Burgruine Haltenberg

Burgruine Haltenberg mit rekonstruiertem Wehrturm.
 
Alter Stich(Kopie) von Schloss Haltenberg - Infotafel am Burgeingang
Kaufering: Haltenberg | "Region - Landsberg/Lech:"
Landkreis Oberbayern; Reg.Bezirk Landsberg/Lech
Gmd.: LLech/Scheuring
(48° 8′ 20,4″ N,10° 52′ 3,4″ O)

Geschichte:


Im Naturschutzgebiet Westerholz, am Steilufer des Lechs zwischen der Gemeinde Kaufering und Scheuring liegend, steht diese als einziges, heute noch erhaltenes historisches Bauwerk im gesamten Lechrain. Ursprünglich lagen lechabwärts meistens rechts entlang des Lechflusses bis Donauwörth, mehrere dieser Burgen (Schutzbauten), die von „Ministerialen“ des ehemaligen Staufergeschlechtes geführt waren.

Mitte des 12. Jhdt. (1260 n.Chr.) erscheint dann der erste urkundlich verbürgte Name - des Konrad von Haltenberg - als Lehensherr des letzten Stauferkaisers - Konradin. Die Nachfahren dieser Familie dienten später dann auch den bayerischen Herzögen der Wittelsbacher.

1425 verkaufte der Burgherzog eine erworbene Hälfte dem Augsburger Patrizier - Peter Rehlinger, dessen Nachfahren diese bis in das 17.Jhdt. führten. 1612 ging diese in den Besitz des späteren Kurfürsten Maximilian I. über, der die Burg dann zu einem Jagdschloss umbaute. Durch die naheliegenden Lechauen war dieses Gebiet für die "Reiherbeize" - der Falkenjagd auf Fischreiher beliebt, und von der Münchner Aristokratengesellschaft wegen der ergiebigen Jagdgründe sehr geschätzt.

Mit der Säkularisation Ende des 18.Jhdt. wurde das Jagdschloss weitgehend abgerissen. Erhalten und bewirtschaftet wird bis heute der noch vorhandene Wirtschaftshof in der ehemaligen Vorburg. Mit Beginn der 70er Jahre des 20.Jhdt. wurde die Restsubstanz durch den Landsberger Landkreis gesichert, und der Bergfried zum Aussichtsturm ausgebaut.

Nach dem Aufstieg in den Wehrturm, (Mauerdicken bis zu 2m) wird man durch eine wunderschöne Rundumsicht belohnt, dem hungrigen Wanderer bietet sich anhand der vorhandenen Bänke auch eine gemütliche „Brotzeit-Pause“.

Beschreibung:


Im Norden und Osten wird die Ruine durch ein eindrucksvolles, doppeltes Grabensystem geschützt. Im Süden getrennt durch einen Graben, steht die erhaltene "Hauptburg". Getrennt durch einen weiteren Graben nach der ehemaligen Burgkapelle, liegt die noch heute bewirtschaftete Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden.

Über einen Weg nordöstlich der Anlage geführt, vorbei an einer Infotafel zur alemannischen Besiedlung des Landstriches im 6.-7 Jhdt., betritt man über den nördlichen Wehrgraben die Hauptburg, mit den bestehenden Außenmauern, dem zum Aussichtsturm restaurierten Bergfried, und den teilweise restaurierten Resten der Burgkapelle. Der Innenhof ist z.T. mit Steinen gepflastert, weitgehend aber grasbewachsen.
Der Rundturm wurde in den letzten Jahrzehnten vom Schutt befreit und teilweise ergänzt. Die rundbogige Einstiegsöffnung in etwa 8 m Höhe ist heute über ein Stahlgerüst erreichbar. (Besichtigung Frühjahr bis Herbst, am 1. Sonntag des Monats von 14:00 - 17:00 Uhr – oder auf Anfrage beim LRA-LL*).

Das ursprüngliche Haupttor der mittelalterlichen Burg lag sicherlich auf dieser Seite und war durch die große Vorburg und den Bergfried gesichert. Zur Nutzung als Jagdschloss wurde der Eingang auf die andere Seite verlegt. An Stelle des heutigen Dammes führte damals offenbar (lt. Michael Wening) eine Holzbrücke über den Graben.

Im Westen direkt über dem Steilabfall des Lechufers stand das Herrenhaus. Im Osten lag das Gesindehaus direkt an den Bergfried angebaut (Giebelansatz erkennbar). Zwischen der Haupt- und der Vorburg liegen die Ruinen der romanisch-gotischen Burgkapelle, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Das Jagdschloss des 18. Jhdt. ist durch eine Ansicht von Michael Wening (1726) gut dokumentiert. Der Kupferstich zeigt das Schloss aus Nordosten in der Vogelschau. Um die Hauptburg zog sich ein schmaler Vorhügel mit rechteckigen Türmen. Die lang gestreckten Gebäude trugen einfache Satteldächer, der Bergfried einen hohen Helm. Gut erkennbar sind die doppelte Grabenanlage und der Chor der Kapelle.

Der Ursprungsbau der Kapelle (romanisch) war dem Hl.Erasmus geweiht, und wurde in der Gotik erweitert. Im Barock wurde dann das kleine Gotteshaus mit Stuck (Wessobrunner Meister) ausgekleidet. Bis in die Nachkriegszeit war diese Kapelle noch gut erhalten, verfiel dann jedoch rasant, sodaß heute die Westseite völlig offen liegt und den Blick in das ehemalige Chorschiff freigibt. Im Laufe der Zeit stürzten die Mauerverbände vollständig ein. Anlässlich der Instandsetzung wurde durch Initiative des ehemaligen Landratspflegers Dr. Anton Huber (der in der Nähe auch viele Grabungen aus der geschichtlichen Vorzeit des Landkreises führte), dann ein provisorisches Holzschutzdach errichtet, und die Reste der Stukkaturen aus dem Schutt geborgen.

Die Ruine ist heute Eigentum des Landkreises Landsberg am Lech, die Vorburg ist in Privatbesitz und dient als landwirtschaftlicher Gutsbetrieb

Web-Links/Services zu:

* Lechrain-Geschichte und (Haltenberg) und Vorgeschichtspfad - Westerholz

* Landkreis-Landsberg-Lech / Haltenberg

* Burgen in Bayern
* Burgenwelt:


(*) Kontaktdaten für Führungen:

Landratsamt Landsberg am Lech
Kulturverwaltung / Herr Salcher
Von-Kühlmann-Str. 15
86899 Landsberg am Lech
Tel.: 08191/ 129 - 1120

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