Brodenbacherin gibt Leukämiekranken die Chance zum Leben

30. Juni 2013
13:00 - 17:00 Uhr
Haus Bretz, 56288 Kastellaun
Katja Trein aus Brodenbach hat bei der Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen für einen Leukämiepatienten gespendet.
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  • Katja Trein aus Brodenbach hat bei der Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen für einen Leukämiepatienten gespendet.
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Leukämie - 11 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen. Bei Katja Trein aus Brodenbach war es die Tochter einer Freundin, die 2001 mit dem Blutkrebs kämpfte. Damals lernte die Friseurin die Stefan-Morsch-Stiftung kennen. Sie erfuhr, dass man mit einer Stammzellspende vielleicht ein Leben retten kann. Damals ließ sie sich typisieren. Jetzt – zwölf Jahre später – wurde ihre Hilfe gebraucht. Sie kennt keinen Namen, sie weiß nur, es ist ein Mensch, der sehr ähnliche genetische Merkmale hat wie sie. Und sie weiß, ohne ihre Hilfe, hat er keine Chance den Blutkrebs zu überleben.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Menschen, wie Katja Trein. Die 44 Jährige Mutter von zwei Jugendlichen weiß: „Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen.“ Diese Krankheit nimmt ihren Ausgang im Knochenmark, wo sämtliche Blutzellen des Menschen gebildet werden. Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – das von Katja Trein.
Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Damit die Entnahme stattfinden kann, ist ein koordinatorischer Drahtseilakt nötig: Die Mitarbeiterinnen der Stefan-Morsch-Stiftung müssen mit der Transplantationsklinik des Patienten und dem Spender einen genauen Zeitplan abstimmen. Denn der Patient, der dringend auf die Stammzelltransplantation angewiesen ist, muss zum exakt vorbestimmten Zeitpunkt diese Transplantation bekommen. Entscheidend ist dabei auch, dass sein Gesundheitszustand die Übertragung der Stammzellen erlaubt. Deshalb gibt es manchmal sehr kurzfristige Terminverschiebungen, auf die sich dann der Spender einstellen muss. Bei Katja Trein musste die Entnahme drei Mal verschoben werden. Sie lächelt: „Ich konnte das machen, weil alle um mich herum mitgezogen haben – der Chef, die Mutter, meine Freunde.“ Sogar die Teilnehmer des Sportkurses, den sie leitet, hatten stets Verständnis: „Es war einfach ein gutes Zusammenspiel“, sagt die gut vernetzte Mutter.
„Die Hilfe für Leukämiekranke ist Teamarbeit“, betont auch Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Birkenfelder Stiftung. „Ohne eine internationale Vernetzung der Datei sind unsere Ziele – Menschenleben zu retten – nicht realisierbar.“ Denn zeitgleich mit der Vorbereitung des Spenders läuft die des Patienten an – der irgendwo auf der Welt sein kann – in Deutschland, Russland oder in Australien. Sein Immunsystem wird vor der Transplantation komplett ausgeschaltet – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Eine Therapiephase, die sehr belastend ist. Wenn der Patient sich jetzt mit einem Virus infiziert oder es aus irgendeinem Grund mit der Stammzell-Spende nicht klappt, ist sein Leben massiv gefährdet. Der Wettlauf mit der Zeit hat längst begonnen, als Katja Trein zur Entnahme nach Birkenfeld kommt. Innerhalb von 72 Stunden muss das Transplantat beim Empfänger sein.
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen. Katja Trein hat diese Prozedur auf sich genommen: „Es ist einfach ein positives Gefühl, wenn man helfen kann.“
Die nächste Gelegenheit sich typisieren zu lassen ist am Sonntag, 30. Juni 2013, 13 bis 17 Uhr, im Haus Bretz, Bopparder Straße in Kastellaun

Die Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt, Menschen können sich hier als Spender registrieren lassen. Ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- speisen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.
Seit mehr als 25 Jahren plädieren Emil und Hiltrud Morsch, Gründer der Stiftung, aber auch für eine verbesserte Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. Ihr Sohn, der 16 jährige Stefan Morsch aus Birkenfeld erkrankte Anfang der achtziger Jahre an Leukämie. Als erstem Europäer wurde ihm 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Der Junge überlebte jedoch die Nachsorge nicht. Das ist für Emil und Hiltrud Morsch der Grund, warum die Stiftung nicht nur immer wieder für die Registrierung als Stammzellspender wirbt, sondern auch Patienten ihre Hilfe anbietet. Aus eigener Erfahrung weiß Emil Morsch, welche Komplikationen bei der Therapie auftreten können, aber auch welche finanziellen und psychischen Folgen die Patienten und deren Angehörige belasten. „Deshalb sind wir als Stiftung auch für die Patienten da – in jeder Frage.“
Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-Stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch Online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren, die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset zuschicken lassen – entweder eine kleine Blutprobe oder einen Abstrich der Mundschleimhaut. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen oder den Wangenabstrich durchzuführen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet.

Katja Trein aus Brodenbach hat bei der Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen für einen Leukämiepatienten gespendet.
Die nächste Gelegenheit sich typisieren zu lassen ist am Sonntag, 30. Juni 2013, 13 bis 17 Uhr, im Haus Bretz, Bopparder Straße in Kastellaun
Bürgerreporter:in:

Annika Zimmer aus Birkenfeld

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