„Maß-nahmen“ in den alten Mauern von Kloster Wettenhausen

Kammeltal: Kloster Wettenhausen |


Studentinnen der TU München
machen Wirtschaftsgebäude des Klosters
zum Thema ihrer Diplomarbeit

Auf der Suche nach einem geeigneten Objekt für ihre Diplomarbeit stießen die beiden 25-jährigen Architektur-Studentinnen Maria Jaumann aus dem Raum Miesbach und Eva Claßen aus dem Augsburger Raum auf das Dominikanerinnen-Kloster Wettenhausen im Kammeltal.

Unter den Vorschlägen, die ihnen Dr.-Ing. Thomas Aumüller und Frau Dipl.-Ing. Elke Hamacher vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München machten, kristallisierte sich das ehrwürdige Kloster mit seinen zahlreichen Gebäuden bald als ideales Betätigungsfeld heraus.
Erste Recherchen im Internet ließen die beiden Fachfrauen ahnen, welcher Fundus für ihre Arbeit sich in den Mauern des Klosters auftat und sie begaben sich auf Entdeckungsreise vor Ort. Seitdem hegen sie eine Schwäche für die beeindruckende Klosteranlage und sind sehr angetan vom Charme des ganzen Objekts und des zugehörigen Areals.

„Wir freuen uns sehr, uns mit dem Kloster Wettenhausen zu beschäftigen und uns allen spannenden Fragen zu stellen. Besonders schön ist es auch, dass wir von allen, den Schwestern, dem Freundeskreis und den Wettenhausern, sehr offen und nett aufgenommen wurden. Wir fühlen uns richtig wohl!“ äußerte sich Eva Claßen begeistert.

Entsprechend ihres gemeinsamen Sonderdiplom-Themas „Wirtschaftsgebäude des Klosters Wettenhausen“ mit dem Ziel, eine Bauaufnahme des Bestands zu machen, ein Nutzungs-, Sanierungs- und Erhaltungskonzeptes und einen Entwurf für dessen Umsetzung zu erstellen, haben die beiden Fachfrauen in den letzten Wochen jeden Stein und jeden Winkel des Gebäudes unter die Lupe genommen.

Betreut wird die Arbeit der beiden Münchner Studentinnen von Univ. Prof. Dipl.-Ing. Architektin Hannelore Deubzer vom Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung und Prof. Dr.-Ing. Manfred Schuller vom Lehrstuhl für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege.

Eine der ersten Maßnahmen, die Maria Jaumann und Eva Claßen bereits ergriffen haben, ist die Vermessung der Wirtschaftsgebäude mit Hilfe eines sogenannten Tachymeters (Laserdistanzmessers).

In den kommenden Wochen besteht dann ihre Arbeit darin, Bauschäden und –mängel kartografisch zu erfassen, Analysen und Recherchen zu erstellen, Gespräche mit möglichen Nutzern der Anlage zu führen und auf der Basis der Recherchergebnisse und Einbeziehung der Potenziale - wie zum Beispiel dem vorhandenen Naturraum oder der Nähe zur Autobahn - ein Raumnutzungsprogramm zu erstellen.

Dessen Umsetzbarkeit soll unter Einbeziehung der Geschichte und der Entwicklung des Klosters und vor allem im Hinblick auf die Erhaltung der bestehenden Bausubstanz geprüft und abgewogen werden. Auch die angestrebte Barrierefreiheit wird - unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte - als zusätzlicher Punkt in den Entwurf einfließen.

Einer verfolgte die Aktivitäten der beiden angehenden Architektinnen von Anfang an mit besonderer Begeisterung: der Gründer und Vorsitzende des „Freundeskreises Kloster Wettenhausen e. V.“ Olaf Ude - passen sie doch genau zu den Statuten, die sich die Mitglieder des 2012 gegründeten Vereins dereinst auf die Fahnen geschrieben haben!

Auch der Freundeskreis, der aus ehemaligen Eltern des angegliederten St. Thomas Gymnasiums, Lehrern, Förderern und Freunden des Klosters besteht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kloster Wettenhausen zusammen mit den verbliebenen neun Dominikanerinnen neu zu beleben, die Räume für Kulturveranstaltungen und Einkehrtage zu öffnen und es damit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Im letzten Jahr ist das bereits bestens gelungen: alle Veranstaltungen der Reihe "KulturRaum Kloster - Räume öffnen sich" waren sehr gut besucht und die zahlreichen Besucher wandelten staunend und bewundernd durch die Gewölbe.

Maria Jaumann und Eva Claßen wollen jedenfalls mit ihrer Sonderdiplomarbeit dazu beitragen, ein möglichst genaues Bild über einen Teil der noch ungenutzten Wirtschaftsgebäude zu geben und Vorschläge für eine mögliche Nutzung zu machen.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 15.02.2014
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