zum einen nach der Rangordnung der kirchlichen Feste richtet und zum anderen nach dem Alter und dem Stand der Trägerin. Wenn auch die Tracht immer mehr aus dem Alltag verschwindet, so ist es Menschen wie Herrn Heinz Ried zu verdanken, dass das Wissen über die Tracht bewahrt wird.

Sollten Sie in diesem Jahr den Tag des offenen Denkmals nicht zu einem Ausstellungsbesuch genutzt haben, so müssen Sie sich noch ein Jahr gedulden. Vermerken Sie sich bereits heute den zweiten Sonntag im September 2011 im Kalender, denn es gibt noch viel zu entdecken.

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Weiterveröffentlichungen:

Wocheninfo win | Erschienen am 18.09.2010
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Birgit Leidinger aus Wetter am 13.09.2010 um 18:52 Uhr  
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Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain am 13.09.2010 um 20:38 Uhr  
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Friederike Haack aus Marburg am 15.09.2010 um 12:43 Uhr  
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