Vorpremiere von Kassler Independentfilm Toxic Lullaby - und vier Marburger waren mit dabei

Das Filmplakat zu Toxic Lullaby von Spontitotalfilm (Foto: Spontitotalfilm)
 
Ralph Haselberger, Stefan Fels, Volker Ilse und Thomas Backus vor dem Cineplex Kassel
 
Ralph Haselberger, Stefan Fels, Volker Ilse und Thomas Backus vor dem Cineplex Kassel

Kassel: Cineplex | Normalerweise schreiben sie Horror, jetzt verbreiten sie Angst und Schrecken im Film.
Aus Spaß hatten die vier Marburger Autoren Stefan Fels, Volker Ilse, Ralph Haselberger und Thomas Backus wir an einem Casting der Kassler Independentfirma Spontitotalfilm teilgenommen, und sie wurden tatsächlich eingeladen, in dem Film Toxic Lullaby mitzuspielen.
Aufgeregt fuhren sie im Februar 2009 zu einer ehemaligen Munitionsfabrik, einer Ruine irgendwo im Nirgendwo um Kassel. Da die Filmsequenzen in einer postapokalyptischen Welt spielen wurde im Winter gedreht, damit keine grünen Bäume oder gar Gras zu sehen war. Der Nachteil: Es war kalt. Sehr kalt, um genau zu sein.

Auf den erstem Blick wirkte das Set wenig glamourös, da war ein zugiges Zelt mit harten Holzbänken und einem gasbetriebenen Heizstrahler. Dort konnten sich die Schauspieler zwischendurch aufwärmen und eine Tasse Kaffee trinken. Hier wurden die Marburger erstmal zu Zombies geschminkt. Und dann hieß es, warten. Sehr lange warten. Ein Special-Effekt mit einem Schirm funktionierte nicht ganz so, wie er sollte. Das verzögerte alles.
Dann war es irgendwann soweit. Ein Assistent holte die jungen Männer ab und führte sie in eine verfallene Ruine. Überall lag Schutt herum, was zugegebenermaßen eine stimmungsvolle Kulisse für einen Horrorfilm abgab. Aber da waren auch jede Menge Kabel und Scheinwerfer – und jede Menge Menschen die warteten.
Immer wieder wurde das Geschehen durchgesprochen, geprobt und gefilmt. Besonders die Sicherheit spielte eine große Rolle. Man wurde gebeten, sehr genau aufzupassen, wo man hintrat, dass man sich ja nicht verletzte.
In dieser Szene sollte eine Gruppe von Helden von Schläfern (Zombies) angegriffen werden. Der Regisseur wollte actionreiche Kämpfe und eine rasante Flucht. Ein Stuntkoordinator war ebenfalls anwesend und zeigte den Marburgern, wie sie sich zu bewegen hatten, damit das alles äußerst dramatisch rüberkam.
Der Dreh dauerte mehreren Stunden, wobei sowohl die Schauspieler als auch die Statisten immer wieder mal rumstanden und warteten, während die Maske aufgefrischt, oder Requisiten arrangiert wurden. Dann wurden wieder ein paar Takes gedreht.
Da Ralph Haselberger sehr groß ist, hatten sie sich für ihn eine tolle Szene ausgedacht: Er hebt die Hand und schreit: „Sie kommen“. Dann ist da ein sehr kleiner Schläfer, und weil er in Bisshöhe mit Ralphs Arm ist, beißt er sofort zu.
Thomas Backus musste aus dem Schatten heraus einen Schuttberg herunterstürmen und die Helden angreifen, Stefan Fels und Volker Ilse tauchen dann aus dem Nichts auf, und gemeinsam versuchen sie, die Helden zu erwischen, bevor diese aus dem Fenster flüchten können.
Am Ende des Drehtages war sehr spät. Die Marburger waren müden, durchgefroren, aber auch sehr glücklich. Sie hatten in einem Film mitgespielt.

Dann kam vor Kurzem die Nachricht, dass der Film nicht direkt auf DVD veröffentlicht werden sollte, sondern stattdessen im Kino laufen würde – und zwar im Kassler Cineplex. Alle, die Mitgemacht hatten, wurden herzlich zu einer Vorpremiere eingeladen.
Natürlich fuhren die vier Marburger dort hin. Mit klopfendem Herzen sahen sie, wie sich der riesige Kinosaal immer mehr füllte. Das waren extrem viele Mitwirkende, der Film war erheblich größer, als sie ihn sich vorgestellt hatten.
Dann ging es los. Ein blondes Mädel, das von Alkohol und Drogen berauscht vor einer Kamera tanzt, Männer, die zu zugedröhnt sind, um das wirklich auszunutzen. Da sind andere Männer, die Gifte auf die Felder sprühen. Dann verschwinden die Farben und das Mädchen findet sich plötzlich in einer Postapokalyptischen Welt wieder, in der Menschen in Gasmasken vor blutrünstigen Zombies davonrennen.
Da ist auch die Ruine. Die Marburger erkennen ihren Drehort wieder, und tatsächlich, die Helden flüchten sich in das Innere der Ruine, da wo ein Schuttberg ist, und wo in der Dunkelheit Zombies lauern.
Das wissen die Helden aber in diesem Moment noch nicht. Sie fühlen sich sicher, sie legen sich zum Schlafen nieder.
Ein Fehler.
Ein böser Fehler.
„Sie kommen“ schreit plötzlich Ralph und dann kaut ein kleiner Zombie an seinem Arm herum.
Das alles passiert superschnell. Thomas Backus greift an. Ein Schnitt auf ihn, ein Schnitt auf die panischen Helden, wieder er, wieder was anderes, vorbei. Volker Ilse und Stefan Fels waren auch kurz zu sehen. Extrem kurz.
Die Angriffszene, die zu drehen mehrere Stunden gedauert hatte, war extrem schnell geschnitten, sodass man das Gesehene erstmal gar nicht erfassen konnte. Eine reine Actionszene. Es passiert – und dann ist es schon wieder vorbei. Die Überlebenden sind auf der Flucht, der Zuschauer sitz immer noch mit offenem Mund staunend da und versucht zu begreifen, was da eben abging. Klasse gemacht. Mehr wäre da echt weniger gewesen. Nicht das Ego des Schauspielers ist wichtig, sondern der Film.

Nun könnte man meinen, dass der Rest vom Film für die vier Marburger nicht mehr so interessant gewesen sei, dem war aber nicht so. Ralf Kemper verstand es, sehr interessante (bisweilen auch verstörende) Bilder auf die Leinwand zu zaubern. Die Schauspieler waren gut, sogar die in den Nebenrollen. Der Spannungsbogen nervenzerreibend. Die Musikuntermalung war erstklassig.
Klar, Toxic Lullaby kann es nicht mit einem Hollywoodstreifen aufnehmen, aber er ist erheblich besser als so mancher Horrorfilm, der in der Videothek auf ahnungslose Filmfans lauert.

Anschließend gab es Sekt und lecker Häppchen und jede Menge Dank vom Regisseur Ralf Kemper. Dabei erfuhren die vier Marburger, dass Spontitotalfilm bereits das nächste Projekt in Angriff genommen hat. Im Moment baut die Crew um Ralf Kemper ein Raumschiff, und dann kommt er, der Trashkiller im Nebel des Orion. Das Casting läuft bereits. Klar, dass sie wieder mitmachen wollen. Aber vorher werden sie sich den Film vielleicht noch einmal im Kino anschauen. Die
offizielle Premiere ist am 30. April, danach ist der Film vom 1. Bis zum 5. Mai täglich im Cineplex Kassel zu sehen. Ein Film aus der Region. Ein Film, der Spaß macht. Toxic Lullaby, jetzt in Ihrem Kino.

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
1 Kommentar zum Beitrag
Ash
Ash am 31.10.2010 um 22:11 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

Deutsche Laufmeisterschaft im 10 000 Meter-Lauf... Am Samstag den 5. Mai 2012 findet wieder die Laufmeisterschaft im Georg-Gaßmann-Stadion in Marburg statt ! Beginn wird ca 15 Uhr sein - das letzte...