Berg-Hochtour in die Schweizer Alpen – ein Touren-Highlight des Alpenvereins Donauwörth

Aufstieg Weissmies
 
Wolkenpanorama mit Gewitterwolke (Amboss)
Wieder einmal hat der Alpenverein Donauwörth unter Leitung von Arno Mayer zu einer Hochtour in den Schweizer Alpen eingeladen. Dieses Mal war die Top-Berge rund um die Weissmieshütte das Ziel, viele um 4000 m Höhe. Der Andrang war so groß, dass die Teilnehmer ausgelost werden mussten. Am 23. Juli ging es mit dem AV Tourenbus über Chur, Hochalppass, Altermatt, Furkapass nach Saas Grund im Saaser Tal. Mittels Sessellift und ca. 1 h Aufstieg waren wir schnell auf der Weissmieshütte in 2700 m Höhe. Am nächsten Morgen ging es um 4:00 Uhr in der Früh auf den Weissmies (4017 m). Zunächst mit Stirnlampen, bis mit Sonnenaufgang der Gletscher erreicht war. Dann ging es mit 2 Viererseilschaften über einen steilen Gletscheranstieg bei bestem Wetter Richtung Gipfel. Der Blick in einige tiefe Gletscherspalten flößte Respekt ein. Einige Spalten konnten umgangen werden, andere nicht zu breite, wurden übersprungen oder ein vorhandener Steg ermöglicht die Überquerung. Konzentriertes Agieren in der Seilschaft war dabei unabdingbar. Mit zunehmender Höhe wurde der Gletscher flacher und die Herausforderung lag hier in der konditionellen Anforderung aufgrund der geringen Luftdichte. Das grandiose Gipfelpanorama entschädigte ausgiebig für alle Anstrengungen. Der Abstieg erforderte nochmals viel Konzentration, da der Schnee durchgeweicht war. Am Nachmittag und Abend bleibt viel Zeit um auf der Hütte bei „einem Bier ...“ die Eindrücke zu verarbeiten. Dabei war ein ausgiebiges Thema die Bedeutung der Alpen-Gletscher für den europäischen Wasserhaushalt, sowie deren Gefährdung durch die Klimaerwärmung. Die Vorstellung, solche, für uns extrem wichtige Naturschönheiten in Zukunft nicht mehr zu haben, wurde von allen als bedrückend empfunden. Es war weitgehender Konsens, dass die Klimaerwärmung nicht nur ein Thema für die große Politik ist, sondern jeden unmittelbar angeht.
Am nächsten Tag war das Lagginhorn (4010 m) unser Ziel. Es ist ein gletscherfreier Gipfel, der weitgehend als "Blockkletterei" erstiegen wird. Aufgrund von Niederschlägen in der Nacht, war der obere Teil des Gipfels mit leichtem Schneefall bedeckt. Einige steile Passagen waren etwas vereist, so dass die Steigeisen zum Einsatz kamen. Während des Aufstiegs ist die Bewölkung immer mehr aufgerissen und die Sonne konnte Überhand gewinnen. Dabei waren sehr spannende Wolkenspiele zu beobachten. Mal waren die Gipfel und man selber in Wolken und kurze Zeit später erstrahlende alles im Sonnenschein, teils mit Sicht in das 2500 m tiefer liegende Tal. Das Lagginhorn hat eine so ausgeprägte Spitze, dass nur wenige Bergsteiger gleichzeitig am Gipfelkreuz Platz haben. Das Panorama war wieder überwältigend und 2 Gletschergipfel (Allalinhorn 4027 m & Strahlhorn, 4190 m) die wir im Vorjahr bestiegen haben, präsentierten sich mit bester Sicht. Beim Abstieg konnten wir die Bergung einer verletzten Bergsteigerin durch den Rettungshubschrauber mittels Rettungswinde beobachten, beruhigend zu wissen, dass es die Möglichkeit gibt. Bei gutem Wetter war der Ausklang des Tages, nach den tollen Eindrücken, auf der gemütliche Hütte wieder ein Genuss.
Der Morgen des Heimreisetages wurde individuell genutzt: einige "ganz Harte" haben über den Gletscher das Fletschhorn (3985 m) bestiegen, einige Kletterer haben den anspruchsvollen Klettersteig zum Jegihorn erkundet und einige andere haben die Fauna und Flora rund um die Hütte "meditativ" genossen, frei nach dem Motto – „wenn es kein „4000er“ ist, lohnt die Anstrengung nicht ...“. Mit der Heimfahrt im Alpenvereinsbus ging ein außergewöhnliches Bergerlebnis zu Ende.

Johannes Frese
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